LAKE OF TEARS - By The Black Sea (Live)

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VÖ: 31.01.2014
Bandinfo: LAKE OF TEARS
Genre: Gothic Rock
Label: AFM Records
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Lineup  |  Trackliste

LAKE OF TEARS sind irgendwie wie alte Wegbegleiter... wohlvertraut, in einer bestimmten Phase wichtig, danach verlor man sich allerdings aus den Augen und es muss auch nicht alles befürworten, was zwischenzeitlich passiert ist. Und plötzlich sind sie wieder präsent, die Schweden, zuerst live am Bang Your Head-Festival (zum Livereport), nun auch auf Tonträger. “By The Black Sea” heißt das neue Elaborat und verbindet beide Komponenten auf diesem Live-Album. Die „Hochphase“ der Band in der Dark/Gothic–Metalschiene war Mitte der Neunziger, "Headstones" (1995) liegt doch 19 Jahre zurück, danach kam "A Crimson Cosmos" (1997) und nach dem melancholischen „Forever Autumn“ begann es schon ein wenig bergab zu gehen.

Es folgte die Auflösung der Band, die nach der Jahrtausendwende veröffentlichten Alben hatten teilweise auch ihre Momente, konnten als Gesamtpakete aber meiner Meinung nach nicht an die lässigen Alben der Mittneunziger anstinken. Dennoch üben die toll komponierten Nummern auf vorliegendem Livedreher eine teils echt faszinierende Wirkung aus, packend die sägenden Gitarren und vor allem die tollen Melodien und Stimmungen, welche die Band auch in der Livesituation zu erzeugen vermag. Auch sehr ansprechend klingt die dezent eingesetzte Orgel (etwa bei „Boogie Bubble“). Schwachpunkt war seit jeher Sänger und Bandchef Daniel Brennare, der (wie das Livealbum wieder überdeutlich macht) wie eh und je gepresst rumschreit und -nölt, sodass LAKE OF TEARS immer schon mit einem Nachteil in den Wettbewerb mit Combos wie TIAMAT, CEMETARY, PARADISE LOST & Co. gestartet sind.

Aufgenommen wurde das Ganze im rumänischen Bukarest, die gesamte Veröffentlichungsbandbreite wird berücksichtigt, ironischerweise wird aber etwa auf „A Foreign Road“ oder „Devil´s Diner“ – seinerzeitige Earcatcher – verzichtet. Schlagartig wird mir wieder klar, warum ich das eigentlich geplante LAKE OF TEARS-Konzert am BYH-Festival impulsiv für die grandiosen SAXON geopfert habe und diesen spontanen Entschluss nach dem Genuss dieses Livealbums – geschuldet vor allem dem kaputten Organ von Daniel Brennae - nicht wirklich bereue. Zusätzlich erscheint das Album auch auf DVD (gleiche Songs wie auf der CD, samt Videoclips "Illwill" und "House Of The Setting Sun" und Interview). Für Fans der Band und Leute, die einen melancholischen Nostalgietrip durch die Dark-Metal-Musikgeschichte buchen wollen und dabei einige Songperlen entdecken dürfen.

Der Titeltrack vom letzten Album:



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (23.01.2014)

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