17.11.2013, Komma

POWERWOLF + SOULDRINKER + LIQUID STEEL

Text: Thomas Patsch | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 21.11.2013

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Sonntag, "Early Curfew"-Show, diese im Vorfeld verbreitete Ankündigung ließ eine stattliche Anzahl von insgesamt rund 300 feierwütigen Hobby-Wölfen mit ihren Pfoten bereits um 18 Uhr an den Pforten des VZ Komma scharren, schließlich sollte heute bereits um 22 Uhr Showende sein, damit das Rudel rechtzeitig wieder von dannen in die schwarze Nacht ziehen konnte. Dem Publikum kam das nur recht, schließlich galt es für die meisten, ihren Wolfspelz wieder abzulegen und am folgenden Montag pflicht- und realitätsgemäß wieder am Arbeitsplatz zu erscheinen...die Ausnahme bildete da wohl das Wolfsbaby Leon, nämlich Komma-Petra´s fünfjähriger Sohn, der sichtlich aufgeregt seinen großen Idolen POWERWOLF entgegenfieberte!

LIQUID STEEL Den NWoBHM-Verfechtern LIQUID STEEL kam festivaltour-ähnlich bereits um 18:30 Uhr die Ehre zu, den heutigen Konzertabend zu eröffnen. Und diese Chance nützte das Quintett auch von der ersten Minute an. Schon zu Showbeginn machte Sänger Fabio mit seiner Sonnenbrille und seinem eingesprungenen Bühnenauftritt klar, dass heute die Fahne des klassischen Heavy Metal hochgehalten werden sollte. Doch auch der Rest der Band zeigte keine Scheu vor der recht großen Komma-Bühne und agierte mit packendem Enthusiasmus und juvenilem Drive. Dabei fiel auch Neo-Basser Dominik positiv auf, dem das Songmaterial in Fleisch und Blut übergegangen zu sein scheint, ebenso wie Drummer Martin, der die Refrains und Texte ebenfalls mitlebte und –sang. Nach „Riding High“ packten die sympathischen Jeans- und Stirnband-Matten gleich das tolle „Scream In The Night“ von der "Scream"-EP aus, bevor mit stimmungsvoller Lightshow das episch-ergreifende „Echoes Of War“ folgte, das wohl keinen der Anwesenden unberührt ließ. Generell darf festgestellt werden, dass das Komma selten bei einer Vorband schon dermaßen gut gefüllt war und die Band auch noch entsprechend gewürdigt und beklatscht wurde, auch der Sound war trotz des knapp bemessenen Soundchecks erstaunlich gut. Das neue „Fire In The Sky“ wurde der Komma-Verantwortlichen Petra gewidmet, danach ging es mit tollen Gitarrenharmonien im besten IRON MAIDEN-Stil und überzeugenden Hi-Screams von Fronter Fabio weiter, bis das ebenfalls neue, an die neue Schnellzug-NWoBHM-Garde (ENFORCER, SKULLFIST etc.) erinnernde „Speed Demon“ die schnelle Seite der Band zeigte und das 30-Minuten Set zu einem vollen Erfolg machen sollte, entsprechende Shirtverkäufe am Merch-Stand sollten diese gelungene Liveleistung später belegen. Setlist: - Riding High - Scream In The Night - Echoes Of War - Fire In The Sky - Liquid Steel - Speed Demon

SOULDRINKER Nach dieser schon sehr gelungenen Vorstellung waren SOULDRINKER gefordert, dem noch einen draufzusetzen. Nach dem Intro folgte allerdings wieder eine solide Live-Vorstellung einer hochmotivierten Band, die erst kürzlich fertig gestellten „The Game Is On“ und „Raise The Flag“ kannte wohl noch keiner der Anwesenden im weiterhin schon überraschend vollgepackten Komma. Das lässige Songmaterial der “Semper Fidelis“-EP stärkte den Rücken und das Selbstvertrauen dieser erst vor kürzerer Zeit formierten Combo, die allerdings allesamt über reichlich Bühnenerfahrung in Bands wie WATCH ME BLEED oder MYSTIC PROPHECY verfügt. Und genau diese Vertrautheit mit den Bühnenbrettern ermöglichte der Band, recht befreit aufzuspielen und dank stimmungsvoller Lichtshow mit ihrem eher moderneren Songmaterial am heutigen Abend nicht nur zu bestehen, sondern auch überzeugen zu können. Frontfrau Iris bestach einmal mehr mit ihrer rauchigen Lee Aaron/Leather Leonie-artigen Röhre, während Gitarrist Markus Pohl breitbeinig das Bang-Tier von der Kette ließ, moderne und fette Riffs zockte und mit Basser Chris immer wieder die Positionen tauschte. Das Backup lieferte Drummer Steffen, der hinter seiner Schießbude für zusätzlichen Druck von hinten sorgte. Die Feuertaufe in Wörgl hatte man ja heuer beim Konzert mit SERENITY absolviert und auch heute überzeugte etwa „Burn The Pact“ mit seinen markanten Gitarrenparts ebenso wie die neue Videosingle „Damn The Machine“. Sehr lässig auch der neue Brecher „Hope Is Gone“ von der noch nicht veröffentlichten „Semper Fidelis II“ EP, das sich zu einem echten Livebringer entwickeln dürfte, obwohl den einprägsamen Refrain „Now You Will Suffer!“ noch kaum einer der Anwesenden mitbrüllen konnte. Naturgemäß steuerte der Gig dem unweigerlichen Höhepunkt zu, der mit „Sixteen Men Of Tain“ auch prompt folgen sollte. Als Special Guest wurde Growler Alex Gindu auf der Bühne begrüßt, der die Nummer trotz des mittlerweile erfolgten (freundschaftlichen) Ausstiegs mit viel Theatralik und mächtiger Grunzbeteiligung absolvierte. Das Publikum beteiligte sich ebenfalls nur zu gern, bevor das „Painkiller“-Cover „Nightcrawler“ samt stimmungsvollem Regen-Intro den 45minütigen, sehr gelungenen und entsprechend bejubelten Gig beschloss. Setlist: - The Game Is On - Raise The Flag - Burn The Pact - Damn The Machine - To All That Is Lost - Hope Is Gone - Sixteen Men Of Tain - Nightcrawler (JUDAS PRIEST-Cover)

Nachdem an selber Stelle bereits vor über eineinhalb Jahren das Wolfpack aufheulte (zum Livereport) - SOULDRINKER-Gitarrist Markus Pohl klampfte damals mit seiner Stammcombo MYSTIC PROPHECY im Vorprogramm - darf ich an dieser Stelle an meine geschätzte Kollegin "Anthalerero" übergeben, die dankenswerter Weise vom Headliner berichtet, zusätzlich findet ihr Fotos von ihr in der Gallerie. POWERWOLF Wegen des an diesem Tag extrem frühen Zapfenstreichs im Komma (um 22 Uhr - sic!), musste Zeremonienmeister Attila Dorn bereits pünktlich um 20:30 Uhr zur metallischen Messe zusammenläuten. Doch den zahlreich erschienen Schäfchen von POWERWOLF in der gut besuchten aber nicht ausverkauften Halle machte das herzlich wenig aus - sind doch Mitglieder des POWERWOLF-Fanclubs schon am späten Nachmittag in vollem Ornat und Kriegsbemalung vor der Halle zu erspähen gewesen. Das Wolfsrudel präsentierte sich trotz der ungewohnt frühen Zeit wie gewohnt spielfreudig, und heizte dem Publikum schon mit den ersten Takten des Openers "Sanctified With Dynamite" ordentlich ein. Das wölfische Brüderpaar Matthew und Charles zog einmal mehr die ihr eigene, immer wieder herrlich anzusehende Posingshow ab, und ließ sich auch vom agilsten Keyboarder der Metalszene, der sich immer wieder am vordersten Bühnenrand tummelte um das Publikum noch weiter aufzustacheln, nicht die Show stehlen.

Auch was den Sound angeht ließ man nichts anbrennen, die Gitarren kamen druckvoll aus den Boxen, die Vocals vielleicht stellenweise ein wenig zu leise, und nur im Zugabenblock schlich sich leichtes Übersteuern ein. Die ausgewogene Setlist zwischen neuen Songs wie "Amen & Attack" und "Kreuzfeuer", sowie den klassischen Live-Granaten der Band ("Raise Your Fist, Evangelist", Saturday Satan"...) ließ kaum Wünsche offen, und auch die launigen Ansagen von Attila trugen dazu bei, dass keine Langeweile aufkam. Nebst eindeutig zweideutigen Erläuterungen zu "Resurrection By Erection" und "Coleus Sanctus", durften natürlich auch die altbekannten Mitsingspielchen, bei denen sich Keyboarder Falk Maria Schlegel wie immer die Seele aus dem Leib brüllte, nicht fehlen. Überhaupt kann man POWERWOLF, gerade was die Kommunikation mit dem Publikum angeht, absolut kein schlechtes Zeugnis ausstellen - Chefwolf Attila geht stets mit humorigen Kontern auf Zwischenrufe aus dem Publikum ein, und sogar auf das Blankziehen einer jungen Dame in der ersten Reihe reagierte er zum Gaudium aller Anwesenden mit augenzwinkerndem "Bedecke dich, mein Kind!". Viel zu früh (und das nicht aufgrund der Uhrzeit) ging die Show dann auch schon wieder zu Ende, und unter "Powerwolf"-Sprechchören verabschiedeten sich die Wölfe nach der obligatorischen Zugabe von der Bühne, vor der sie ein reichlich kaputtes, aber glückliches Publikum zurückließen. POWERWOLF machen, allen Unkenrufen zum Trotz, einfach Spaß - gerade deswegen weil sich die Band nicht so bierernst nimmt wie so manche Vertreter ihres Genres. Und wer davon nicht genug kriegen kann, dem sei gesagt, dass die Wölfe Ende dieses Jahres in Wien noch eine weitere Messe feiern werden. In diesem Sinne: AMEN & ATTACK! [Anthalerero] Setlist: - Sanctified With Dynamite - Prayer In The Dark - Amen & Attack - All We Need Is Blood - Sacred & Wild - Resurrection By Erection - Coleus Sanctus - Kreuzfeuer - Werewolves Of Armenia - Dead Boys Don´t Cry - We Drink Your Blood - Lupus Dei --- - Raise Your Fist, Evangelist - Saturday Satan - In The Name Of God Unser Dank gilt Bernhard Schösser, weitere Pics aller Bands könnt ihr auch HIER sehen.


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