CODE - Augur Nox

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VÖ: 19.11.2013
Bandinfo: CODE
Genre: Black Metal
Label: Agonia Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Die Engländer CODE sind wahre Teufelskerle. Wie sie eben so sind, diese Schwarzmetaller. Düstere, unnahbare Gesellen. Doch halt! Schwarzmetaller? Waren das nicht diese Freunde der wüsten Raserei, die es so gerne klirren und scheppern ließen? Dann wären CODE ja gar keine Schwarzmetaller. Denn wie Mastermind Aort gerne propagiert, sind ihm Genregrenzen völlig egal. Das sagen viele, aber die Musik von CODE beweist den Hörern, dass das Gesagte in diesem Fall eine Tatsache darstellt. Denn CODE sind irgendwie Prog, irgendwie Avantgarde und dennoch irgendwie schwarz und extrem. Und obwohl so viele irgendwies in diesem simplen Urteil integriert sind, so sind sie selbst alles andere als vage oder orientierungslos. Man könnte behaupten, dass CODE mit "Augur Nox" genau wissen, wo sie hin wollen und diese Intention zu erreichen im Stande sind.

Zugegeben, man braucht Geduld, um CODE zu verstehen. Doch bei aller Abstrusität sind CODE dennoch nachvollziehbar, da man an und für sich einfache Mittel für diese scheinbar schwer zu erfassenden musikalischen Brocken heranzieht. Wer nun glaubt, dass die Engländer mit Synths und schrägen Plastikklängen arbeiten, der irrt. Es dominiert die Gitarre. Und das auf gar nicht mal so komplexe Weise. Dennoch haben die Stücke jeweils ein eigenes, keineswegs monotones Leben. Manche Songs erheben sich langsam und stellen für "trve" Schwarzmetaller den puren Horror dar. So wie bei "Harmonies in Cloud", bei dem klare Gesänge dominieren und die Grundstimmung trotz aller Schwere eher getragen bleibt und den Faktor Melodie nicht vernachlässigt. Ein sich ebenfalls erhebender Song ist "The Lazarus Chord", der sich langsam aufbaut, aber leider nicht zum Punkt kommt. Für die Trveheimer wird es aber noch schlimmer. Zum Beispiel beim theatralischen "Glimlight Tourist" oder dem Pathos von "Garden Chancery", mit seinem dick aufgetragenen Refrain. Doch man kann auch den anderen Weg gehen: Bei "Trace of God" und "The Shrike Screw" bietet man für diese Band typischen Black Metal: Nie rasend, immer im Midtempo bleibend, aber eben auch mit einer unglaublichen Schwere und Düsternis. Hervorzuheben sind an dieser Stelle auch noch "Becoming Host", dieser kleine, groovige Hit mit seinen anklagenden Vocals und dicken Gitarrenwänden, sowie "Ecdysis", ein interessanter, ziemlich verrückter Track mit düsteren Vocals und einer verstörenden Atmosphäre.

Die Vocals werden manchen Hörern besonders sauer aufstoßen, da sie prinzipiell jegliche schwarze Konvention brechen. Denn gekreischt wird nicht. Dafür hört man bis auf Gekreische alles: Der Sänger Wacian haucht, er singt, er kann mit seiner Stimme aber auch für eine extreme, düstere Atmosphäre sorgen. Dieser gesangliche Variantenreichtum sorgt in Verbindung mit (großteils) beeindruckenden Kompositionen für diesen ureigenen Stil der Band. CODE ist mit "Augur Nox" ein weiterer qualitativer Fortschritt gelungen. Wenn die Band es schafft, die mitunter epischen Klanglandschaften noch besser auf den Punkt zu bringen, würde man sich der Bestnote nähern. Mir persönlich gefallen CODE in den weniger theatralischen Momenten besonders gut, da die Kombination aus Nachvollziehbarkeit, Anspruch und vertonter Dunkelheit bei eben jenen Stücken besonders gut zur Geltung kommt.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: El Greco (29.11.2013)

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