EVERTALE - Of Dragons And Elves

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VÖ: 20.12.2013
Bandinfo: EVERTALE
Genre: Melodic Power Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Jahr für Jahr tauchen immer wieder aufs Neue zahlreiche Power-Metal-Bands aus dem großen Pool auf, doch die meisten von ihnen werden binnen kürzester Zeit wieder im Nirgendwo versinken. Nur wenige geben den nötigen Anstoß, um in diesem Haifischbecken den Überlebenskampf anzunehmen. EVERTALE ist eine dieser Bands, die den unbedingten Willen zeigen, sich in der Szene zu etablieren und nicht als Eintagsfliege durchzugehen. Ihr Debütalbum „Of Dragons And Elves“ steht erst seit kurzem in den Regalen, konnte aber schon für den ein oder anderen Aufschrei sorgen. Ihre Vorbilder? Ganz klassisch BLIND GUARDIAN, HAMMERFALL und GAMMA RAY. So klingen sie im Prinzip auch und mit einer Spielzeit von über 80 Minuten ist ihr Erstling ein wahrlich harter Brocken.

Wie es sich für ein Intro gehört, ertönt es mit ein paar epischen Klängen und lässt hier an die Genrekollegen von RHAPSODY OF FIRE denken, was aber schon durch das Artwork deutlich wird. „In The Sign Of The Valiant Warrior“ kommt in klassischer Power-Metal-Manier daher und lässt sofort erahnen, dass die Produktion einen sehr ordentlichen Touch verliehen bekommen hat. Der Track an sich erinnert auch ein stückweit an die deutschen Power Metaller von WIZARD, was nicht zuletzt an der Stimme von Sänger Matthias Graf liegt, die der von Sven D’Anna ziemlich nahe kommt. Starker Einstieg! „Tales Of The Everman“ ist mit seiner Spielzeit von neun Minuten schon wieder ein anderes Kaliber, wirkt mir persönlich aber nicht durchdacht genug. Dem Song fehlt die klare Struktur und einen Höhepunkt erwartet man hier vergebens. Richtig gut hingegen gefällt mir der Folk-lastige, ruhige Titeltrack, der den Charme von BLIND GUARDIAN versprüht. Auch beim folgenden „Eleventwilight“ merkt man deutlichst, an wem sich EVERTALE orientiert haben, denn die Chöre im Refrain erinnern ebenfalls an Hansi Kürsch und seine Mannen. Nicht, dass ich es als schlimm erachten würde, aber ein wenig mehr Eigenständigkeit würde EVERTALE hier nicht schaden. Dieser Faden zieht sich mehr oder weniger durch die gesamte Platte, aber man muss der Truppe zugestehen, dass sie trotz der Anleihen zu ihren Vorbildern richtig gute Power-Metal-Songs schreiben können. So gehen die Songs zwar allesamt in eine sehr ähnliche Richtung, doch man versucht insbesondere bei längeren Titeln wie „The Last Knight“ die Spannung hoch zu halten. Das gelingt ihnen zumeist auch besser als beim kritisch beäugten „Tales Of The Everman“.

So bieten die Deutschen am Ende eine gute Mischung aus BLIND GUARDIAN, WIZARD und GAMMA RAY, was jetzt nicht wirklich verwunderlich ist, so zählen jene Bands wohl zu den wichtigsten des Power-Metal-Genres. Hier und da fehlt der Feinschliff und lässt ein paar knackige Ideen vermissen. Die Spielzeit von 81 Minuten wird gegen Ende doch ein wenig zur Hängepartie, da es an manchen Stellen schwer fällt, rauszufiltern, wann ein Song endet und der neue beginnt. Dadurch gestaltet sich das Album letztlich doch etwas langatmig. Trotzdem überzeugen mich EVERTALE mit ihrem Debüt größtenteils und werden mir mit „Of Dragons And Elves“ im Vergleich zu zahlreichen anderen Bands sicherlich im Gedächtnis bleiben.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: manfred (03.01.2014)

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