The Vintage Caravan - Voyage

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VÖ: 10.01.2014
Bandinfo: THE VINTAGE CARAVAN
Genre: Progressive Rock
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Trivia

Wenn das Vintage schon im Bandnamen vorkommt, weiß der profunde Musikkenner, dass wir es hier nicht mit hyperaktiv herumzappelnden Metalcore-Heinis zu tun haben. Nope! Die drei Isländer, welche vor sieben Jahren im zarten Alter von 12 (in Worten ZWÖLF!) Lenzen diese Band aus dem Boden des flächenmäßig zweitgrößten Inselstaat Europas gestampft haben, schlurfen ohne einen Hehl daraus zu machen im Classic-Rock Ende der 60er/Anfang der 70er umher. Einen heftigen Einfluss auf die Knaben namens Óskar Logi, Alex Örn und Guðjón Reynisson haben die wohl geschmackvoll sortierten Plattensammlungen ihrer Eltern hinterlassen, denn da müssen sich Schätze von KING CRIMSON, LED ZEPPELIN, YES, GENTLE, BLACK SABBATH, JIMI HENDRIX, CREAM oder DEEP PURPLE haufenweise gestapelt haben.

Dabei hat diese Reise (ACHTUNG: Wortwitz!) ja schon Ende 2012 begonnen, denn damals erschien das schon zweite Werk der Insulaner. Auf Grund nicht nachvollziehbarer Umstände blieb dieser Release allerdings lediglich den Isländern vorbehalten. Hier bessern nun NUCLEAR BLAST nach und offerieren diese durch und durch starke Vintage (schon wieder ein Wortwitz…) Veröffentlichung, mit neuem Cover der talentierten Künstlerin Alex Matus (ftwtattoo.com) versehen, jetzt auch global.

Und auch wenn THE VINTAGE CARAVAN jetzt nicht die sensationelle Neuentdeckung sind, Songs schreiben und sich mit ihren Schlaghosen knietief in die early-70ies zurückbeamen, davon versteht das Trio ziemlich viel. Dabei vermeiden es die drei Burschen ihre großen, teilweise ein halbes Jahrhundert älteren Vorbilder auf Gedeih und Verderb zu kopieren. Lediglich gen Ende von „Voyage“ wurde ein wenig gar viel LED ZEPPELIN injiziert. Das fängt bei der zu Beginn herzzerreißenden (Halb)-Ballade „Winterland“ an und gipfelt im voller freier Interpretationen sich ergötzenden Abschluss-Epos „The Kings Voyage“, wo die Kerle scheinbar mühelos jegliche kompositorische Schranken niedermähen und sich einfach nur – wohl auch mit diversen Pilzen oder ähnlichen Bewusstsein erweiternden Stoffen versehen - von einer spontanen Welle zur nächsten gleiten lassen.

Auch wenn die Kerle nach wie vor blutjung sind, haben sie es weitgehend vermieden nach der x-ten stereotypen Retro-Band klingen zu wollen. Dass „Voyage“ dennoch Vintage To The Bones! ist, zeugt von der erstaunlichen Reife der Teenies. Jammig, Trippig, Deep And Sometimes Bluesy!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Reini (31.12.2013)

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