Veil of Deception - Deception Unveiled

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VÖ: 00.00.2013
Bandinfo: VEIL OF DECEPTION
Genre: Heavy Metal
Label: Eigenproduktion
Lineup  |  Trackliste

„VOD is meant to burst onto the scene to give the metal (and rock) listener a breath of fresh air with their ambitious amalgamation of styles, moods and vibes“. Mit diesen hohen Ansprüchen stürzen sich die fünf Jungs von VEIL OF DECEPTION, mit ihrem Debütalbum „Deception Unveiled“ als Schlachtruf, in die Wiener Metal-Szene.

Was bekommt man also mit „Deception Unveiled“ geboten? Nun, für jeden Freund von Hard Rock, Heavy- und Stoner Metal ist das Angebot tatsächlich sehr üppig. Fette Riffs, groovige Basslines und eingängige Schlagzeug-Beats sorgen dafür, dass man sich sofort in dem warmen Klanggebilde des Albums zu Hause fühlt. Die Stimme von Sänger Daniel Gallar haucht dem Ganzen eine sehr eigene Energie ein und seine authentischen Vocals geben der Band, zusammen mit der gelungenen Instrumentierung, einen sehr authentischen und individuellen Charakter.
Sollte man nach technischer Versiertheit oder komplexen musikalischen Strukturen suchen, ist man fehl am Platz. Gerade die direkte Art der Songs ist es, die wie von selbst, Bewegung in die Gelenke zu bringen scheinen. Es ist schwer ruhig zu sitzen, wenn die einnehmenden Riffs ihren Zauber wirken lassen und als Hörer wird man überaus schnell in den Bann der Tracks gezogen.
Lob ist der dicken Grundlage des Basses auszusprechen. Jedem Song hat Bassist Erik Fristad einen wunderbar brummenden, warm gehaltenen Bass zugrunde gelegt, dessen Grooves die einzelnen Riffs erst so richtig voll erscheinen lassen. Zwar könnte man meinen, das sei doch natürlich, aber im Vergleich zu den Zuständen der Metal-Szene ist der eigenständig und für sich selbst stehende Bass auf „Deception Unveiled“ eine nette Abwechslung.

Einen besonderen Platz hat sich „Broken Faith“ verdient. Nach dem harmonisch interessanten Anfangsriff, das in eine sehr klassische (aber doch eigene) Melodielinie übergeht, hat man es mit einem heavy Riff der Extraklasse zu tun und sogar die Vocals scheinen hier noch mehr Power zu haben, verwandeln den Song in einen potenziellen Hit, machen ihn wirklich zu einem Erlebnis. Gerade der Chorus macht die erwähnten Charakteristiken des Instrumentariums so richtig deutlich. Eine eigenständige Basslinie, die sich auf das anfängliche Riff beruft, liegt den schwer-schwingenden Gitarren zugrunde. Schlagzeuger Mike Günther fällt durch sein dezentes Drumming auf, das sich weder aufdrängt, noch in den Hintergrund schieben lässt. Die perfekte Kombination aus leicht nachvollziehbaren Beats und untermalender Kraft.

Schattenseiten gibt es überall und trotz aller positiven Elemente des Albums, hat auch „Deception Unveiled“ einige Mängel. Es wäre falsch, bei der Musik von VOD nach technischer Perfektion zu suchen, da die Perfektion dieser Richtung gerade in der Schlichtheit ihrer Art liegt. In diesem Sinne sollte man nicht versuchen, einfache Riffs zu kritisieren, da diese bewusst schlicht gehalten sind. Dennoch hat man zwischendurch ein wenig Motivationsverlust, da sich doch etwas mehr machen ließe, ohne den locker-chilligen Fluss der Songs zu beenden. Neben den immer wieder interessant wirkenden Melodien, verlaufen sich die Riffs ab und zu im ein wenig im Nichts. Tatsächlich wirken die Gitarristen Gerd Metzl und Dejan Jorgovanovic in ihrer Rolle eher als schwächste Glieder des Bandkörpers. Im Verhältnis zu Bass, Schlagzeug und Gesang wirken die Gitarren etwas dünn und könnten durchaus mehr Bauch vertragen. Keinesfalls sollten die anderen Instrumente geschwächt werden, sondern eher die Gitarren zur restlichen Größe heranwachsen.

Die Stimme von Daniel hat viel Druck, aber ab und zu geht ihm scheinbar ein wenig die Puste aus und auch wenn er mit interessanten Ideen (wie z.B. der spanischen Textpassage in „Earsplitting Silence“) kommt, so wirken die Vocals zeitweise sehr ähnlich und nicht so ganz im Ton des Songs. An manchen Stellen scheint die Stimme deplatziert und zu übertrieben und schöpft ihr Potenzial nicht komplett aus.
Die eigentliche Größe der Songs wird natürlich erst nach wiederholtem Hören wirklich deutlich, allerdings wird diese Größe etwas geschmälert. Denn die Songs sind zwar alle gut, die Höhepunkte aber eher rar gesät.

Alles in allem ist „Deception Unveiled“ jedoch ein gelungenes Album und trotz negativer Aspekte ist die Scheibe ein Genuss. VOD stellen sich mit ihrem Debütalbum in ein gutes Licht und die Wiener Szene kann durchaus froh sein, die Jungs an Bord zu haben. Die direkte und sanfte Heavy/Stoner-Gewalt von „Deception Unveiled“ wird mit Sicherheit begeistern. Es bleibt abzuwarten, was die Zukunft bringt, aber es werden wohl keine allzu tristen Zeiten sein, dazu ist die Musik von VOD viel zu sympathisch.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Feanis (12.12.2013)

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