ELYSION - Someplace Better

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VÖ: 24.01.2014
Bandinfo: ELYSION
Genre: Gothic Metal
Label: Massacre Records
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Lineup  |  Trackliste

Wenn in wenigen Tagen die "Hydra" von den holländischen Blockbustergaranten WITHIN TEMPTATION auf die Menschheit losgelassen wird, dann wird es im Bereich Female Fronted wohl erst mal lange kein anderes Gesprächsthema mehr geben. Daher sollte man die Ruhe vor dem Sturm nutzen und ähnlich gestrickte Alben zumindest mal als Appetizer antesten, wie zum Beispiel ELYSIONs Zweitwerk "Someplace Better".

Und dieses liefert als durch und durch zielgruppenkonformes Werk handwerklich absolut einwandfreie Kost, was beim Blick auf die Liste der Beteiligten keine Überraschung sein dürfte. Gemixed von Dan Certa (u.A. WE ARE THE FALLEN), gemastered von David Collins (u.A. LINKIN PARK, BLACK SABBATH, ALICE COOPER), Artwork von Gustavo Sazes (u.A. ARCH ENEMY, KAMELOT, MANOWAR) und Seth Siro Anton (u.A. SEPTICFLESH, MOONSPELL). Überall wo man hinschaut illustre Namen und Profis, dann kann ja eigentlich nichts schiefgehen. Wäre da nicht das Problem mit der eigenen Identität.

Auf "Someplace Better" gibt es zehn groovige, modern angehauchte und airplaytaugliche Gothic Rock Songs plus die obligatorische Ballade ("Transparent"). Und jeder einzelne davon macht Spaß, wartet mit einer einprägsamen Hook auf, überzeugt durch gewitztes Spiel mit Arrangements und dezenten elektronischen Effekten. Auf der Hitliste ganz oben steht das Eröffnungsdoppel aus "Made Of Lies" und dem Titelstück, auch "The Promise" mit seinem ultrageilen Refrain und das emotional etwas ausgefeiltere Finale "Changing" spielen in einer Liga mit vergleichbaren Krachern von EVANESCENCE oder LACUNA COIL. Da macht es auch nichts, dass "Breakfree" mal zu sehr nach "Going Under", "Made Of Lies" mal zu sehr nach "Our Truth" klingt. Dargebracht ist das ganze schließlich auf handwerklich und klangtechnisch einwandfreiem Niveau. Lediglich der Abwechslungsreichtum bleibt auf der Strecke, ein Problem, was die beiden Hauptideenlieferanten auch oft mit sich führen (insbesondere EVANESCENCE).

Aber in wie weit kann man hier noch von einer guten Bandleistung sprechen, wenn das Endprodukt ein völlig fremdbestimmtes Zielgruppenprodukt ist? Eine eigene Identität kann man ELYSION definitiv nicht zusprechen, eher schon Trittbrettfahrerei. Den Unterhaltungsfaktor auf "Someplace Better" kann man nicht leugnen, das Album macht definitiv Spaß zu hören, nur ruht der komplette Erfolg der Scheibe auf den Schultern anderer. Die Gewichtung dieses Faktors wird letztendlich über den persönlichen Zugang zur Scheibe entscheiden. Beim Rezensenten überwiegt in der Endbewertung der Unterhaltungsfaktor und die Tatsache, dass die letzten Scheiben von EVANESCENCE und LACUNA COIL qualitativ völliger Dünnpfiff waren und man somit deutlich über dem Niveau der Vorbilder liegt.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (15.01.2014)

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