08.02.2009, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

Children of Bodom / Cannibal Corpse

Text: Reini | Fotos: Mika
Veröffentlicht am 13.02.2009

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CHILDREN OF BODOM auf der „Blooddrunk Over Europe“ Tour 2009. Mit im Gepäck die abseits der Bühne wirklich handzahmen CANNIBAL CORPSE und die außerhalb Finnland’s händeringend um Aufmerksamkeit kämpfenden DIABLO. Die Befürchtung, dass der für Konzerte massiv ungeeignete Sonntag und die doch happigen Ticketpreise (AK: 33,00 Alpen-Euros!) ein eher lasches Besucheraufkommen heraufbeschwören könnten, erwiesen sich als nicht haltbar. Der Gasometer war gut gefüllt und die Stimmung zumindest bei den beiden Mainacts mehr als ausgelassen. DIABLO mögen es mir verzeihen, dass der halb geschäftlich, halb private Small Talk mit ROCK THE NATION Promoter Werner Stockinger ihrem Auftritt zum Opfer fiel, glaubt man Augenzeugen hab ich jetzt nicht großartig was verpasst. Verwundert aber auch kaum, waren doch bei Stagetime der jungen Finnen um 20:00 Uhr noch große Teile des Schankbereiches schön mit Konzertbesuchern bevölkert.

Dies änderte sich schlagartig, als die Death Metal Technokraten von CANNIBAL CORPSE die Bühne enterten. Anscheinend hatten es Mr. Corpsegrinder und seine Instrumentalfraktion mächtig eilig, stolzierte man doch glatte sieben Minuten früher als ausgehängt auf die Bühne. War aber gut so, denn was dann in knapp 45 Minuten in die Menge gedroschen wurde, war ein auf höchstem Niveau angesiedelter Orkan. Die Ansagen: spärlich! Drummer Paul Mazurkiewicz zwischen limitierter Pfeilschnelle und satter Grooverei unterwegs, doch die wahren Stars dieser Band hatten Äxte umgeschnallt. Das Gitarrenduo Pat O'Brien (der ALLE Solis aus seinen Handgelenken feuerte!) und sein (Rhythmus) Partner, der gar nicht mehr „so“ Neue Rob Barrett, sorgten für kollektives Staunen! ABER über alldem thronte dann noch Hauptsongwriter, Erfinder und Geist der leckeren Gorestories sowie Bassman Alex Webster, der mit seinem Fünfsaitigen (fast) als Soloinstrumentalist durchgehen könnte und einer der wohl unterbewerteten Musiker im Death Metal Genre ist! Der Sturm der da auf der Bühne entfacht wurde bestand in der ersten Hälfte aus Heftigkeiten der Sorte „The time to Kill Is now“ und „Death Walking Terror“ (dem „Kill“ Einstiegsdoppel quasi!), „Disfigured“, dem Groovehammer „Evisceration Plague“, oder dem Klassiker „I Cum Blood“! Zwar lies – wohl auf Grund der gar nicht mal so leichten und einfachen Umsetzung dieser technischen Schmankerl – der Bewegungsradius der Bande zu wünschen übrig, aber den besten Ausblick hatte an diesem Abend sowieso Drummer Paul – vor ihm seine Viererbande und ca. 1 Meter Haar pro Mann, welches in regelmäßigen Abständen wie ein Propeller durch den Wiener Gasometer fegte!„Fucked With a Knife“, „The Wretched Spawn“ sowie „I Will Kill You“ schaufelten den Weg frei für den wohl besten neuen Song der Kannibalen: Der „Evisceration Plague“ Opener „Priests of Sodom“ bestand auch sein Bühnendebüt mit Bravour und nach der Uralt Klamotte „A Skull Full of Maggots“ (vom Debüt Album „Eaten Back To Life“!) kam endlich (!!!) das seit Anbeginn verlangte „Hammer Smashed Face“ an die Reihe! „Corpsegrinder“ verabschiedete sich nach dem wohl besten Death Metal Song ever artig von der Meute, verließ aber nicht die Bühne, sondern trümmerte mit seiner Gefolgschaft noch ein abgrundtief garstiges „Stripped, Raped And Strangled“ aus den Boxen! Was soll ich sagen, von vorne bis hinten nichts anderes als eine technical Lession in Violence! Setlist CANNIBAL CORPSE (wie immer ohne Gewähr): The Time To Kill Is Now Death Walking Terror Disfigured Evisceration Plague I Cum Blood Fucked With A Knife The Wretched Spawn I Will Kill You Priests Of Sodom A Skull Full Of Maggots Hammer Smashed Face Stripped, Raped And Strangled

Knappe halbe Stunde Pause, die Bühne wurde auf einmal ganz groß, Treppen waren da, das Drumkit und die Keyboards eine Etage höher, BODOM Time war angesagt. Hmmm irgendwie waren CoB am heutigen Tag, trotz der doch frischen und auch gut aufgelegten Band einfach „nur“ CHILDREN OF very fuckin’ routiniert motherfuckin’ BODOM. Da saß alles, da passierte kaum etwas unvorhergesehenes, ein von vorne bis hinten durchdachtes und auch zelebriertes Metal Happening ohne großartige Tiefpunkte, aber auch nicht mit wirklichen Höhepunkten gesät! Sieht man von der ein oder anderen Ansage von Mastermind Alexi Laiho einmal ab, herrschte hier Routine auf sehr hohem Niveau! Das Einsteigstripple („Hellhounds on my Trail“, „Living Dead Beat“ und „Sixpounder“) gab’s gleich mal ohne Pause, davor – und reichlich Kultfaktor geschwängert ein wohl finnisches Traditional auf Comedy oder so irgendwie, war aber witzig! Die Bühne gut beleuchtet, die Band – im Vergleich zu CC – mit einem geradezu imposanten Aktionsradius, und gleich der erste Kontakt mit dem Publikum lies die Klischees nur so von der Hallendecke triefen, und zwar nur wegen dieser wirklich Fuckin’ Shit, Fuckin’ Ansage, das der nächste fuckin’ shit Song motherfuckin headbangen shit „Smile Pretty for the Devil“ shit-fuck heißen wird. In der Tonart ging es weiter „Motherfuckers! Some Old Shit“ läutete „Silent Night, Bodom Night“ ein, bevor das herausragende „Hate Me“ von einem coolen Intro und ohne jegliche Verbalinjurien seitens Laiho auf die Reise geschickt wurde.

In weitere Folge gab es neben diversen „Must Haves“ (wie „Follow the Reaper“, zwei Medleys – siehe Setlist – und dem Titeltrack des nach wie vor aktuellem Albums „Blooddrunk“) auch einen coolen Alexi zu bestaunen, quittierte er doch den Becherwurf eines Fans (das Ding streifte des Gitarristen Oberarm!) mit einem lapidarischen „awwww you think that bothers me …. You suck!!“. Die Ansagen blieben weiter köstlich („do you have a fuckin good time“ | „gimme some damn fuckin’ noise“ | "bang your head to this motherfuckin’ shit" | usw. usf….), „Angels dont kill“ wurde von einem überlangen Intro eingeläutet und nach dem Bodom Medley schickten die fünf Finnen das Gaso Publikum mit „Downfall“, „Bed of Razors“ bzw. der „Hate Crew Deathroll“ auf den sonntäglichen Heimweg. Setlist CHILDREN OF BODOM: (wie immer ohne Gewähr!) Hellhounds on my Trail Living Dead Beat Sixpounder Smile Pretty For The Devil Silent Night, Bodom Night Banned From Heaven Hate Me! Children of Decadence/Bodom After Midnight Follow The Reaper Blooddrunk In Your Face Angels Don't Kill Lake Bodom/Bodom Beach Terror Downfall Bed Of Razors Hate Crew Deathroll

Fazit: Nettes Happening! Auch, oder gerade weil sich die Bands doch sehr voneinander unterschieden bescherte uns diese Melange doch einen vergnüglichen Wochenausklang! Klarer Sieger für mich CANNIBAL CORPSE, die an Heftigkeit und Brutalität an diesem Abend keine Konkurrenz zu befürchten hatten, das CoB Publikum dankte es den Amis mit begeisternder Unterstützung hob sich die Kräfte allerdings für „ihre“ Lieblinge auf. Dem Alexi Laiho aus der Hand zu fressen ist halt doch noch cooler, als mit einem Mr. Corpsegrinder im Duett zu gurgeln!


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