Deeds Of Flesh - Portals Of Canaan

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VÖ: 18.06.2013
Bandinfo: DEEDS OF FLESH
Genre: Brutal Death Metal
Label: Unique Leader Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ganze fünf Jahre haben die amerikanischen Kult-Deather DEEDS OF FLESH dieses Mal gebraucht, um endlich wieder aus dem Quark zu kommen und mit dem konzeptionell angelegten „Portals Of Canaan“ das achte Studioalbum einzuholzen. Gründe gibt es dafür mehrere. Einerseits hat das Besetzungskarussell so heftig wie selten zuvor rotiert – mit Craig Peters (ex-ARKAIK) gibt es jetzt aber einen fixen neuen Leadgitarristen und Nebenbei-Growler, den vakanten Bassisten-Platz übernahm BRAIN DRILL-Viersaiten-Hexer Ivan Munguia. Andererseits kämpfte Bandboss und Soundtüftler Erik Lindmark schon länger mit einer Sehnenscheidenentzündung und übernimmt seit 2012 nur mehr im Studio die Herrschaft über die Gitarren.

Wer DEEDS OF FLESH in den letzten Jahren möglicherweise etwas aus den Augen verloren hat, wird mit dem penibel detailgetreu gefertigten „Portals Of Canaan“ wahrscheinlich so seine Probleme haben. Von der stumpfen Brutal-Death-Metal-Ausrichtung der „Trading Pieces“ (1996) oder „Inbreeding The Anthropophagi“ (1998) Zeiten ist so gut wie nichts mehr über, denn die Kalifornier haben sich schon auf den letzten Alben zu einer rabiaten Technical-Death-Band gemausert. Wer jetzt Angst bekommt, weil seine Rechenkenntnisse nicht über die dritte Hauptschulstufe hinausgehen kann beruhigt sein – DEEDS OF FLESH sind zwar technisch unterwegs, verlangen aber glücklicherweise keinen Master in Technischer Mathematik. „Amidst The Ruins“, „Entranced In Decades Of Psychedelic Sleep“ und „Celestial Serpents“ donnern zwar fett produziert mit Finger-verdrehenden Gitarrenskills aus den Boxen, bleiben dabei aber trotzdem nachvollziehbar und bekömmlich.

Interessant ist auch die lyrische Weiterentwicklung der Lindmark-Truppe, die einst diverse Brutalitäten aus der Vergangenheit besang und sich auf dem neuesten Output endgültig gen menschlich-technischer Cyberzukunft gewandt haben. Neben herrlichen Gitarrensoli, die Songs wie „Rise Of The Virvum Juggernaut“ oder „Xeno-Virus“ angenehm auflockern, arbeiten die Jungs auch mit allerlei futuristischer Samples, die neben dem wilden Gehacke für ein zusätzliches Maß an atmosphärischer Beschallung sorgen. Das ans Ende gereihte GORGUTS-Cover „Orphans Of Sickness“ ist zwar über alle Zweifel erhaben und mit viel Herzblut gemacht, hätte aber nicht zwingend sein müssen, weil es die bedrohliche Grundstimmung des restlichen Albums empfindlich stört. Ansonsten haben DEEDS OF FLESH aber so ziemlich alles richtig gemacht und mit Sicherheit eines der bislang besten Alben der Bandgeschichte herausgespien. Ein weiteres DM-Highlight in einem ohnehin schon hervorragenden Jahrgang.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (17.12.2013)

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