04.10.2014, Livestage, Innsbruck

VORTEX - Warriors of Metal

Text: Laichster | Fotos: Laichster
Veröffentlicht am 11.10.2014

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Unter dem archaischen Titel "Warriors Of Metal" präsentieren uns die Veranstalter von Alpine Steel heute Abend in der Innsbrucker Livestage ein weiteres fettes Old School Heavy Metal Package mit Kultfaktor. Stand das Event doch aufgrund der Absagen von JAGUAR und WARRANT knapp auf der Kippe, so freut man sich heute besonders die verbliebenen Krieger des Stahls von der holländischen Classic Institution VORTEX, die Teutonen WIZARD und das belgische Heavy Metal Urgestein KILLER in der Alpenhauptstadt begrüßen zu dürfen und aufgrund des Ausfalls der erwähnten Bands würde es jeweils ein Extended-Set hageln, was dem gierigen Tiroler Langhaar nur recht sein konnte. Bei der Ankunft wurde man wie immer familiär empfangen und der Gang zum gut aufmagzinierten Merchandise-Stand überraschte mit niedrigen Preisen und Schnäppchen für Sammler, dementsprechend wurde auch ordentlich vom Fanvolk zugegriffen und das schon bevor KILLER einen weiteren Abend im Zeichen der Eighties eröffneten.

KILLER:
Die belgischen Heavy Metal Urgesteine zählen zu den ältestenden aktiven Bands des Pommes-Landes und sollten beweisen, dass 35 Jahre Bandgeschichte kein Grund sind sich in die Pension zu verabschieden. 1980 veröffentlichte die Truppe rund um den charismatischen Fronter und Gitarristen Shorty ihr Debüt "Ready For Hell" und 1984 warf man mit "Shock Waves" die Kultscheibe der Bandgeschichte auf den Markt bevor es still um die Band wurde. Anfang der 90er gab es ein kurzes Reunion Intermezzo und erst seit 2001 machen KILLER wieder die Bühnen der Welt unsicher, zwar nicht mehr in Originalbesetzung, doch immer noch mit Gründungsmitglied Shorty an der Front und mit Basser und Rambo Look Alike Jakke, welcher auch bei SOULSTEELER werkt und Drummer Vanne hat sich ein gut eingespieltes Team gebildet.

Die Professionalität sollte auch gleich in voller Wucht präsentiert werden, perfekter Sound und ambitioniertes Stage Acting animieren die sich langsam füllende Livestage, welche sich zum Ende des Sets gut gefüllt haben sollte. KILLER geben derweilen den abgebrühten Anheizer für die heutige Zeitreise und Fronter Shorty spottet sympathisch übers junge Publikum: "Ich habe mein erstes Album veröffentlicht, da haben sich eure Eltern noch nicht einmal gekannt, let´s Party together!" und egal ob jung oder alt, Songs wie das zeitlose "Shock Wave" oder das neuzeitliche "Easy Rider" bringen das Publikum auf Betriebstemperatur, Heavy Metal fungiert wieder einmal als generationenverbindendes Element. Shorty und Jakke tänzeln anschließend noch ihr Solo zum Besten gebend durch die Kuttenträger vor der Bühne und als KILLER sich nach 60 Minuten Old School Leerstunde unter verdienten tosenden Applaus verabschieden wurde empirisch bewiesen, dass belgisches Bier die gealterten Herren Jung gehalten hat und immer noch mit einer Energie auf der Bühne agieren, von der sich so manche Jungspunde einiges abschauen sollten.

WIZARD WIZARD, der altgediente Teutonenstahl beschreitet im Jahre 2014 auch schon sein 25 jähriges Bühnenjubiläum und WIZARD haben sich bei den Liebhabern des epischen Power MetalS zu so etwas wie einem absolute Gourmethappen gespielt. Unvergessen und für ewig im metallischen Geschichtsbuch haben sich Platten wie "Son Of Darkness" oder "Bound By Metal" ihren Ehrenplatz gesichert und heute gibt es eine der eher spärlich gesäten Machtdemonstrationen der Nord Rhein Westfälischen Krieger zu sehen.

Nach mächtigen Intro bläst man mit "Midgards Guardian" gleich zu Beginn den Metal Maniacs die letzten Gehirnzellen aus dem Headbangerschädel, hier passt einfach alles, drückender Sound, heroisch agierende Band und Vocaist Sven D´Anna zereißt die stickige Luft mit seinen Power Screams - Keine Faust bleibt hier gelangweilt in der Hosentasche! Die Haare fliegen und "The Hall Of Odin" verwandelt die Location in einen Kriegerchor und als mit Verweis auf das Legendäre DeMaio/Götz Interview "We Won´t Die For Metal" angekündigt wird kocht die Stimmung, wenn wunderts, gibt es hier doch gerade eine Vollbedienung abzuholen die ihres gleichen Sucht. Mit "Hammer Bow Axe and Sword" werden endgültig die letzen Schädel gespalten und der Nacken gebrochen und als "Defenders Of Metal" als krönender Abschluss ertönt, strömen selbst die letzten ruhig gebliebenen Richtung Stage und Stimmen in die zeitlose Hymne ein. WIZARD haben eine Machtdemonstration sondergleichen abgeliefert und sich gleichzeitig als die erdig bodenständige Band präsentiert die man über die Jahre lieben gelernt hat und nach dem Auftritt geht es mit der Truppe munter am Merchandise-Stand und der Bar weiter, während VORTEX den Abend besiegeln werden.

Setlist:
- Midgards Guardian
- Betrayer
- Bluotwarves
- The Hall Of Odin
- Dark Wings
- We Won´t Die For Metal
- Messenger Of Death
- Thors Hammer
- Children Of The Night
- In The Sign Of The Wizard
- Enemy Die
- Hammer Bow Axe and Sword
- Defenders Of Metal

VORTEX:
Seit 1982 im Business und im Jahre 1986 veröffentlichten VORTEX mit "Open The Gate" eine der essentiellen Scheiben des 80er Metals, inklusive einem der grottigsten Videoclips aller Zeiten (zu "Open The Gate" on Youtube) zum Titeltrack mit dementsprechenden Kultfaktor und verabschiedeten sich kurz darauf von der Sichtfläche. Erst Anfang des neuen Jahrtausends tauchten die Belgier um Fronter Jufjen Tichelaar wieder aus der Versenkung auf und legte noch einmal drei Full Length Alben nach, wobei hier gerade "Welcome To Metalland" hervorsticht und große Klasse bewies, dementsprechend freut sich so mancher 80er Fetischist und Underground Liebhaber über den Besuch der Holländer im Tiroler Lande.

Im Laufe des Auftritts wurde man jedoch etwas zwiegespalten zurückgelassen, Vocalist Tichelaar ist nicht mehr der Jüngste und demenstprechend scheint die Stimme gelitten zu haben, was auch zu verkraften und verständlich ist, doch ist man über weite Strecken des Sets auch nicht gerade mit dem instrumental ansprechenden Soundbild gesegnet welches man sich wünschen würde. Die Band gibt sich bemüht und Fronter Tichelaar mit seiner an Batmans legendären Gegner, den Pinguin erinnernder Gesichtsbemalung und dem Nietenstirnband gibt dazu ein irgendwo zwischen kompromisslosen Klischee und amüsant wirkenden Anblick dar. Man schafft es auch hier und dort einem Song doch noch das passende Klangbild zu verpassen, doch sind über weite Strecken die asynchronen Gitarren und der viel zu laute Bass übermächtig, doch man will es der Kombo verzeihen, so bekommt man doch auch unglaublich fette Schmankerln wie "Eat Your Heart Out", "The Beauty and The Teeth" und natürlich das unverzichtbare "Open The Gate" präsentiert. So war nun leider nicht alles Gold was glänzt und man hätte sich von VORTEX vielleicht doch eine bessere Leistung erwartet, doch 35 Jahre on Stage sind kein Leichtes und dies ohne Qualitätsverlust zu absolvieren schaffen eben nur die Wenigsten.

Setlist:
- Gotta Get Away
- Welcome To Metalland
- Nightliner
- The Beauty And The Teeth
- Eat Your Heart Out
- Drink Bat Blood
- Attracted To Fire
- Heavy Metal Is King
- The Curse
- Babylon Flashback
- Land of The Late
- Open The Gate
- Rollin´ To The War
- With Witches Help
- Windows Crashin´ Bats

Als Gewinner des heutige Abends dürfen sich eindeutig WIZARD mit ihrer gnadenlos fetten Machtdemonstration betrachten und auf der Aftershow wird wie bei Alpine Steel Veranstaltungen übliche mit den Musikern bis spät in die Nacht das ein oder andere Bier gekippt und schon am 01.11.2014 werden uns Alpine Steel mit WHIPSTRIKER, FARSCAPE und APOKALYPTIC RAIDS unter dem Titel "Brazillian Overkill" den nächsten Pflichttermin zum kollektiven Schädelwackeln im heiligen Metal-Land Tirol bieten.

Thx für die pics an Christoph Marberger! Weiter Fotos könnt ihr in der Galerie zum Event sehen.


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