JAVELIN - Fragments Of The Inner Shadow

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VÖ: 25.10.2013
Bandinfo: JAVELIN
Genre: Power Metal
Label: Pure Underground Records
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Lineup  |  Trackliste

Alle Traditionalisten dürften sich das Label "Pure Underground Records" schon länger auf die Fahnen geschrieben haben. Regelmäßig beehren uns die Herrschaften mit zahlreichen 80ger Perlen, entweder mit Re-Releases oder mit Bands, die zwar seit Ewigkeiten bestehen, bis jetzt aber nicht richtig Fuß fassen konnten. In diese Kategorie lassen sich auch JAVELIN aus dem westfälischen Hamm einordnen. Seid 1982 gibt es die Combo schon, damals als Hard Rock Act gegründet. Heute, 30 Jahre später, erreicht uns nun endlich das Debüt namens "Fragments Of the Inner Shadow", auf dem klassischer Power Metal zelebriert wird. Davon hätten wir gerne schon früher etwas abbekommen.

Hat man das schreckliche Intro mit einer noch schrecklicheren englischen Aussprache erstmal hinter sich gebracht, knallen dem Hörer beim eigentlichen Opener "The Arrival" zugleich die mächtige Doublebass von Sascha Sauer und die saftigen Gitarren von Andreas Waldow und Carsten Maiwald entgegen, die Vocals von Carsten Hille tönen angenehm erdig und wuchtig, auf allzuhohen Eunuchengesang wird dankenswerterweise verzichtet. Vom Klangbild erinnert das Ganze an Herbie Langhans Arbeiten aus SEVENTH AVENUE und SINBREED, melodisch geht man aber wesentlich robuster zu Werke. Besagter Opener, sowie "The Cenotaph" oder das absolute Albumhighlight "Dark Broken Land" (welches 2009 schon als EP veröffentlicht wurde) spielen zwar ganz klar mit europäischen Power Metal Einflüssen, man nutzt aber auch verstärkt die wesentlich harschere Melodik aus dem US-Power Metal, was wiederrum Assoziationen zu MYSTIC PROPHECY hervorruft. Bei "Falling", einem weiteren Hochkaräter, kommen beispielsweise druckvolle Shouts zum Einsatz, auch Stücke wie "Lie To Me" oder "Now, That I Know" könnten aus der Feder eines R.D. Liapakis stammen. Die Gitarrenfraktion geht hauptsächlich rifforientiert zu Werke, die typischen Twin-Leads dürfen dennoch nicht fehlen. Angenehm auch die kitschfreie Power Ballade "Healing", welche sich direkt in den Gehörmuscheln festfrisst. Mit dem Gesamtpaket gewinnt man trotz ausufernder C-Teile gewiss keinen Innovationspreis, dennoch überzeugt das Album mit Authentizität und Spielfreude.

Mit insgesamt 13 Titeln und einer Gesamtspielzeit von 60:28 min schießt man dennoch ein wenig über das Ziel hinaus. Nicht, dass es auf "Fragments Of The Inner Shadow" songwriterische Aussetzer zu verzeichnen gäbe. In der Fülle ähneln sich die Stücke allerdings ein bisschen zu arg, grade während der zweiten Halbzeit. Hier würde die eine oder andere Straffung sicherlich künftig gut tun, wenn kein weiterer herrausstechender Hit wie "Dark Broken Land" im Repertoire auftaucht.

Fazit: "Fragments Of The Inner Shadow" kann man durch und durch als gelungen bezeichnen. Um einen nachhaltigen Erfolg zu garantieren ist die Hit-Dichte allerdings noch ein bisschen zu klein, die Gleichförmigkeit der Songs ein wenig zu arg. An und für sich macht keiner der 12 Songs exklusive Intro einen Fehler und überzeugt mit Bodenständigkeit und Laune! Für Traditionalisten und Freunde des aggressiveren Power Metals ganz klar empfehlenswert.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (05.12.2013)

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