Nach langer schwerer Krankheit

DRAHDIWABERL: Stefan Weber ist tot

Text: adl
Veröffentlicht am 08.06.2018 um 10:10 Uhr

Stefan Weber, Mitbegründer der legendären Wiener Rockband DRAHDIWABERL, ist tot! Der 1946 geborene Musiker und ehemalige Lehrer hatte sich bereits vor mehreren Jahren aufgrund einer Parkinson-Erkrankung aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Die Kultband DRAHDIWABERL wurde 1969 als Coverband gegründet, die unter anderem Songs von LED ZEPPELIN oder THE BEATLES in deutscher Sprache interpretierte. Etwa ab Mitte der 1970er Jahre begann man damit, eigene Songs zu schreiben. Die Band inszenierte ihre Auftritte stark politisch und provokant und wurde bald ihrem Ruf als "Österreichs wildeste Band" gerecht. Zuseher wurden mit abgelaufenen Nahrungsmitteln beworfen, nicht selten passierte es, dass Auftritte in Gruppensex-Orgien ausarteten. Zahlreiche Hausverbote, Verhaftungen und Gerichtsverfahren waren die Folge, was wiederum trotz ORF-Boykott den Bekanntheitsgrad der aktionistischen Rockband steigerte. Bei einem Auftritt im New Yorker Palladium sorgte DRAHDIWABERL für einen internationalen Skandal, als sie einen Gangbang organisierten, bei dem die Beteiligten Masken namhafter Politiker trugen.

Stilistisch bewegte sich die Band in einer groben Schnittmenge aus Psychedelic Rock, Punk, Jazz und Heavy Metal mit zahlreichen Elementen aus Pop, Schlager und Chanson.

Bekannte Musiker wie Falco, Jazz Gitti oder "Sextiger" Chris Bauer starteten ihre Karrieren bei DRAHDIWABERL. Gemeinsam mit dem Kaberettisten Lukas Resetarits erreichte Stefan Weber mit "Lonely" sogar die Spitze der Österreichischen Charts.

2005 wurde Stefan Weber für sein Lebenswerk mit dem Amadeus Austrian Music Award ausgezeichnet.

Stefan Weber hinterlässt als respektloser Rock-Revolutionär eine Lücke, die nicht mehr gefüllt werden kann. Er war der letzte seiner Art.

Wir verbeugen uns vor dir - Du wirst uns fehlen, Stefan!
Mulatschag forever!

Fotocredits: Franz Hausner

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