Stepfather Fred - Raise Our Flag

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VÖ: 04.04.2012
Bandinfo: STEPFATHER FRED
Genre: Heavy Rock
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Wenn man sich das schicke Digipack, in dem das aktuelle Album "Raise Our Flag" der Band STEPFATHER FRED steckt, anschaut, vermutet man vielleicht nicht unbedingt, dass man mit den nächsten zehn Songs eine geballte Ladung Rock 'n' Roll um die Ohren geblasen bekommt. Das ist allerdings der Fall, denn die Recken aus Süddeutschland wissen, wie zeitloser harter Rock zu klingen hat.

Dabei macht schon der Opener "Kill", der mit einer Sleaze-Rock-Attitüde daherkommt, richtig Spaß. Beim Einsetzen des Gesangs von Sebastian Schuster, der in der Tat ein wenig nach Lemmy Kilmister (MOTÖRHEAD) klingt, kann man sich vorstellen, dass die Mucke nicht für den nächsten Kindergeburtstag taugt. Hier wird Bier verschüttet und die verqualmte Bude gerockt, bis der Arzt kommt. Spaß beiseite, STEPFATHER FRED müssen sich hinter Genrekollegen nicht verstecken und schauen dabei in Richtung MOTORJESUS, PRESIDENT EVIL oder THE NEW BLACK. Dass STEPFATHER FRED wissen, wie der Hase zu laufen hat, beweisen sie auch durch zahllose Auftritte, u.a. mit BILLY TALENT, PRO-PAIN, THE SORROW oder BIOHAZARD.

Nach dem coolen Opener geht es weiter mit "Love", welches überraschenderweise ziemlich brutal daherkommt und so gar keine romantischen Gefühle aufkommen lässt. Das Stück bietet einen sehr eingängigen Refrain, wobei STEPFATHER FRED es bei fast all ihren Tracks schaffen, diese recht schnell in dem Gehörgang zu verankern. In Sachen Songwriting haben die Mannen demnach schon mal alles richtig gemacht. Wer jetzt allerdings gedacht hat, dass es sich bei allen zehn regulären Songs um Uptempo-Nummern handelt, der stolpert vielleicht über vermeintlich ruhigere Songs wie "Slut II" oder "Silence". Allerdings lässt sich dieser Eindruck, zumindest bei "Slut II", widerlegen, denn das Stück wird ab dem letzten Drittel ziemlich deftig.

Es folgen weitere starke Tracks wie "Cocaine" (Riffs! Riffs! Riffs!), "Bavarian Balls" oder das coole "Torn". Am Ball zu bleiben lohnt sich also vom ersten Takt an. Ein kleines Manko gibt es in Sachen Sound festzustellen. Nein, auch wenn es sich um eine Eigenproduktion handelt, kann man nicht wirklich meckern. Allerdings kommen die geilen Gitarrenläufe bei höherer Lautstärke nicht so ganz klar heraus, wie man es sich vielleicht gewünscht hätte. Und bei einem Song wie "Torn", rumpelt das Schlagzeug etwas zu sehr. Abzug in der B-Note.

"Raise Our Flag" ist ein tolles Heavy-Rock-Album geworden, mit dem STEPFATHER FRED weit mehr als eine beachtliche Leistung erbracht haben. Da die Band bereits so einige Gigs gezockt hat, wäre es wünschenswert, wenn sie mit dem Album im Gepäck wieder mit einer größeren Band auf Tour gehen könnten. Denn "Raise The Flag" macht keine Gefangenen und wird so einige Rocker auf seine Seite ziehen können. Klasse!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Ingo Nentwig (30.11.2013)

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