Chrome Division - Infernal Rock Eternal

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VÖ: 17.01.2014
Bandinfo: CHROME DIVISION
Genre: Heavy Rock
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Lederkutten, Nieten, lange Haare, Totenschädel, Tätowierungen und das heilige Proleten-Triumvirat bestehend aus Bier, Weibern und Pornobrillen – ich rede hier nicht vom neuen Kino-Smasher „Machete Kills“, sondern vom zehnjährigen Jubiläum der norwegischen Heavy-Rocker CHROME DIVISION, die dieses Ehrenjahr mit der Veröffentlichung ihres vierten Studioalbums „Infernal Rock Eternal“ eröffnen und mit einer fetten Tour und zahlreichen Festival-Shows fortsetzen werden. Das bunt zusammengewürfelte Dicke-Hose-Kollektiv rund um Gitarrist und DIMMU BORGIR-Frontmann Shagrath war schon immer eine Band für den besonderen Geschmack. Entweder gefällt einem das klischeetreue Schlangenlederschuh-Geriffe, oder man verspürt ob der fehlenden Eigenständigkeit und des wenig zwingenden Songwritings Weglauf-Gedanken.

Mir ging es mit Ausnahme des knackigen Debütalbums „Doomsday Rock’n’Roll“ eher schlecht mit den Skandinaviern, auch wenn sie mit SUSPERIA-Sänger Shady Blue aka Athera, Drummer Tony White und eben Metal-Shaggy viele persönliche Lieblinge im Line-Up haben. Nach dem ideenlosen „3rd Round Knockout“ haben die Burschen auch am Besetzungskarussell gedreht. Den Bass bedient nun MORTIIS-Clown Ogee, für die feurigen Solos ist GROMTH-Mucker Damage Karlsen verantwortlich. Geholfen hat das zumindest partiell, an alte Großtaten vermag aber auch „Infernal Rock Eternal“ nicht herankommen. Dabei beginnt doch alles so gut. Nach einem eher unspektakulären Intro feuern uns CHROME DIVISION die Single-Auskoppelung „Endless Nights“ entgegen und verarbeiten darin Zitate von MÖTLEY CRÜE, MOTÖRHEAD und MONSTER MAGNET so geschickt, das man im ersten Moment nicht weiß, ob man freudenspringen oder freudenbangen sollte.

Auch das flüssige „(She’s) Hot Tonight“ rockt euch das Beuschel noch ordentlich durch, danach krankt die Chromdivision aber im altbekannten Problem – das Songwriting wird durchschnittlich, weil sich niemand den Schritt zur Innovation zutraut und man lieber in (kommerziell erfolgreichen?) Gewohnheitsschemata dümpelt. „The Absinthe Voyage“ ist ein erstes gutes Beispiel für seelenloses Gerocke, aber auch die Country-eske Halbballade „Lady Of Perpetual Sorrow“ in die leicht Blues-getränkten „Moonshine Years“ nerven spätestens beim zweiten Durchlauf zum Quadrat. Natürlich besteht ein Album aus dermaßen vielen Könnern nicht ausschließlich aus Stinkern. Das arschtighte Quasi-MOTÖRHEAD-Stück „No Bet For Free“ überzeugt mit kantigen Licks, „Mistress In Madness“ drückt endlich ordentlich aufs Gaspedal und erzeugt Route-66-Stimmung und das abschließende „Ol“ ist Azzlack-Punk’n’Roll mit Stierhoden – schmeckt besonders gut nach Straßendreck und erhitztem Teer. Die klinisch glatte Produktion und der große Qualitätsunterschied haben aber einen bitteren Beigeschmack und so ist das hoch ambitionierte Jubiläumswerk nicht viel mehr als gehobener Durchschnitt.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (09.01.2014)

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