Ribspreader - Bolted To The Cross (Re-Release)

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VÖ: 05.07.2013
Bandinfo: Ribspreader
Genre: Death Metal
Label: Funeral Industries
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ein weiteres Mal beschenkten uns Funeral Industries in diesem Jahr dankenswerter Weise mit wohlschmeckender Old-School-Kost. Nach der bereits hier rezensierten SETHERIAL-Scheibe „Ekpyrosis“, haben sich die fleißigen Deutschen auch darum gekümmert, das Debütalbum der schwedischen Old-School-Death-Metaller RIBSPREADER noch einmal auf Vinyl und CD herauszubringen. Das passt zum zehnten Band-Geburtstag auch wie die Faust aufs Auge, denn das harsche „Bolted To The Cross“, im Original 2004 erschienen, kann neben Multi-Mucker Rogga Johansson auf diesem Album auch hochexklusiv mit Legende Dan Swanö an den Drums und Studiogitarren aufwarten. Der sollte sich später doch wieder auf seine zahlreichen anderen Projekte konzentrieren, wodurch dieser Ausflug sein einziger für RIBSPREADER bleiben sollte.

Das Name-Dropping muss in diesem Fall aber nicht sein, denn nicht Swanö (wie viele Online-Medien fälschlich und völlig unreflektiert behaupten), sondern Johansson war die treibende Kraft hinter der halben Stunde Gruft-Gemörtel mit dem morbiden Touch. Mit dem Opener „Dead Forever“, der Riff-Mühle „Heavenless“ oder dem amerikanisch angehauchten „Hollow Beliefs“ können sich RIBSPREADER auch heute noch stolz brüsten, denn die Uffta-Rhythmen und das ultraknackige und fein produzierte Gitarren-Gesäge, das stark an ENTOMBED zu „Clandestine“-Zeiten erinnert, hatte schon damals wenige Makel. Hauptproblem war einfach, dass damals zur selben Zeit die wesentlich berühmteren BLOODBATH mit „Nightmares Made Flesh“ in die Szene krachten und damit eine ordentliche Portion Credibility für sich vereinnahmen konnten.

Alles kann aber natürlich nicht auf den Mitbewerb geschoben werden, bei RIBSPREADER hakte es schon auch an der mangelnden Vielseitigkeit. Obwohl gelebte Redundanz gerade in diesem Genre immer schon zum guten Ton gehörte, fällt „Bolted To The Cross“ auf die Gesamtstrecke gesehen zu wenig zwingend aus. Songs wie „Morbidity Awoken“ oder „The Unblessed“ wiederholen oftmals mehr als die Grundstrukturen der anderen Songs und bleiben dadurch doch etwas unter den Erwartungen. Rogga kann das besser, das wissen alle und das hat er selbst mit diversen RIBSPREADER-Nachfolgern bewiesen. „Bolted To The Cross“ steht im Endeffekt aber immer noch als grundsolider Old-School-Elchmörtler im Regal und ist doch zu gut, um ihn dort dauerhaft verstauben zu lassen. Kein Pflichtkauf, aber ein resolutes Anfangswerk.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (22.12.2013)

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