TAR QUEEN - Continuum

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VÖ: 08.11.2013
Bandinfo: TAR QUEEN
Genre: Stoner Rock
Label: Radicalis Music Management
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Lineup  |  Trackliste

Eine deutliche Steigerung zum Vorgänger "Orgasoline" (2011) konnten die aus dem Schweizer Kanton Freiburg stammenden TAR QUEEN auf ihrem neuen Langeisen bewerkstelligen. Grundlegend fährt man zwar noch immer auf der Stoner/Alternative-Schiene, aber das Material von "Continuum" ist deutlich moderner und dynamischer ausgefallen - und geht viel mehr in die Stoner-Richtung, was einen jetzt zwar nicht unbedingt dazu bringt, ein Bier für alle Anwesenden auszugeben, aber immerhin. Klar, Retro-, Stoner-, Seventies-, Occult- und Was-weiß-ich-Rock sind alle grad irrsinnig angesagt, aber es kommt halt am Ende auch auf die Mischung an, aufs Feeling, und wie es quasi "in den Bauch geht".

War "Orgasoline" noch ein wenig rückschrittlicher Abgesang auf den 90s-Alternative, so kloppt man auf "Continuum" doch recht fetten Schweine-Rock raus, wie ihn auch MONSTER MAGNET, AUDREY HORNE oder MUSTASCH gerne dudeln. So viel trippiges Zeug wie bei Dave Wyndorf kann man zwar nicht vorweisen und auch der augenzwinkernde Sarkasmus von MUSTASCH fällt der Combo noch ein wenig schwer. Aber immerhin wird das knapp dreiviertelstündige Noise-Massaker nie wirklich langweilig und da und dort finden sich sogar echt knallende Preziosen.

Da wäre einmal der für mich beste Track des Albums, "The Birds Of Misfortune", der echt gut grooved und ein bisschen nach den Dunkelrockern von MADRUGADA klingt. "Gutless Wonder" ist purer Stoner-Rock mit KYUSS-Gitarren, kommt insgesamt schon relativ hart rüber. Und "E.G.O." geht super angenehm ins Ohr und verleitet beim zweiten Durchlauf schon zum Mitsummen. Dazwischen gibt's aber auch ordentlich auf die Löffel: das sich langsam aufbauende "Sam's Gritt Affair" schafft mächtig Atmosphäre, der Mid-Tempo-Stampfer "Bloo Tooth" besticht durch klasse Gitarren-Arbeit. Der Opener "Pork'n Porn" startet gut weg, peitscht mit den Gitarren immer schön nach vorne, und bei "Slide O Catfish" zwirbeln die Slide(!)-Gitarren umher und man muss fast ein wenig an TITO & TARANTULA, die Wüste, die Hitze und nackte Frauen denken.

"No Limousine No Chardonnay But A Black Suit" ist schlussendlich trotz seiner Weigerung, nach Kommerz zu klingen, fast schon eine Hitsingle geworden. Zusammenfassend muss ich sagen: Hut ab. Das Quartett hat seine Hausaufgaben gemacht und als Belohnung zücke ich ein "Eins Plus" mit Zierzeile. (warum dann nicht 5 Punkte in der Gesamtwertung? - Anm. d. Red.) Von der vielzitierten Individualität sind TAR QUEEN zwar noch ein wenig entfernt, aber das bekommt heute eh kaum noch wer auf die Reihe. Was zählt ist doch, dass die Musik Arsch tritt, in den Bauch geht, und ein Herz und eine Seele hat - anatomisch gesehen liefern uns die Eidgenossen somit also volles Programm. "Continuum" kann ich somit jedem Liebhaber von verschwitztem, buntem Auf-die Fresse-Rock nur wärmstens empfehlen!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (16.01.2014)

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