Iced Earth - Plagues Of Babylon

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VÖ: 03.01.2014
Bandinfo: ICED EARTH
Genre: Power Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

So beginnt das neue Jahr gleich mit einem richtigen Paukenschlag: Die US-Power Metal-Institution ICED EARTH legt ihr zweites Album mit Stu Block als Sänger vor, und versuchen, den mit dem Vorgänger "Dystopia" angedeuteten Aufwärtstrend nach den beiden eher durchwachsenen Alben "Framing Armageddon" (mit Tim "Ripper" Owens) und "Crucible Of Man" (mit Matt Barlow) zu bestätigen.

Und das gelingt auf weiten Strecken mit dem Neujahrs-Neuling "Plagues Of Babylon" auch recht ordentlich: Bereits beim überlangen Opener und Titeltrack kann besonders Sänger Stu Block akzente setzen, und der düstere Anstrich des Songs steht der Band gut zu Gesicht. Freilich, bei stolzen zwölf Titeln auf dem Album kann nicht jeder Song restlos gewinnen, aber glücklicherweise haben sich doch ein paar Zuckerstückchen in die Tracklist geschlichen: "The Culling" überzeugt mit seinem melodischen Chorus, "Cthulu" punktet mit klassischen ICED EARTH-Stilelementen der Marke "Horror Show", und auch der Powerballaden-Faktor kommt mit "If I Could See You" und "Spirit Of The Times" nicht zu kurz. Der "Peacemaker" kommt dagegen für ICED EARTH-Verhältnisse recht ungewöhnlich rockig und groovig daher, und mit "Highwayman" hat man auch noch ein überraschendes Country(!)-Cover einer All-Star Nummer draufgepackt, die ursprünglich von WILLIE NELSON, JOHNNY CASH und anderen populär gemacht wurde.

Es gibt aber noch anderes Interessantes zum neuen ICED EARTH-Langeisen zu sagen: So ist das Instrumentalisten-Lineup im Gegensatz zum Vorgänger wieder etwas durchgemischt worden - Brent Smedley (Drums) musste die Band erneut aus persönlichen Gründen verlassen und wurde um Studio durch Ralph Saini ersetzt; Live-Basser Luke Appleton ist mittlerweile hingegen zum Stamm-Mitglied befördert worden und hat sich auch am Songwriting des neuen Albums beteiligen dürfen.

Freilich, dieses passiert auch auf "Plagues Of Babylon" immer noch unter der Ägide von Bandchef Jon Schaffer, und so zeichnen sich auch die zwölf Songs (das kurze "Outro" klammern wir mal aus) der neuen Langrille durch die typischen Schaffer'schen Trademarks aus: knackige Stakkato-Riffing, gepaart mit melancholisch-verträumten Gitarrenmelodien, und dazu der vielseitige Gesang von Stu Block - ein Konzept, dass auch auf dem elften Studioalbum der Band noch aufgeht.

Allerdings, und das muss gesagt werden: Man hat ICED EARTH natürlich auch schon spritziger erlebt. Denn auch wenn man die blutleeren Releases der späten "Ripper"- und Barlow-Comeback-Ära meilenweit hinter sich lässt; an Großtaten der Marke "Dark Saga" oder "Something Wicked This Way Comes", an denen sich Jon Schaffer und Co. einfach immer messen lassen müssen, kommt man auch diesmal nicht heran.

Was bleibt, ist erneut ein gutklassiges ICED EARTH-Album, und da hier natürlich absolute Profis am Werk sind, wird auch "Plagues Of Babylon" den geneigten Fan sicher gut unterhalten; der erhoffte Befreiungsschlag, der ICED EARTH mit einem Mal zurück an die absolute Speerspitze der internationalen Metal-Szene kapitulieren würde, bleibt jedoch aus. Der mit "Dystopia" eingeschlagene Weg wird zwar fortgesetzt, der nächste große Meilenstein ist aber noch nicht ganz erreicht.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (27.12.2013)

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