21.06.2014, Altes Kino Landeck, Landeck

WITCHBURNER

Text: Thomas Patsch, Laichster | Fotos: Christoph Marberger
Veröffentlicht am 25.06.2014

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Landeck hatte am heutigen Sonnwendabend (Bergfeuer und so!) wieder mal zu einem Highlight von Underground-Metalfest gerufen, dem in gewohnter Weise neben der lokalen Metalgemeinde ein stattliches Rudel an praktizierenden Metalfans vor allem aus dem Innsbrucker Raum sowie eine Horde an Vorarlbergern gefolgt waren, ein Metalfeuerwerk sondersgleichen abzubrennen. Den lokalen Opening-Act SILIUS, der bei seinem Premierengig eine sehr gute Figur hinterließ (weiter so!), schreibt Kollege Daniel nieder:

SILIUS:
Durfte man zuletzt die HELLMASTERS als Support von EAGLE TWIN (zum Livereport), als musikalische Botschafter der Metal-City Landeck begutachten, so wirft die westliche Metal-Hochburg am heutigen Abend ihre nächste stählerne Ausgeburt an die Frontlinie um den heutigen Abend zu eröffnen und die anwesende Crowd ordentlich auf Temperatur zu bringen. SILIUS bestreiten heute ihren ersten Live Auftritt und auch sonst konnte man von der Band noch nichts vernehmen, so sieht man einer Feuertaufe entgegen von der nur bekannt ist, dass es sich stilistisch anscheinend um Thrash/Groove handeln soll.

21:00 Uhr und nach dem freundlichen, lautstarken Hinweis eines anscheinend der Band näherstehenden und etwas bedrohlich aussehenden 2 Meter Hünen betreten die noch vor der Tür im schönsten sommerlichen Frühabendwetter ihr Bier genießenden Metalheads eilig die Location. Ob sich der hastige Abbruch des Sonnenbades und der Wechsel in den dunklen Innenraum des alten Kinos gelohnt hat, sei im Folgenden berichtet: SILIUS hauen von der ersten Minute an direkt in die der Nahrungsaufnahme zugedachten Gesichtspartien und die vorher erwähnte Bezeichnung der Stilrichtung lässt sich absolut bestätigen. Es wird groovegeladen gezockt und mit speedigen Thrash Riffs abgewürzt, wobei sich Drummer Ralph ordentlich verausgabt und der Mischung den nötigen Druck nach vorne verpasst sowie Bassist Martl mit seinen Lines noch die nötige Coolness abliefert. Fronter Motl brüllt sich derweilen brachial durchs Set und so kommt das gewisse PANTERA - Street Style Gefühl auf. Nummern wie "Tool Of Destruction", "Headcheck Daniels" oder "Message In A Molotov" entwickeln sich zu ordentlichen Nackenbrechern und nach der Aufforderung des Fronters, es mögen doch auch diejenigen nach vorne kommen, die keine Haare mehr am Kopf haben, bewegt sich auch der Verfasser mit seinem Compadre, welcher nur vom seitlichen Haarausfall geplagt ist (in Fachkreisen als Sidecut bekannt) in die vordere Reihe um frühabendlich abzufeiern. SILIUS liefern am heutigen Abend ein energiegeladenes Debüt und reihen sich mit ihrer coolen Thrash - Groove Mischung in die Reihe der starken, lokalen Tiroler Bands ein, von denen man in Zukunft mehr sehen und hören will! Und hiermit verabschiedet sich der Verfasser an die Bar und übergibt die Berichterstattung seinem Kollegen Tom, welcher euch von MANZER und WITCHBURNER berichten wird.
[Daniel Laich]

Sexlist: (Bezeichnung laut Band treffender als "Setlist")
- Joy 8 Pain
- Invictus
- Tool Of Destruction
- Headcheck Daniels
- Pictures
- Evil Monument
- Sick ´n´ Tired
- Message In A Molotov
- Cowboys From Hell

MANZER
MANZER hatten extra den weiten Weg aus Frankreich angetreten, der Tiroler Metalprovinz kräftig in den Allerwertesten zu treten. Entsprechend motiviert ging das Trio denn auch zu Werke. Den immer weiter steigenden Raumtemperaturen trotzend, gab vor allem der singende Drummer Shaxul alles und preßte (neben dem der Doppelbelastung zum Glück zugute kommenden straighten Drumming) auch noch seine Brachialkommandos aus seinen Lungen. Der von unten zum Einsatz kommende Ventilator ließ den Drummer aufgrund des wehenden Haupthaars zudem ziemlich "rockstarlike" rüberkommen. Randnotiz: Eine unter den Anwesenden spontan gestartete, entsprechende Umfrage zum Thema "Bands mit singendem Drummer" brachte neben Phil Collins bei GENESIS und den Tirolern MIDRIFF spontan u.a. AUTOPSY, ABSU und TRIUMPH zum Vorschein. Und apropos straight...schwer punkig droschen die Rumpelthrash-Franzosen einfach geradeaus. So muß das und kleine Underground-Smasher wie "Underage Witch" oder "Hell Zheimer" sorgten spielend für bangende Häupter, zuckende Leiber, erhobene Fäuste und im Takt mitwippende Fortbewegungsorgane. Der Gutteil des kurz und kompromißlos gezockten Materials stammte vom einzigen bislang veröffentlichten Longplayer "Light Of The Wreckers", ansonsten reiht sich die nach einem französischem Grafen im neunten/zehnten Jahrhundert (Ebalus Mancer, genannt "der Bastard") benannte Combo aufgrund der zahlreichen Split- und anderer kleinformatigen Veröffentlichungen in das hier in Landeck gern gebuchte Undergroundprogramm ein. Trotz der minimalischen Dreierbesetzung wollten die Herren aus Frankreich nicht auf ihre Gitarrensoli verzichten, was aufgrund der fehlenden zweiten Gitarre zwar Soundlöcher riß, aber den sympathisch-rumpeligen Charme der Truppe unterstrich. Die geile Bandhymne und ein fixes Cover von SABBAT´s "Darkness And Evil" gönnte der aufgrund der Temperaturen schon recht warmgelaufenen Meute sodann seine verdiente Verdunstungspause. Gelungener Gig, der von den anwesenden Maniacs gebührend abgefeiert wurde. Setlist: - The Death Lantern - Underage Witch - The Metal Side - Prowler From Hell - Le Boufe-Churai - Terroir Squad - Tuour De Draules - Rite Of The Beast - Pictavia - Toralle Mortale - Hell Zheimer - Pictavian Bastards - Manzer - Darkness And Evil

WITCHBURNER
Dem geilen MANZER-Gig sollte jedoch sogleich ein wahrer Thrash-Sturm folgen. Die starken WITCHBURNER enterten kurz vor der Mitternachtsstunde mit "Sermon Of Profanity" die Bühne. Tempo und Stoßrichtung waren somit gleich klar und unmißverständlich vorgegeben. Kompromißloser Oldschool-Thrash Metal, wie ihn die anwesende Meute seit Jahren bzw. Jahrzehnten liebt...schnörkellos, geradeaus, durchschlagekräftig. Ihre Waffenbrüder NOCTURNAL, BLIZZARD und WITCHING HOUR (wie auch IRON KOBRA und PURGATORY) hatten das Alte Kino bereits beackert und die Herzen der treuen und praktizierenden Metal-Fangemeinde, die nicht nur auf ihren Couchen theoretisiert, sondern sich vor der Bühne die Ohren durchputzen läßt, erfreut. Heute hieß es jedenfalls endlich Bühne frei für die Hessen, die Band ließ sich nicht lange bitten und sorgte für eine amtliche Vollbedienung. Unter der Federführung des voller Inbrunst und mit irrem Blick agierenden Sängers Pino fetzte der Fünfer ein amtliches Thrash-Set von der Bühne, das durch entsprechenden Habitus unterstrichen wurde. Vor allem Basser Andy bangte wie ein Tier, während Drummer Felix unablässig von hinten heraus feuerte. Gitarrist Mächel konzentrierte sich auf seine Soloparts, während sich sein Kompagnon und Bandchef Simon Seegel sehr agil zeigte und auf dem Drumriser ebenso wie bei seinen Ausflügen ins Publikum amtlich poste. So muß das, auf der mit mit Sidedrops geschmückten Bühne vereinte sich intensive Bühnen-Action mit dem straighten musikalischen Thrash-Brett.

Die hohen Temperaturen brachten die anwesenden Maniacs gehörig ins Schwitzen, jedoch ballerte die Band ungehemmt ihre Underground-Hits wie etwa das schon recht bald im Set auftauchende, geile "Possession" (vom starken "Bloodthirsty Eyes"-Album). Auch älteres Material wie "Hammer Of Destruction", "Blood Of Witches" oder "Steel Triumphator" gesellte sich ins recht umfassend aufgestellte Liveset. Auch die gleichnamige Bandhymne "Witchburner" wurde gezockt und angesichts der im Saal herrschenden Hitze sah sich so manche anwesende Amazone sprichwörtlich schon ein wenig ankokeln. Doch leider geht jeder lässige Konzertabend einmal zu Ende, aufgrund der nunmehr weit vorgerückten Stunde beendete das Thrash-Kommando mit "Bloodthirsty Eyes" ihren Gig vor den letzten, beinhart ausharrenden Metal-Maniacs, die sich alle schon auf eine Fortsetzung der sich mittlerweile etablierten, wie für eine provinzielle Gegend wie Landeck auch (im Rahmen) rentablen Erfolgsformel freuen! Der heutige Konzertabend war wieder äußerst stark bestückt und zeigte neben dem erwarteten Thrash-Inferno mit WITCHBURNER mit MANZER eine geile Undergroundcombo, aber vor allem mit SILIUS (trotz aller Routine) eine waschechte und hoffnungsvolle Newcomer-Combo, die ihren eingeschlagenen PowerGroove/Thrash-Weg konsequent weiterverfolgen sollte.

Setlist:
- Sermon of Profanity
- Kill - Final Detonation
- Nightbreed - Possession
- Steel Triumphator
- Invisible Violence
- Witchburner
- Grave Desecrator
- Path of the Sinner
- Demonic Warmachine
- Demons
- Hammer Of Destruction
- Blood Of Witches
- Never Surrender
- Hexenhammer
- Possessed By Hellfire
- Blasphemic Assault
- German Thrashing War
- Execute Them All
- Ultra Violence
- Bloodthirsty Eyes

Dank für die Fotos geht an Christoph Marberger, mehr Pics seht ihr HIER


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