La Resistance - Kick The Bucket

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VÖ: 07.12.2013
Bandinfo: La Resistance
Genre: Thrash Metal
Label: Round The World Records
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Lineup  |  Trackliste

Richtig düsteren Thrash Metal hört man relativ selten. Am ehesten würden einem diesbezüglich wohl die Spitzenreiter LEGION OF THE DAMNED einfallen, die ihre Düsternis durch gesteigerte Grundhärte und Nähe zum Death Metal erzeugen. Ansonsten definiert sich der Thrash ja eher über Aggression und Technik, was nicht selten wie bei ONSLAUGT und TANKARD auch mal in punkige Partystimmung umschlagen kann. Die Österreicher LA RESISTANCE hingegen legen ihren Thrash tatsächlich sehr düster, gar melancholisch an und schaffen sich damit eine eigene Nische. Wirklich gelungen ist "Kick The Bucket" dagegen leider nicht.

LEGION OF THE DAMNED oder DEW SCENTED als Referenz zu nennen ist gar nicht mal so falsch. Das Titelstück beispielsweise glänzt mit zackigen Blast-Attacken und effektiven Death-Metal-Riffs, die durchwegs harschen Vocals von Ken Kaltschütz verleihen eine erfreuliche Kompromisslosigkeit, wenngleich man etwas moderner komponiert als die Mitbewerber. "Sex, Drugs And Sharks" und "Hate" agieren musikalisch ganz ähnlich. Dennoch setzt man, etwa beim Opener "The Secret Room" oder bei "Ready To Kill", vermehrt auf melodische Riffs und Leads. Mit Erfolg: Anstatt das Klanggerüst zu verwässern verbreiten die Melodien eine bedrückend melancholische Stimmung, welche man eher in Göteborg denn in den Alpen beheimatet vermuten würde. Bei "Doreen666" und dem Rausschmeißer "Last Soldier's Dance" drosselt man dazu noch recht effektiv das Tempo und zusammen mit sporadischen ruhigen, clean gesungenen Passagen verpasst man dem Ganzen einen DARK TRANQUILLITY-artigen Anstrich. Und das ist in der Kombination recht einzigartig.

Warum will das Gesamtwerk dennoch nicht zünden? Weil sich trotz bemühtem Abwechslungsreichtum recht schnell Langeweile einstellt und das liegt zum gewichtigsten Teil an den Gitarren. Die Songs basieren auf einem recht einfachen Grundriff, welcher von hier zu da mal etwas variiert wird und welche für sich gesehen auch sehr unterschiedlich sind. Dennoch passiert im Song direkt einfach zu wenig, da ein Riff mehr oder weniger über die gesamte Songdauer wiederverwertet wird. Nach gutem Start verläuft die Spannungskurve sehr schnell im Sand und blitzt nur hier und da bei markanten Breaks noch einmal auf. Diese sind allerdings zu selten gesetzt, um den Hörer dauerhaft bei Laune zu halten. Zudem wackeln die stimmlichen Leistungen in den cleanen Parts momentan einfach noch zu arg, um wirklich Emotionen entlocken zu können. Hier fehlt vielleicht einfach noch ein bisschen die Praxis, man hat ja auch erst im Jahre 2012 den ersten Schritt in Richtung Professionalität gewagt.

Fazit: Der Grundgedanke, harschem Neo-Thrash Marke LEGION OF THE DAMNED eine melancholische Note à la DARK TRANQUILLITY zu verpassen ist ein guter Ansatz, der leider momentan noch an zu spannungsarmem Songwriting und technischer Unausgereiftheit scheitert. Mit ein wenig mehr Routine und Praxis ist hier dennoch Potential für künftig richtig starke Scheiben gegeben.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (20.12.2013)

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