15.04.2014, Arena

Laibach

Text: bender | Fotos: Nephtys
Veröffentlicht am 23.04.2014

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PRONG haben dieses Jahr mit "Ruining Lives" schneller als erwartet wieder eine neue Platte herausgebracht und im Rahmen ihrer aktuellen Tour gastierten sie an einem kühlen Freitagabend auch in der ((szene)) Wien. Vorgruppe waren zunächst die italienischen Alternative-Metaller KLOGR, bei denen die Halle sogar schon relativ gut gefüllt war. Ihre Musik mag anfangs noch einigermaßen unterhaltsam gewesen sein, aber mit der Zeit wurde es dann doch etwas langweilig, da sich die Songs einfach zu sehr ähnelten. Auch das heftige Gepose des Sängers war irgendwann nicht mehr witzig, da sich seine Grimassen und der immer wieder nach oben zeigende Finger andauernd wiederholten.

Von ihren Hardcore-Anfängen auf dem treffend betitelten 1987er Debüt "Primitive Origins", bis zum überaus eingängigen Groove-Alternative-Industrial-Metal von "Rude Awakening" aus dem Jahre 1996 haben sich PRONG stets weiterentwickelt und die damalige Musiklandschaft wurde von ihnen zweifelsohne entscheidend mitgeprägt. Danach löste man sich erst einmal auf, aber Anfang des 21. Jahrhunderts hat Tommy Victor die Band mit neuen Musikern wieder zum Leben erweckt. Von der früheren Innovationsfreude und Genialität ist auf allen seitdem veröffentlichten Alben jedoch rein gar nichts mehr zu spüren. Die Songs wurden nur lauter, heftiger, direkter und auch deutlich banaler. Ein Unterschied, der an diesem Abend dank einer schon beinahe chronologisch zusammengestellten Setlist besonders deutlich auffallen sollte.

Der Einstieg konnte mit zunächst gleich vier Songs ihrer beiden wohl stärksten Alben "Beg To Differ" und "Prove You Wrong" eigentlich kaum besser ausfallen. Unglaublich welche Dynamik immer noch von Songs wie "Beg To Differ" oder "Unconditional" ausgeht. Völlig plump wirkte danach "Eternal Heat", der Opener ihres 2012er Albums "Carved Into Stone", und auch "Ruining Lives", der Titelsong ihrer aktuellen Platte, machte zwischen den beiden Klassikern "Lost And Found" und "Third From The Sun" keine sonderlich gute Figur. Die zweite Hälfte des regulären Sets bestand zur Freude des Publikums dann hauptsächlich aus Nummern ihres Hit-Albums "Cleansing", wobei das Doppel aus "Whose Fist Is This Anyway?" und "Snap Your Fingers, Snap Your Neck" erwartungsgemäß die euphorischsten Reaktion auslösen konnte. Dazwischen war auch noch Platz für eine weitere eher durchschnittliche neue Nummer ("Turnover"), sowie dem wirklich schwachen Titelsong ihres letzten Albums "Carved Into Stone", ehe man sich mit "Power Of The Damager" erstmals von der Bühne verabschiedete.

Die drei finalen Zugaben sollten dann überdeutlich nochmals eine ziemlich exakte Zusammenfassung des gesamten Abends darstellen. Dem etwas holprig dargebotenen "Close The Door" folgte mit "Revenge...Best Served Cold" der gescheiterte Versuch, ihre eigenen Hits aus den 90ern zu kopieren und am Ende konnte "Prove You Wrong" dann doch noch für einen versöhnlichen Abschluss sorgen. Das Publikum schien zwar durchaus zufrieden gewesen zu sein, aber aufgrund der zu starken Qualitätsunterschiede zwischen alten und neuen Nummern fällt der Rückblick auf diesen Abend leider mehr als nur zwiespältig aus.



Setlist PRONG:

1. For Dear Life 2. Beg To Differ 3. Irrelevant Thoughts 4. Unconditional 5. Eternal Heat 6. Lost And Found 7. Ruining Lives 8. Third From The Sun 9. Cut-Rate 10. Rude Awakening 11. Turnover 12. Carved Into Stone 13. Broken Peace 14. Another Worldly Device 15. Whose Fist Is This Anyway? 16. Snap Your Fingers, Snap Your Neck 17. Power Of The Damager Zugaben: 18. Close The Door 19. Revenge...Best Served Cold 20. Prove You Wrong


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