Helloween - Keeper of The Seven Keys III, The Legacy

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VÖ: 28.10.2005
Bandinfo: HELLOWEEN
Genre: Power Metal
Label: SPV / Steamhammer
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Lineup  |  Trackliste

Nach wie vor gelten beide Teile von "Keeper of The Seven Keys" als die Referenzalben des melodischen Power Metal schlechthin. Bis heute müssen sich Bands dieses Genres an diesen beiden Ausnahmewerken messen lassen. HELLOWEEN haben sich damit Mitte der Achziger nicht nur sehr zeitig ihr eigenes Denkmal gesetzt, sondern gleichzeitig auch eine sehr hohe Latte gelegt, die sie selbst nie wieder übertreffen konnten. Die Überraschung war gross, als vor ein paar Monaten bekannt wurde, dass die Nachfolge des mittelmässigen "Rabbits Don´t Come Easy" den Namen der unerreichtenMeisterwerke tragen sollte - "Keeper Of The Seven Keys". Zusatz: "The Legacy" - das Erbe.

Dass dieses Erbe ein schwieriges sein würde, war wohl nicht nur den beiden verbliebenen Originalmitgliedern Markus Grosskopf und Michael Weikath klar. Immerhin geht es hier nicht um irgendein Album, sondern um das Verbraten eines der legendärsten Albumtitel im Metalzirkus überhaupt. Die Kürbis-Banger setzen alles auf eine Karte und tun das einzig logische: sie treten die Flucht nach vorne an, und veröffentlichen zwar nicht das beste Album ihrer Karriere, aber immerhin das beste HELLOWEEN Album der vergangenen 17 Jahre. Andi Deris holt das beste aus seiner Stimme heraus und gefällt mir auf dieser Scheibe so gut wie nie zuvor. Besonders hervorzuheben ist allerdings die Gitarrenarbeit des Duos Weikath/Gerstner, die mehr als einmal für einen echten Hinhörer sorgt. Das Songwriting selbst steht dem Original prinzipiell nur marginal nach, auch wenn sich die Behauptung aufdrängt, dass einzelne Passagen wie 1:1 abgekupfert klingen.

Eine objektive Bewertung abzugeben, fällt hier aussergewöhnlich schwer, da "The Legacy" ein abwechslungsreiches, druckvolles Doppelalbum mit gelegentlichen Ausfällen (an "Mrs. God"kann man sich nur schwer gewöhnen) geworden ist. Hier haben wir es mit einem Album zu tun, das man liebt oder hasst, dazwischen gibt es kaum Raum. Reinhören sollte man also auf jeden Fall mal.

Warum allerdings die beiden, mittlerweile nicht mehr ganz leicht erhältlichen "Keeper"-Scheiben bei dieser sich geradezu aufdrängenden Gelegenheit nicht als remasterte Version neu aufgelegt werden, bleibt zumindest für mich ein ganz grosses Rätsel...



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: adl (21.10.2005)

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