RUSTFIELD - Kingdom Of Rust

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VÖ: 06.12.2013
Bandinfo: RUSTFIELD
Genre: Progressive Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Für das Debütalbum der Italo-Progger RUSTFIELD fehlen mir auch nach fünf Durchläufen noch die passenden Worte. Das hat aber nix mit der Suche nach irgendwelchen neuen Superlativen zu tun und auch nicht damit, dass die Scheiblette unsagbar gut oder schlecht wäre, nein. "Kingdom Of Rust" lässt sich einfach nicht auf Anhieb allumfassend erklären. Auf der einen Seite haben wir hier ein musikalisch doch recht spektakuläres Teil vorliegen, das mit einigen interessanten Long-Tracks punkten kann und erst mal für alle Freunde von Melodic Power Metal bis hin zu fortgeschritten verschachteltem Prog-Stoff interessant sein dürfte. Leider hat das Werk so seine Längen, und die offenbaren sich vor allem in den Halb-Balladen "Sacrifice" und "The Secret Garden", bei denen einem fast die Füße einschlafen. Bei fast 70 Minuten Laufzeit hätten einige Kahlschläge zugunsten der Kurzweil durchaus nicht geschadet.

Leider muss man irgendwann auch erkennen: Sänger Andrea Rampa versucht oft in Höhen vorzudringen, denen seine Stimme nicht mehr gerecht werden kann - vor allem im Opener und beim folgenden "Waxhopes" zu hören; letzteres kann aber mit einem fetten Refrain durchaus Sympathiepunkte erheischen. Würde er im angenehmen, mittleren Bereich bleiben, wäre es für manche Passagen sicher dienlicher, aber so zerstört der gute Mann durch sein Gekreische ansonsten einwandfreie Prog-Songs. Die instrumentale Fraktion arbeitet gut, auch wenn sich die Referenzen an ältere DREAM THEATER und SYMPHONY X irgendwann nicht mehr wegleugnen lassen.

Die im Factsheet erwähnten "psychedelischen Elemente" kann ich hier beim besten Willen aber nirgends ausmachen. Der straighte, keyboardlastige Rocker "Burning The Air" etwa zeigt, wo sich RUSTFIELD am meisten zuhause fühlen: im groovigen Mid-Tempo-Segment, und immer wenn man versucht, es nicht zu gezwungen auf proggig zu trimmen, klingt das Quintett am besten. Das steht zwar im Widerspruch zum überragenden Doppel-Whopper "Out Of The Blue/High Waters" (hier sieht und hört man, was alles möglich wäre), ist aber die Faustregel, die sich RUSFIELD fürs nächste Mal auf ihre Instrumente schreiben sollten.

Schade ist halt, wenn ein vielversprechender Bombast-Rocker wie "Run With Me" am Ende wieder durch die Vocals im Refrain "zerstört" wird, denn das Potential ist durchaus da - die Band muss aber scheinbar erst ihre "Mitte" finden. Es wurde hörbar viel Herzblut investiert und das Gesamtbild trübt sich leider durch die bereits erwähnten Fehltritte. Proggies und Freunde des angewandten Power Metals können hier jedoch getrost antesten, denn zumindest vier der elf Nummern sind von vorne bis hinten gelungen. Ansonsten einfach mal im Auge behalten, die Italo-Progger.



Bewertung: 2.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (07.01.2014)

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