TRUTH CORRODED - The Saviours Slain

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VÖ: 06.12.2013
Bandinfo: TRUTH CORRODED
Genre: Death Metal
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

Da wird doch der Schubladendenker in der Pfanne verrückt! Wohin mit den Australiern TRUTH CORRODED? Ist das jetzt moderner Thrash mit Death Metal Einflüssen oder doch moderner Death Metal mit Thrash Schlagseite? Das Recherchieren im weltweiten Netz bringt Klarheit, dass über dieses Thema Unklarheit herrscht. Keine Unklarheit hingegen besteht, wenn es um die Wirkung von "The Saviours Slain“ geht. Und die ist beunruhigend. Im guten Sinne!

Bei modern angehauchtem Thrash oder Death geht der Durchschnittskonsument berechtigterweise zunächst mal von glattgebügelten Produktionen mit massiver Effekthascherei und leicht ankommerzialisiertem Songwriting aus. Nicht so bei TRUTH CORRODED, hier wird schnörkellos und effektiv geknüppelt, was das Zeug hält. Ecken und Kanten sind willkommen und erwünscht. Das Tempo wird konstant hoch gehalten, ohne aber in unüberschaubaren Blast Attacken unterzugehen, während die Gitarren um Wayne Batters und Chris Walden effektiv sägende, stets nachvollziehbare Riffattacken fabrizieren. Dabei wird trotz des modernen Grundsounds keine Rücksicht auf eine zu hohe Melodiedichte gelegt, nein, die Songs basieren immer auf schiebenden und unbequemen Grundgerüsten, welche effektiv bis in die Magengrube dröhnen. Wenn dann wie im Mittelteil zu "They Are Horror" oder im absolut destruktiven Finale "Hallowed Black Sun" doch mal eine melodische Passage an die Oberfläche durchdringt, dann verstärkt sie die beunruhigende und verstörende Wirkung des Songmaterials anstatt sie zu relativieren. Dazu gesellen sich brachiale Refrains, die der drückenden Wucht des Albums die Krone aufsetzen, wie beispielsweise im leicht thrashigen "Of Gods Drowned In Blood".

Zur Unterstützung werden Craig Locicero (FORBIDDEN) an der Gitarre und Bret Hoffman (MALEVOLENT CREATION) am Gesang zu einigen Gastbeiträgen eingeladen, welche den Nummern noch zusätzliche Intensität verleihen. So klingt "Last Of My Flesh" mit Hoffmans fiesem Gekeife gleich ein Stück verstörender. Generell bleibt Shouter Jason North leider der einzige Schwachpunkt im sonst absolut effektiven Gefüge. Seine wenig abwechslungsreichen Hardcore-Shouts passen einfach nicht zu der düsteren Grundstimmung des Werks.

Fazit: Simpel und effektiv, schnörkellos, aber handwerklich perfekt. Und immer wie ein rostiger Bohrer in der Schläfe der Gewohnheiten des sich durch das Zusatzwort "Modern" in Sicherheit wiegenden Hörers. Ein Death/Thrash Album der besonders unbequemen Art, welche zu begeistern vermag!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (15.12.2013)

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