Almah - Unfold

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VÖ: 15.11.2013
Bandinfo: Almah
Genre: Progressive Metal
Label: Scarlet Records
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Lineup  |  Trackliste

Seit seinem Ausstieg bei den brasilianischen Progressive Powermetal-Göttern von ANGRA hat mich Sänger Edu Falaschi mit seinem neuen Projekt ALMAH zweimal überrascht: Einmal unfassbar positiv mit dem großartigen Debüt "Fragile Equality", danach negativ mit dem seltsamen "Motion", das sich doch weit von den Wurzeln des Erstlings und auch seinen früheren Brötchengebern entfernte und mit seinen Experimenten nicht überzeugen konnte.

Mit "Unfold" geht Herr Falaschi nun jedoch seinen weg weiter, versucht dabei aber gleichsam den Brückenschlag zwischen den beiden doch sehr unterschiedlichen Alben. Ganz so klassisch powermetallisch und - ja, auch kitschig - wie auf dem Erstling geht man freilich nicht mehr zu Werke, aber die Songs sind wieder ein wenig eingängiger geworden, obwohl man die vertrackten und anspruchsvollen Kompositionen von "Motion" beibehalten hat; aber gut, diese Art des Songwritings kennt man ja auch noch aus ANGRA-Zeiten.

Dabei punkten ALMAH auf "Unfold" vor allem mit abwechslungsreichem Material: Nach einem relativ geradlinigen Opener mit "In My Sleep" gibt es mit dem folgenden "Beware The Stroke" bereits einen modern angestrichenen Rocker im Stile etwa von Chris Jerichos FOZZY, der aber mit wunderbar melodischem Chorus punkten kann. Schon fast mit Nu Metal-Schlagseite kommen dann "The Hostage" und "Cannibals in Suits" daher, die Balladenfraktion wird mit dem gefühlvollen "Warm Wind" bedient, und "Raise The Sun" klingt fast ein wenig nach HELLOWEEN zu "Dark Ride"-Zeiten. Zu den weiteren Anspieltipps zählen das mit starken Piano-Parts angereicherte, moderne "Wings Of Revolution", dem man schon fast gewisse U2(!)-Einflüsse attestieren könnte, und das überlange "Treasure Of The Gods", bei dem ALMAH auf fast zehn Minuten Spielzeit höchst facettenreich agieren.

Bekritteln lässt sich hier fast nichts; einzig die etwas dünne und sterile Produktion könnte mehr Druck und Volumen vertragen; aber das ist im Falle von "Unfold" Kritik auf wirklich hohem Niveau.

Unterm Strich gelingt ALMAH mit ihrem Drittlingswerk, was vielen Bands in vergleichbaren Positionen verwehrt bleibt: Sie liefern ein unbestreitbar großartiges, vielseitiges Album ab, das sowohl Fans früherer Tage als auch Freunden der neueren, auf "Motion" angedeuteten stilistischen Ausrichtung gefallen sollte. Mit "Unfold" entfalten sich ALMAH in der Tat; es ist das wohl ausgewogenste und handwerklich beste Album der Bandgeschichte. Ein starkes Stück Schwermetall, mit dem einmal mehr bewiesen wird: Neben Skandinavien und Deutschland ist auch Brasilien nach wie vor eine Hochburg des Heavy Metal.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (09.01.2014)

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