SUCKCEED - This Side Up

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VÖ: 27.12.2013
Bandinfo: SUCKCEED
Genre: Heavy Metal
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Normalerweise fängt ja der frühe Vogel den Wurm, aber im Metal-Business ist auch die Beharrlichkeit eine nicht ganz unwichtige Tugend. Seit zehn Jahren rocken sich SUCKCEED aus dem niederösterreichischen Wiener Neustadt nun gleichsam durch die Botanik, wie den Arsch ab. Bereits ihre ersten beiden Alben "Suckceed" und "Sonication 24/7" konnten die kollektive Musikpresse begeistern und auch Wacken durfte die Band 2008 schon mal präventiv beschallen. Nach personellen Umbauten ist man nun mit neuer Scheiblette "This Side Up" am Start und strotzt auch trotz des fortgeschrittenen Alters einiger Protagonisten noch vor jugendlicher Knackigkeit. Musikalisch gesehen zumindest. Da können sich einige Youngsters mal ein Scheibchen davon abschneiden und wer die Band schon mal live erlebt hat, der weiß: SUCKCEED kicks fucking ass!

Keine Ahnung, warum die Truppe noch keinen Plattendeal erhaschen konnte - bei all dem hausgemachten Scheiß, den wir tagtäglich um die Ohren geblasen bekommen, ist der ehrlich-erdige Hardrock/Metal-Cocktail der fünf Herren nämlich eine wohltuende Massage für Nerven und Ohren. Das Teil wurde also wieder in Eigenregie veröffentlicht, nichtsdestotrotz kann man mit einem ziemlich fetten Sound aufwarten, der eigentlich nix zu wünschen übrig lässt - Produzent Harald Gneist sei Dank! Der musikalische Aktionsradius von SUCKCEED beschränkt sich streng gesehen auf den klassischen Metal, garniert mit einigen Sleaze-Referenzen und Hardrock-Versatzstücken. Bands wie W.A.S.P., DOKKEN oder SHAKRA fallen mir als verwandt ein, oder auch ein wenig die PRETTY MAIDS und hie und da KISS. Das Quintett auf diese paar Bands zu reduzieren wäre aber der falsche Weg.

Gerade das markante Organ von Sänger Franky Bauer verschafft der Combo schon einen gewissen Wiedererkennungswert und die Instrumentalfraktion schöpft aus einem riesigen Erfahrungs-Fundus. Das bewirkt, dass SUCKCEED zu keinem Moment österreichisch klingen und das ist - man muss es leider so ausdrücken - im heimischen Musikbiz bereits ein riesengroßer Bonus. Unterm Strich fallen von den neun Tracks auf "This Side Up" dann auch nur zwei ein wenig unter das hohe Qualitätsniveau - und wie so oft sind es eher die balladesk angehauchten Tracks: "Heroes" und "A Better Man". Dafür können mich die Knaller "Shortcut To Paradise", "When The Lights Go On" und "The Calling" gleich am Stück begeistern. Das ultrafette "Gone To Far", der Up-Tempo-Bolzen "Ashes 2 Ashes" und das mit großartigem Riffing gespickte "My Name" sollten schlussendlich dann doch jeden überzeugen, der meint, es gäbe in Österreich keine hoffnungsvollen Bands in diesem Genre mehr. SUCKCEED belehren uns eines Besseren, müssen umgehend auf möglichst viele Bühnen dieser Welt und es wird ihnen hoffentlich bald der längst verdiente Plattendeal offeriert!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (29.01.2014)

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