The Black Noodle Project - Ghosts & Memories

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VÖ: 15.11.2013
Bandinfo: THE BLACK NOODLE PROJECT
Genre: Progressive Rock
Label: Progressive Promotion Records
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Lineup  |  Trackliste

Aus dem Hause PPR kommt selten schlechtes oder gar nur durchschnittliches. Oliver Wenzler hat scheinbar ein gutes Händchen für das, was abseits des Prog-Mainstream etwas "andere" Musik macht. So auch bei den Franzosen von THE BLACK NOODLE PROJECT. Gegründet wurde das Projekt bereits im Jahr 2001 von Jeremie Grima. Das erste Album folgte 2004 ("And Life Goes On..."). "Stereoscope", eine leichtere, akustische Version von TBNP wurde 2005 zusammen mit Sebastien Bourdeix erschaffen. Nach einer Live CD/DVD "And Live Goes On..." (aufgenommen in Polen) folgte 2010 das nächste Album, "Ready To Go". 2011 legte man mit der Democompilation "Dark & Early Smiles" nach und schon sind wir im Jahr 2013 bei "Ghost & Memories".

Die Eckpunkte wären damit abgesteckt und voller Erwartung wandte ich mich dem neuen Album zu, wie die Jungfrau zum Kinde. Und war überrascht. PPR ist zwar für Prog jeglicher Facon bekannt, aber in diese Richtung ist es noch nicht gegangen, zumindest bei den mir bekannten Veröffentlichungen von Oliver Wenzler. Ein massives Breitwandintro geht in den nicht weniger flächigen Opener "The Wanderer of Lost Moments" über und zeigt recht deutlich, in welcher Richtung man zu graben beginnen darf. Ein wenig PINK FLOYD, ein wenig PORCUPINE TREE und soundtrackartige Musiklandschaften wurden hier meisterhaft vermengt und vermochten mich recht bald zu begeistern. Massiv hervorzuheben sind die äußerst durchdachten und qualitativ hochwertigen Synthiesounds die immer wieder neue Schichten auf das Gesamtgebilde auftragen und die instrumentalen Teile des Albums unwiderstehlich machen. Da gibt es deutlich bekanntere Bands die das nicht hinbekommen…

Die Songs reißen dich mit hinein in eine Welt, eine Landschaft, die sich immer wieder anders darbietet. "The Owls (Are Not What they Seem)" bezaubert mit einem gesprochenen Sample im Mittelteil und das ganze Album hat dieses 70er Artrockfeeling, welches eher gedämpfte Stimmungen transportiert, ohne irgendwie weinerlich zu werden. Erhabene Tristesse, quasi. Von flächigen Landschaften zum Totalstillstand bis hin zu metallischen Eruptionen. Und wieder zurück. In einem glasklaren, riesigen Sound, Massive Klangwände bauen sich auf um in fragilen Interludien umgangen zu werden und sich dann wieder zu einem beinahe stürmischen Ende hin zu steigern. Warum ich hier trotzdem nicht die Maximalpunktezahl zücke liegt daran, dass in den Teilen, während derer der Gesang mitspielt, die Nähe zu den beiden eingangs erwähnten Bands schon sehr eng ist.

Und dann kommt noch das Schlagzeug. Ich weiß nicht, ob Fabrice Berger in der Tat ein lebendiger Musiker ist oder ob es sich hier um Drums aus der Dose handelt. Aber sehr oft ist das Schlagwerk arg simpel geraten und das stört bei einigen Songs einfach.

Ansonsten mächtig Daumen hoch! Kopfkino vom Feinsten!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wiederwald (14.12.2013)

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