15.10.2014, Rockhouse

EQUILIBRIUM + TROLLFEST + NOTHGARD

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 27.10.2014

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Auf Party gebürstet waren die Besucher des Auftritts von EQUILIBRIUM in der salzburger Rockhouse-Bar. Im Verband mit TROLLFEST und NOTHGARD versprach der Abend eine feine folkloristisch-metallische Gaudi zu werden - und die Erwartungshaltung erwies sich dann auch als keinesfalls zu groß! Einziges Manko des Abends (mal wieder) die Besucheranzahl - eine gerade einmal halb volle Bar bestärkt die Veranstalter nun auch nicht gerade darin wieder vermehrt auf harte Kost zu setzen. Wo sind die ganzen Leute die nach mehr Konzerten schreien, wenn dann einmal welche stattfinden?!

Eröffnungsact des Abends waren

NOTHGARD

, die den Zuschauern gleich einmal ordentlich einheizten. Musikalisch hauptsächlich an eine Mischung aus hymnischen BLACK MESSIAH und CHILDREN OF BODOM erinnernd, jedoch mit eher moderner orientiertem Gesang, kamen die Bayern ziemlich gut an. Da wurden zu Songs wie "Victory" gleich einmal ordentlich die Haare geschüttelt, und so mancher Bierkrug euphorisch gen die niedrige Decke der Bar gereckt - fallweise auch aus Versehen an der Decke zerschmettert. Überraschend allerdings die Besetzung von NOTHGARD - kein Keyboarder, ein Gitarrist weniger, und auch am Bass schien es eine Personalrochade gegeben zu haben. Zu lesen war darüber nirgends etwas, deswegen gab es wohl so einige verdutzte Gesichter im Publikum. Der Performance tat das aber keinen Abbruch, NOTHGARD zockten sich mit Elan durch ihr etwas mehr als halbstündiges Set und konnten amtlichen Applaus einheimsen.

Setlist:

(Ohne Gewähr!) Age of Pandora Warhorns of Midgard Under the Serpent Sign Victory Blackened Sky In Blood Remained Ragnarök

Solcherart gut vorbereitet, freute sich das Publikum bereits auf den Auftritt der Norweger von

TROLLFEST

. Acht Mann hoch erklommen die kleine Bühne in der Rockhouse-Bar, und hatten anfangs echte Mühe mit den beengten Platzverhältnissen. Immerhin musste zusätzlich zu den Musikern auch noch einiges an Equipment in Form von zwei zusätzlichen Percussion-Sets untergebracht werden. Doch TROLLFEST nahmen die ungünstigen räumlichen Umstände gelassen, und rückten eben etwas näher zusammen. Begeisterung und Spaß sprühte den Norwegern aus allen Poren, und griff auch sofort aufs Publikum über. Da wurde zu der exorbitant-extravaganten Geräuschkulisse in der Bar ordentlich abgefeiert - es wurde getanzt und die Mähnen geschüttelt als gäbe es kein Morgen. Man mag zu den schrägen Norwegern, ihren Outfits und ihrer stets am Rande des Chaos tanzenden Musik stehen wie man will - musikalisch können diese Verrückten wirklich was! Sieben- und achtsaitige Gitarren, Violine, Akkordeon und alle Arten von Schlagwerk - das bunte, anarchisch wirkende Konglomerat lieferte einen perfekten Partysound, den man am besten als norwegische Variante der Guggamusi bezeichnen könnte. Komplett verrückt, aber irgendwie doch genial! Einzig die rohe akustische Kraft der diversen Percussion-Instrumente war schon ein Bißchen zuviel für die kleine Location - direkt vor der Bühne war die Lautstärke dann doch schon grenzwertig. Aber TROLLFEST lieferten eine dreiviertel Stunde Spaß, der auch mit entsprechend lautem Applaus goutiert wurde. Die Norweger brauchen aber eindeutig wieder eine größere Bühne!

Eineinhalb Stunden hatten dann EQUILIBRIUM (mit dem aktuellen Album "Erdentempel" im Gepäck) zur Verfügung, die sie auch für ein ausladendes Set nutzten. Für Gitarrist Dom R. Crey (seines Zeichens auch Fronter der Supportgruppe NOTHGARD, und überdies auch bei WOLFCHANT aktiv) war das somit schon der zweite Arbeitseinsatz an diesem Abend. Und das Gleiche jeden Abend auf der kompletten Erdentempel-Tour - Respekt! EQUILIBRIUM boten mit ihrer Setlist einen bunten Querschnitt durch ihre Veröffentlichungen, klarerweise mit dem Hauptaugenmerk auf die aktuelle Scheibe. Aber auch die älteren Sachen kamen nicht zu kurz - so konnte man sich zB über "Wingthors Hammer" vom ersten Album "Turis Fratyr", sowie "Unbesiegt" vom Nachfolger "Sagas" freuen. Keinesfalls fehlen durfte natürlich "Met" in Verbindung mit dem aktuellen "Wirtshaus Gaudi", das die Partystimmung beim Publikum sowie den Bierkonsum ordentlich anheizte. Wer von der Musik alleine noch nicht genug in Stimmung kam, dem wurde auf der Bühne auch optisch so einiges geboten. Neben massig wirbelnden Haaren gab es nicht nur g'standene Mannsbilder für die Damen im Publikum, sondern auch noch den auf den Namen Jen Majura (ua. KNORKATOR) hörenden Blickfang am Bass, der so einigen männlichen Besuchern den Abend versüßte. Doch man sollte nicht den Fehler machen die Dame am Langholz auf ihre optischen Vorzüge zu reduzieren, da ist auch musikalisch mächtig was los! Gut eingespielt holzten sich EQUILIBRIUM durch ihr umfangreiches Set, und verstanden es das Publikum in der Rockhouse Bar richtig mitzureißen. Auch am Sound gab es kaum etwas auszusetzen, lediglich die Samples kamen einige Male ein bißchen zu leise an, aber da würde am falschen Ort gemeckert. Super wars, das hört man sich doch gerne wieder an...



Setlist:

- Ankunft - Was Lange Währt - Waldschrein - Freiflug - Unser Flöten Klang - Wirtshaus Gaudi - Met - Skyrim - Wingthors Hammer - Karawane - Der Ewige Sieg - Wellengang - Apokalypse - Unbesiegt - Blut Im Auge - Aufbruch


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