MaYaN - Antagonise

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VÖ: 31.01.2014
Bandinfo: MaYaN
Genre: Death Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

"Lügen und Propaganda der Regierungen weltweit, Spionage, ein sogenannter „Krieg gegen den Terror“, die angebliche „Freiheit“, die nur deshalb erhalten wird, um uns besser zu kontrollieren…"

Hut ab, eine kritische, wenn auch etwas grob formulierte politische Aussage in einem Promosheet. Regt sich doch so allmählich ein Widerstand? Naja, zumindest Mark Jansen (EPICA) möchte seinen geneigten Hörern einen Denkanstoß geben, was "Antagonise", das am 31. Jänner erscheinende Zweitalbum seiner Zweitband MAYAN, aus dieser Sicht durchaus interessant aber gleichzeitig auch kompliziert macht. Denn nebst der lyrischen Route hat man sich, wie das äußerst durchwachsene "Quarterpast: Symphonic Death Metal Opera" bereits gezeigt hat auch rein instrumental einer eher anspruchsvollen Marke verschrieben, die den Zugang zusätzlich erschweren.

Die Bereiche der Probleme des Debüt-Albums sind dabei recht simpel abgesteckt: Zielloses, häufig unnachvollziehbares Songwriting und dazu verschwenderische bzw. überladene Arrangements, eine völlig drucklose und deplatzierte Produktion und dadurch erschien es mit knapp 60 Minuten als ein viel zu langes und überambitioniertes Album. Anders formuliert machte "Quarterpast" eher den Eindruck, als hätte man alles verwertet, was für EPICA nicht in Frage kam. Allerdings ohne einen richtigen Ansatz oder Hintergedanken dabei. Diese Problemzonen kann "Antagonise" nur partiell ausmerzen.

Entschlackt haben MAYAN ihre Kompositionen auf jeden Fall, das lässt sich bereits im Opener "Bloodline Forfeit" zum ersten aber nicht zum letzten Mal herausfiltern und auch die Produktion ist insgesamt mit etwas mehr Druck versehen worden, wenngleich die Gitarren nach wie vor nicht die Ausstrahlung atmen können, die für diese musikalische Ausrichtung wichtig ist. Das und eine gewisse (durchaus hörbare) Einfallslosigkeit des Herrn Schiphorst an der Gitarre fungieren quasi als Kettenreaktion dazu, dass eine homogene Verknüpfung der Riffs mit der Orchestrierung nahezu über die durchgehende Albumlänge leidet. Dadurch ist es einzig dem getrennten Zweiteiler "Paladins of Deceit - National Security Extremism Part 1" und "Faceless Spies - National Security Extremism Part 2" möglich, annähernd zu überzeugen.

Die Tatsache, dass zwischen Metal und Orchester hier eher eine Zweckgemeinschaft denn eine Liebesbeziehung (Paradebeispiele: "Burn Your Witches" und "Redemption - The Democracy Illusion") herrscht, zieht sich dabei wie ein roter Faden durch "Antagonise" und auch wenn genau das der musikalischen Entfaltung inklusive den eigentlich sehr guten und vor allem interessanten Lyrics schadet, liegt die Wurzel allen Übels vermutlich woanders begraben. Dröselt man das ganze nämlich von einer anderen Perspektive aus auf, kann man eben die ursprüngliche These vertreten, dass eine gewisse Symbiose aus klassischen und metallischen Bauteilen schon alleine deswegen nicht möglich ist, weil die Ideen von Jansen und MAYAN klanglich einfach völlig inspirations-, gesichts- und aussagelos sind. Da dies konträr zu der Qualität der Texte und der letzten beiden EPICA-Alben geht, verdichtet sich der anfängliche Verdacht vom Gebrauch der B-Ware der Hauptband einiger dieser sonst tadellosen Musiker. Warum? Weil der angepriesene "Death Metal" in der Genrebezeichnung bis auf die Growls als Etikettenschwindel anzusehen ist (Frank Schiphorst würde bei jener Hauptband Jansens nicht auffallen), die symphonischen Fragmente auf "Requiem For The Indifferent" und "Design Your Universe" um Welten besser eingebaut sind und sich das im Beipackzettel angefügte "Progressive" auf wirre Strukturen und ein paar Klargesangs- und Keyboardeinlagen der Marke AYREON beschränkt. Vereinfacht gesagt: Jeder einzelne der Band ist nachweislich versiert genug, als Kollektiv aber zeigen MAYAN das auf "Antagonise" viel zu selten.



Bewertung: 2.0 / 5.0
Autor: Pascal Staub (27.01.2014)

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