Annihilator - All For You (Re-Release)

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VÖ: 08.11.2013
Bandinfo: ANNIHILATOR
Genre: Nu Metal
Label: Silver Lining Music
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

ANNIHILATORs Jubiläumsalbum „All For You“ (zehnter Karriere-Studiorundling) wurde vor knapp zehn Jahren schon von El Cheffe persönlich durch den kritischen Fleischwolf gedreht und unser allseits geschätzter Kapitän hatte schon zum Erscheinungsdatum kein besonders gutes Haar an dem einstündigen Werk gelassen. Wenn wir heute – UDR Music ist dieser Re-Release zu verdanken – von außen darauf zurückblicken, ist das eigentlich kaum vorstellbar, denn einerseits gab damals Immer-noch-Sänger Dave Padden sein Debüt am Mirko und mit dem nunmehrigen DREAM THEATER-Schlagzeuggott Mike Mangini hatte Mastermind Jeff Waters den besten Fellgerber der Bandgeschichte am Drumschemel sitzen. Namen alleine sind aber eben nicht immer alles.

Kranken tut es bei dieser Scheibe an allen Ecken und Enden. Schwachbrüstige Lyrics, redundante Riff-Kanonaden, viel zu lange Songs und – tatsächlich! – eine furchtbare Gesangsleistung von Dave Padden, der eigentlich alles, was danach kam, um mindestens 1000 Prozent besser erledigte. Ständig pendelt der gute Mann hier zwischen Sprechgesang und theatralischer Ausübung seiner Kunst („The NIghtmare Factory“), Nachhaltigkeit ist dabei aber ebenso wenig gegeben, wie bei den lustlos auf die Platte gezimmerten Riffs von Großmeister Waters, der sich entweder ständig selbst wiederholt, oder einfach mit unterdurchschnittlichen Ideen fadisiert. Die Höhepunkte auf „All For You“ sind verdammt rar gesät. Der „Demon Dance“ und das Speed-metallische „Rage Absolute“ sind ebenso bekömmlich wie das ausufernde „Both Of Me“, ansonsten heißt es hier: Finger weg!

Der Titeltrack „All For You“ fadisiert mit immergleichen Refrain-Wiederholungen, die kitschig-schmierigen Popstücke „The One“ und „Holding On“ spotten jeder Thrash-Verwurzelung und die unsagbare Nu-Metal-Ausrichtung, die Tracks wie „Dr. Psycho“ und „Bled“ beschwören, wird am Ende nur mehr von dem völlig unnötigen und unausgegorenen Instrumental „The Sound Of Horror“ unterboten. Jeff Waters war schon immer bekannt dafür, mit Nerven und Geduld seiner Fans zu spielen, doch trotz vieler mäßiger Alben in der ANNIHILATOR-Diskografie ging auf „All For You“ so ziemlich alles daneben, was daneben gehen konnte. Was „St. Anger“ für METALLICA, „Diabolus In Musica“ für SLAYER und „Risk“ für MEGADETH, ist „All For You“ für ANNIHILATOR – die kreative Bankrott-Erklärung.



Bewertung: 1.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (01.01.2014)

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