Skull Fist - Chasing The Dream

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VÖ: 10.01.2014
Bandinfo: SKULL FIST
Genre: Heavy Metal
Label: Noiseart Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Stillstand muss nicht immer Rückschritt bedeuten. Das dachten sich mit Sicherheit auch die kanadischen Lausebengel von SKULL FIST, die mit „Chasing The Dream“ den in Puristen-Kreisen hart ersehnten Nachfolger zu ihrem gefeierten Debütwerk „Head Öf The Pack“ nachschieben. Warum eine noch junge und agile Band ganze zweieinhalb Jahre für ein Album braucht, das klanglich eigentlich nahtlos an das Debüt angeschlossen hätte werden können, erschließt sich mir nicht ganz. Gerade im Karriere-Frühling sollte doch genug Material zur Verfügung stehen? Gut, der Skateboard-Nackenbruch des Frontmanns hat auch Zeit gekostet. Jedenfalls wird die Klientel perfekt bedient, denn in punkto Veränderungen hat sich bei den Ahornblättern genau Null bewegt.

Diese akustische Gleichförmigkeit offenbart aber auch die größte Schwäche des neuen Longplayers. Dermaßen ideen- und innovationslos ging schon länger keine größere Band mehr auf die Barrikaden – obwohl man SKULL FIST fairerweise attestieren muss, dass hier alles auf Genre-hohem Niveau geschieht. „Hour To Live“ etwa ist ein ganz guter Einheizer, aber die Kanadier bekommen eigentlich erst ab Track zwei richtig Schmalz auf den Wadln. „Bad For Good“ rifft sich nämlich in herrlicher Old-School-JUDAS-PRIEST-Manier durchs Unterholz und begeistert auch damit, dass Shouter Jackie Slaughter hier nicht ausschließlich durch die Gegend kreischt, sondern zumindest partiell in tieferen Regionen singt. Natürlich klingen SKULL FIST besonders saftig, wenn sie kompromisslos dem 80er-Heavy-Metal huldigen und dabei ein bisschen aufs Gaspedal drücken („Chasing The Dream“, „You’re Gonna Pay“).

Von diesen Referenzen haben sie unzählige im Köcher, denn obwohl angesprochene Ideenlosigkeit schon nach einem halben Durchlauf auffällt, kommt man nicht ungebangt an den kantigen Riffs, melodiösen Soli und knackigen Songstrukturen vorbei. Besonders schön tönen einem dabei „Sign Of The Warrior“ und das schmucke Instrumental „Shred’s Not Dead“ entgegen. Den wahren Schmisser haben sich die Jungs dennoch bis zum Schluss aufgehoben. „Mean Street Rider“ beginnt nicht nur selbstironisch mit einem Skateboard-Unfall und formt sich zu einem Power-Rhythmus-Stück, sondern zündet im letzten Drittel auch noch hochattraktive Riff-Salven. Dass die schwereren Heavy-Metal-Anteile stark zurückgefahren wurden ist neben der Uniformität der Songs das zweite Problem. Deswegen gibt’s hier auch Abzüge, denn wie man Old-School-Metal mit richtigen Eiern zelebriert, das zeigen die Schweden von ENFORCER immer noch am besten.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (13.01.2014)

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