07.02.2015, Altes Kino Landeck, Landeck

DESASTER

Text: Laichster | Fotos: Laichster
Veröffentlicht am 13.02.2015

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Des Verfassers Intention eine Schreiberkarriere bei Stormbringer zu beginnen war es von Anfang an seine lokale Szene zu unterstützen, Bands wie Veranstalter und so freut es einen Verkünden zu dürfen, dass man die Landecker Metalfreaks des Vereins Rock Inn seit Beginn ihrer Veranstaltungsreihe mit MORTICIAN (zum Livereport) Anfang 2013 im alten Kino Landeck unterstützt hat und stets für Support und Live-Berichterstattung garantiert hat, egal ob es sich jetzt um lokale Garagenbands oder kultige Underground Acts handelte wie zuletzt mit FLESHLESS und PROFANITY (zum Livereport). Doch vorbei sind die Tage an denen sich Rock Inn mit kleinen Fischen im Teich des Metalbusiness begnügt, am heutigen Abend hat man einen blutrünstigen Haifisch an Land gezogen, kein geringerer als die Kulttruppe DESASTER werden heute Tirols Metalcity zu Ehren des Gehörnten in Schutt und Asche legen, eine Lehrstunde für alle Black-Thrash Jünger von den bis heute kompromisslosen Begründern des Genre persönlich abgegeben. Waren als Support nebst den Lokalmatadoren SILIUS, welche erst kürzlich ihren ersten Output "DEMOn" (zum Review) der Metalwelt präsentierten auch die Innsbrucker Crossover-Thrash Macht INSANITY ALERT geplant, die eine ihrer energiegeladenen Shows abliefern sollten, mussten leider die vom Wahnsinn gebissenen Maniacs ihren Auftritt aufgrund einer Erkrankung ihres Oberfreaks und Fronters Heavy Kevy absagen und auch REAPERS CALL Basser Urban, der nach dem Verlust seiner Gesichtsbehaarung der eineiige Zwilling von Blind Guardian Goldkehle Hansi Kürsch sein könnte, ließ sich nicht überreden ein spontanes Intermezzo aus Klassikern der Ringkrieger zum Besten zu geben, man lässt sich durch diesen Wehrmutstropfen jedoch nicht den Abend verderben und blickt einer brachialen Nacht voll puren Metals und dem Spirit des kultbeladenen Brachialgebolzes mit Absolutheitsanspruchs entgegen.

SILIUS:
SILIUS haben heute eindeutig den Heimvorteil auf ihrer Seite, für einen Opener untypisch füllt sich das alte Kino schon mit Beginn der Show bis zu den letzten Reihen um dem Fünfer, welcher sich dem Thrashgroove verschrieben hat, bei seinem Heimspiel die Ehre zu erweisen. Die Musiker haben in der Verganghenheit schon bewiesen, dass sie ein Garant für eine energiegeladene Bühnenperformance sind bei der es ordentlich aus den Boxen schnallt. Aggressionsabbau ist eines der Leitmotive von Fronter Mottl, wie er uns im Stormbringer-Interview verriet und dementsprechend brüllt sich das Bergviech an den Vocals auch durchs Set, welches heute mit "Sick ´n´ Tired" gleich zu Beginn ordentlich Ärsche tritt.

Der eindeutige Sieger des heutigen Auftritts ist Drummer Ralph, um Kollegen Patsch zu zitieren: "Der Ralphi tackert heute alles nieder" und genau so ist es, was einerseits ein großer Pluspunkt der Band ist und anderseits auch zu einem Kritikpunkt des heutigen Auftritts führt, wirken die Drums doch stellenweise heute zu dominant im Gegensatz zum Rest der Band, welche sich im Stageacting profiliert und trotzdem sicher ihre Instrumente quält, doch was solls, das Publikum lässt sich durch solche Kritiker-Nörgeleien nicht den Spaß verderben und der vorderste Bereich des alten Kinos verwandelt sich dem Alterschnitt der dort verweilenden Metalheads geschuldet in eine Kindergarten-Hüpfburg, welche zum Ende des Auftritts auch noch die Bühne entern und dort für ungeplantes Chaos sorgt. Doch der Spaß steht hier eindeutig im Vordergrund, die älteren Semester stehen dann doch eher an ihrem Bier nuckelnd in sicherer Entfernung zum Geschehen an der Front. Mit "Immortalize" und "Mokkademon" bekommt man auch noch zwei brandneue Songs präsentiert die nebst den auf dem Demo vertreten Songs wie "Joy And Pain" und "Message In A Molotov" jetzt schon Lust auf die in Aussicht gestellte Albumproduktion machen. Des Schreiberlings persönlicher Konsultant für angeblacktes und satanistisches Geprügel Professor Possessor sieht das alles ein wenig anderst und verdreht die Augen aufgrund der Kompositionen, SILIUS grooven einfach zu viel für die primär durch DESASTER angelockten Krawall-Puristen doch den Fun-Faktor können auch diese der Band nach hitziger Diskussion nicht absprechen und für die Berichterstattung über den heutigen von eben jener Spezies verehrten Headliner übergebe ich das Wort an unseren Stormbringer Experten in Sachen Okkultismus und Black-Thrash Gebolze David "Persekutor" Gappmaier welcher sich die volle DESASTER Ladung Front-Row verpassen ließ.

Sexlist:
- Sick ´n´ Tired
- Invictus
- Immortalize
- Joy And Pain
- Tool Of Destruction
- Mokkademon
- Headcheck Daniels
- Evil Monuments
- Message In A Molotov

DESASTER:
Mit „Satan's Soldiers Syndicate“ begann der brachiale Abend, an dem DESASTER ihre Live-Magie versprühen sollten. Die ersten Reihen wurden traditionellerweise von Kuttenträgern gefüllt und obwohl das Konzert nicht schlecht besucht war, so gab es trotzdem einige lichte Stellen. Davon ließen sich die vier Koblenzer aber nicht sonderlich einschüchtern. Inferno zauberte wieder einmal mit nur einer Gitarre die große Atmosphäre von Desaster auf die Bühne, die Vocals waren bissig wie immer und man merkte DESASTER ihre Spielfreude einfach an. Leider gab es soundtechnisch trotzdem einige Mängel. Vielerseits wurde kritisiert, dass der Gesang etwas zu leise war, der Bass knarrzte ganz schön und generell hätte das Verhältnis Gitarre-Bass etwas runder sein können.

Diese Mängel wurden aber durch eine sehr ausgewogene und durchdachte Setlist wieder kaschiert. Bereits die zweite Nummer, „Devil's Sword“ war ein absoluter Klassiker und auch die großen Hits „Sacrileg“, „Teutonic Steel“, „Metalized Blood“, „Tyrants of the Netherworld“ und viele mehr, erfreuten ein jedes Fan-Herz. Ein weiteres Schmankerl war die brandneue Nummer „The Cleric's Arcanum“, ein sehr thrashiger Song, der auch beim Publikum recht gut ankam. Und wo wir uns gerade so durch Klassiker und andere Songs durchwühlen: Es ist immer wieder schön zu sehen, dass eine Band wie DESASTER, die bekanntlicherweise ihren Fans sehr nahe steht, für diese auch mal einige obskurere Songs ausgräbt. In diesem Fall war es speziell „Witchcraft“ von der grandiosen „Fog Of Avalon“-Demo. Ebenso überzeugend war das RAZOR Cover des Klassikers „Cross me Fool“, welches die Songauswahl perfekt abrundete.

Eine kleine Anekdote gibt es sogar auch noch zu erzählen: Inferno bekam an diesem Abend seine neue Gitarre. Dabei handelte es sich um die Auftragsarbeit eines Oberösterreichers, der unter anderem an der Organisation von „Death Over Efferding“ beteiligt ist. Natürlich wurde die Klampfe auch gleich benutzt und dabei verabschiedeten sich DESASTER mit dem großartigen „Necropolis Karthago“.

Setlist:
- Satan's Soldiers Syndicate
- Devil's Sword
- Splendour of the Idols
- Sacrilege
- Ghouls to Strike
- Tyrant of the Netherworld
- Nighthawk
- Teutonic Steel
- The Cleric's Arcanum
- Phantom Funeral
- Hellbangers
- Cross me Fool (RAZOR Cover)
- In a Winter Battle
- Metalized Blood
- Witchcraft
- Necropolis Karthago

[David Gappmaier]

Rock Inn haben mit dem heutigen Aufgebot ein glückliches Händchen bewiesen, der Abend darf jetzt schon als eines der Brachial-Highlights des Konzertjahres 2015 bezeichnet werden und Rock Inn steht schon mit neuen Projekten in den Startlöchern, welche die Messlatte wieder ein Stück höher setzen wird, Stormbringer wird die Metalfreaks auch weiterhin ordentlich supporten und wie gewohnt der Leserschaft berichten wenn es wieder heißt: Landeck, Metalcity Tirols!

Thx für die pics geht an Christoph Marberger! Weiter Fotos könnt ihr in der Galerie zum Event einsehen.


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