Human Fortress - Raided Land

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VÖ: 29.11.2013
Bandinfo: Human Fortress
Genre: Power Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Sie waren immer schon ein bisschen ein Geheimfavorit von mir, die hannoveraner Epic-Metaller von HUMAN FORTRESS; leider konnten die Jungs nicht zuletzt auf Grund einer recht bewegten Bandhistorie trotz guter Releases nie wirklich festen Fuß in der internationalen Metal-Landschaft fassen. Kultstatus genießen dabei bei mir - wie bei den meisten Fans - vor allem die ersten beiden Alben "Lord of Earth and Heaven's Heir" und "Defenders Of The Crown", die mit eingängigen Melodien abseits der typischen Powermetal-Klischees und der charismatischen (gerade weil nicht perfekten) Stimme von Sänger Joti Pararchidis punkten konnten. Nach dessen Ausstieg gab es dann jedoch mit "Eternal Empire" und Carsten Frank am Mikro eine stilistische Neuausrichtung (man könnte es auch Anbiederung nennen) an den damals recht populären Powermetal-Stil amerikanischer Prägung, wie ihn BRAINSTORM, ICED EARTH und NEVERMORE zelebrierten, ohne freilich deren Härtegrad zu erreichen oder auch die melodischen Wurzeln ganz zu verlassen - allerdings wurde "Eternal Empire" in Fan-Kreisen nicht unbedingt mit Wohlwollen aufgenommen.

Mit "Raided Land" wollen HUMAN FORTRESS aber jetzt noch einmal zurück an den Start, haben die käsigen Keyboards wieder aus dem Kasten geholt, und mit Gus Monsanto den dritten Sänger der Bandgeschichte an Bord. Der - bei mir bislang auf Grund der enttäuschenden und teilweise einfach schlechten REVOLUTION RENAISSANCE-Aufnahmen nicht unbedingt in hoher Gunst gestanden - liefert aber auf "Raided Land" die wohl beste und facettenreichste Performance seiner Karriere ab, und passt hervorragend zum wieder melodischeren Songmaterial der Band; eine gelungene und glückliche Wahl, die HUMAN FORTRESS wieder beste Chancen für einen starken Neuanfang bietet.

Leider können die stolzen dreizehn Songs des Albums nur bedingt überzeugen: Nebst abgedroschenen und tausendfach genutzten Songtiteln ("The Chosen One", "Evil Curse", "Wasted Years" und tatsächlich "Guard The Blind") können auch die Melodien nicht immer mitreißen. Das natürlich auf Hit getrimmte "Gladiator Of Rome, Part 2" als Follow-Up zum Fan-Favoriten vom "Defenders Of The Crown"-Album kann dabei noch am ehesten den Geist der Frühwerke einfangen und mit ebenso epischem wie eingängigen Refrain punkten; dagegen wartet die erste Single "Wasted Years" mit unsäglichen Keyboard-Sounds auf und präsentiert sich auch eher als langweiliger Track mit eintönigem Refrain - ob das die beste Wahl für eine Singleauskopplung war, wird abzuwarten sein. Mit "Gladiator" ist übrigens auch der Höhepunkt des Albums erreicht, die folgenden Songs plätschern Großteils in Mittelklasse-Regionen dahin, ohne sich jemals gleich gadenlos im Gehörgang einzufräsen.

"Raided Land" ist mit Sicherheit kein schlechtes Album geworden, und auch definitiv das bestklingendste der Bandgeschichte - und so begrüße ich den Regress zu den musikalisch früheren Stunden von HUMAN FORTRESS, erhoffe mir aber für die Zukunft noch zwingendere Kompositionen und die eine odere andere Granate der Marke "Border Raid in Lions March" oder "Dragon's Lair". "Raided Land" sollte Fans der ersten beiden Alben absolut gefallen, für DAS Power Metal-Highlight des Jahres reicht's diesmal aber (noch) nicht ganz.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (25.11.2013)

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