Persuader - The Fiction Maze

Artikel-Bild
VÖ: 17.01.2014
Bandinfo: Persuader
Genre: Power Metal
Label: Inner Wound Recordings
Hören & Kaufen: Amazon | Ebay
Lineup  |  Trackliste

"Wunder gibt es immer wieder..." heißt es in einem "wunderschönen" Song und das gilt auch für die Schweden von PERSUADER. Vor fast ACHT Jahren ist mit "When Eden Burns" das letzte Studioalbum erschienen und seit 2008 arbeitete man an einem Nachfolger. Immer wieder wurde das Studiotagebuch namentlich geändert, denn in den Anfängen umfasste jenes nur die Jahreszahlen 08/09 und irgendwann wurde daraus 09/10 und so weiter und so fort... Zwar wurden alle sechs Monate mal irgendwelche "Wir leben noch!"-News samt Mini-Teaser veröffentlicht, doch irgendwann hatte man so das Gefühl, dass dieses neue Album auch in 20 Jahren nicht erscheinen wird. Umso überraschender traf mich vergangenes Jahr die Meldung, nach der PERSUADER ihr neues Werk "The Fiction Maze" FERTIG aufgenommen, gemixt und gemastered haben, um es am 17. Januar über Inner Wound Recordings zu veröffentlichen. DAS grenzt wirklich schon an ein Wunder! Im musikalischen Bereich galt das für mich als eine der größten Überraschungen 2013...

Tja...acht Jahre ist es her, wo der geneigte Fan dazu in der Lage war, ein neues PERSUADER-Werk sein Eigen zu nennen und nun gibt es endlich Nachschub für all die hungrigen Anhänger, die schon damit anfingen, Running Gags für die Band im Zuge der geplanten Veröffentlichung (die folglich erst Jahre später nun verwirklicht werden konnte) zu kreieren. Was soll's, "The Fiction Maze" ist am Start und in all den Jahren scheinen die Schweden zumindest nichts verlernt zu haben! So knallt der Opener "One Liftime" aus den Boxen als würde er vom damaligen Werk "Evolution Purgatory" stammen, woran mich der Sound von "The Fiction Maze" allgemein eher erinnert als an das letzte Album "When Eden Burns". Heißt im Klartext, dass der Sound wieder etwas ruppiger und dreckiger wirkt, die Songs aber auch härtetechnisch mehr nach vorn marschieren. Trotz einer gewissen Portion Härte war da doch immer diese fette Parallele zu den deutschen Metal-Legenden von BLIND GUARDIAN. Die Mucke marschiert nach vorn, ist trotz allem hymnisch wie Sau und genau das galt seither eben auch für die schwedischen Power Metaller. So ist allein der Titeltrack eine Hymne, wie sie im Buche steht. Man lässt Fronter Jens Carlsson in den Strophen genügend Freiraum, um sich auszutoben und da lassen selbst Grunt-artige Passagen nicht auf sich warten! Allgemein variiert man sehr gern in Sachen Tempo, nur um dann einen epischen Chorus rauszuzballern, der seinesgleichen sucht. BLIND GUARDIAN verkörpern ja längst nicht mehr die Härte vergangener Tage, aber PERSUADER gelingt eben dieses Kunststück, einen gewissen Grad an Härte mit viel Melodie zu kombinieren, für was man die Wächter früher so bewundert hat.

Klar driftet man auch mal in melancholischere Gefilde ab, was die ein oder anderen eventuell schon von SAVAGE CIRCUS kennen, die seinerzeit vom Ex-BLIND GUARDIAN-Drummer Thomen Stauch gegründet wurden. Eben jenes Gefilde erwartet uns z.B. bei "Deep In The Dark", das sich eher gemächlich nach vorn bewegt, dafür aber mit umso mehr Tiefgang zu punkten weiß! Auch PERSUADER ballern hier nicht bei jedem Song was das Zeug hält, sondern präsentieren uns gut durchdachte Songstrukturen, die sich durchaus interessant gestalten und das Album nicht zu einer Eintagsfliege verkommen lassen. Das würde zu der qualitativ hochwertigen Musik der Schweden auch gar nicht passen. Insgesamt catcht mich die Platte zwar nicht so sehr wie seinerzeit "Evolution Purgatory", aber man liefert nach acht Jahren dennoch ein sehr achtungsvolles Werk ab, das im Power-Metal-Genre definitiv auf einige freudige Hörer treffen wird! Nach so langer Zeit könnte man auch schlichtweg sagen: Comeback geglückt!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Sonata (07.01.2014)

WERBUNG: Hard
ANZEIGE