FEARED - Vinter

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VÖ: 22.11.2013
Bandinfo: FEARED
Genre: Melodic Death Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

FEARED, diese nimmermüde All-Star-Combo rund um den ehemaligen SIX FEET UNDER- und frischgebackenen THE HAUNTED-Klampfer Ola Englund kickt mit dem betont frostig betitelten „Vinter“ jetzt tatsächlich schon das vierte Studioalbum in ebenso vielen Jahren aus dem Keller – wohlwissend, dass sämtliche Mitglieder des Quartetts in durchaus honorigen Bands ihr Werk verrichten und dabei sicher nicht gerade vor Langeweile darben. Da Name Dropping mittlerweile zum guten Ton gehört, seien als direkte Referenzen DEMONOID, BATTLECROSS, DYING FETUS, HATE ETERNAL und CLAWFINGER genannt. Mit all den Genannten haben FEARED wenig gemeinsam, aber wer sich an meine doch recht hymnische Kritik an „Furor Incarnatus“ vor wenigen Monaten erinnern kann weiß, dass oft die besten Bands ohne Label dastehen.

Englund hat diesen Weg aber weitestgehend selbst gewählt – warum auch nicht? In vertriebstechnisch schwierigen Zeiten kann man auch mit geschickter Eigenpromo seine Schäfchen ins Trockene bringen. Vor allem, wenn auch die musikalische Leistung passt, denn „Vinter“ klingt keineswegs schlechter oder müder als der direkte Vorgänger und dass sich songwriterische Parallelen nicht vermeiden lassen ist jetzt wahrlich kein Einzelproblem aus Stockholm. Vielmehr sollte man die Qualitäten von FEARED anerkennen, die da heißen: blitzblanker Sound, Melodieverliebtheit und Mut zur Moderne. Jawohlja, richtig gehört. Auch wenn mir die Vollzeit-Puristen dafür wohl gerne die Schandzunge aus dem Maul reißen würden, ist genau die Schräglage zu SCAR SYMMETRY oder auch SOILWORK hier Trumpf.

Songs wie „Mass Destruction“, „Hate Is Everything“ oder „Invidia“ – die meiste Zeit im knackigen Highspeed vorgetragen – lassen aber dennoch genug Old-School-Feeling einfließen, um auch die toleranteren Melodic-Elchtod-Liebhaber der älteren Generation zufrieden zu stellen. Die von Ola prognostizierte dunkelatmosphärischere Herangehensweise im Vergleich zum Vorgänger lässt sich schlüssig nachvollziehen, dass CLAWFINGER-Bassist Jocke Skog als aktuellste Line-Up-Verstärkung zudem noch mehr Feuer unter die Musiker-Ärsche gebrannt hat, versteht sich auch von selbst. So bleiben FEARED ihrem kraftvollen Melodic-Death-Thrash auch auf „Vinter“ treu und zeigen trotz unheimlich rasanter Arbeitsweise so gut wie null Abnutzungserscheinungen. Wer schon immer gerne mal die alten Scheiben von GATES OF ISHTAR, THE DUSKFALL und DIMENSION ZERO aus dem Schrank gekramt hat, wird hier bestimmt keine Enttäuschung erleben.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (25.11.2013)

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