FALLEN ARISE - Ethereal

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VÖ: 23.11.2013
Bandinfo: FALLEN ARISE
Genre: Symphonic Metal
Label: Noisehead Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Alleine der Begriff "Symphonic Metal" löst bei einem durchschnittlichen mitteleuropäischen Metalfan merkwürdige Reaktionen aus. Man spricht von "Trällerelsen", "Nightwish-Klonen" und spricht der Musik jene archaische Qualität ab, die der Metal nach Einschätzung dieser Fans eben so mit sich bringen sollte. Als neutraler Beobachter, der allen Subgenres regelmäßig eine Chance gibt, muss man zugeben, dass diese Argumente nicht ganz ins Leere treffen. Tatsächlich gibt es in diesem Subgenre sehr wenig an Innovation zu erkennen. Schlimmer noch, bei vielen Bands fehlt einfach das Talent, um diese Art der Musik ansprechend zu komponieren und umzusetzen. Mit FALLEN ARISE aus Griechenland versucht nun eine weitere junge Band, den Skeptikern das Gegenteil zu beweisen.

Zu allererst muss festgestellt werden, dass die vermeintliche Else, die mit richtigem Namen Spyla heißt, nicht besonders viel trällert, sondern sich an einem Gesang versucht, der sich kaum in schwindelerregende Höhen emporhebt. Ihre besten Momente hat die Sängerin sogar immer dann, wenn der Gesang eine gewisse dunkle Melancholie versprüht. Auch wenn die junge Sängerin sicher noch nicht am Zenit angekommen ist, so offenbart sich da ein Variantenreichtum, der alles andere als schlecht ist. Die Zeit der ausschließlich trällernden pseudo-Opernstars scheint vorbei zu sein. FALLEN ARISE scheinen dies zu wissen und dementsprechend absichtlich anders zu agieren. Das peinliche "Beauty and the beast"-Gehabe gibt es hier ebensowenig wie selbstgefälligen Pathos. Natürlich ist man nicht ganz frei von Kitsch, aber das gehört zu diesem Genre eben dazu. Kompositorisch sind FALLEN ARISE deutlich besser als der Durchschnitt: Die Songs haben immer einen roten Faden und sind für Fans des Genres unterhaltsam. Was der Band noch fehlt, sind die großen Hits, die man eben benötigt, um ganz vorne mitzuspielen.

Nach dem opulenten Intro des Openers "Burned Ivy", wird der eine oder andere Fan eventuell geneigt sein, der Chose keine Chance zu geben. Doch die Band hätte sich eben jene verdient. Bei "Eternity" ist man vielleicht etwas zu "keyboardlastig" und setzt auf einen recht dick aufgetragenen Refrain. Der Gesang von Spyla und dem Gastsänger John Soti rettet diesen Song aber vor dem Untergang und macht ihn zu einem gutklassigen Track. In der zweiten Albumhälfte wird man oft etwas griffiger wie bei "Nighttouched" oder "My Fall", was der Band gut zu Gesicht steht. Sehr schön und gelungen sind die klassischen Momente der Band: Bei "Never Forget Me" setzen FALLEN ARISE auf die Kraft eines Pianos in Kombination mit einer emotional tiefen weiblichen Stimme. Auch die abschließende Ballade "Fly To Horizon" ist gelungen und trieft glücklicherweise nicht vor Schmalz.

FALLEN ARISE klingen um einiges routinierter als viele andere junge Bands. Dies ist natürlich auch kein Zufall, denn man holte sich erfahrene Hilfe, um "Ethereal" zu dem zu machen, was es ist: So halfen Christos Antonious und Fotis Benardo von SEPTIC FLESH ebenso wie Thimios Krikos von INNER WISH. Dieser Wille, möglichst professionell zu agieren, ist ein Markenzeichen von FALLEN ARISE. Natürlich bringt das auch immer die Gefahr mit sich, dass man etwas zu wenige Risiken nimmt. Auch bei FALLEN ARISE wäre etwas mehr Mut an mancher Stelle angebracht gewesen, wobei dieser Mut bei einem Debütalbum den meisten Bands fehlt. "Ethereal" ist qualitativ guter Symphonic Metal, der Fans des Genres sehr erfreuen wird. Mein Wunsch wäre, etwas mehr Gitarren zu hören und an mancher Stelle etwas basischer zu Werke zu gehen. Die Bewertung von "Ethereal" ist für Die-hard-Fans des Genres eventuell zu streng. Jenen sei gesagt, dass sie FALLEN ARISE nicht vergessen sollten, denn diese Band kann um einiges größer werden, als man jetzt vermutet. Das Potenzial dazu ist jedenfalls vorhanden.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: El Greco (30.11.2013)

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