TRIUMPHANT - Herald The Unsung

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VÖ: 01.03.2014
Bandinfo: TRIUMPHANT
Genre: Black / Thrash Metal
Label: Heavy Forces Rec.
Lineup  |  Trackliste

Wenn nicht nur in der lokalen bzw. österreichische Szene, sondern auch überregional der unbändige Ruf des großen Biest vernommen wird, dann bahnt sich wohl ein mächtiges Ungetüm seinen Weg, vielmehr zieht es eine Schneise der Verwüstung durch die Musiklandschaft. TRIUMPHANT sind ja aus MANIC DISEASE hervorgegangen, wie die Band im ausführlichen Interview bereits erläuterte. Die auf vorliegendem Debütdreher gezeigte Klasse entstammt dieser Ursuppe, die auf diesen Seiten schon seit jeher gebührend vorgestellt und auch begleitet wurde. Ein Line-Up-Wechsel am Drumkit, der (Wieder-)Einstieg von Fronter Bekim und die Verstärkung mit einer zweiten Gitarre ermöglichte ihn, den Aufstieg der nunmehr unter dem Banner TRIUMPHANT agierenden Berserker aus eigentlich Heiligen Tiroler Landen, der dank moderner Kommunikationswege auch über die Landesgrenzen hinaus mit Spannung verfolgt wird.

Den Kick-Off zum folgenden, großformatigen Black/Thrash/Heavy Metal-Fest bildet das hypnotische Intro "Triumfator", danach öffnen sich mit dem bereits im Vorfeld veröffentlichten "Nachzehrer" die Tore der Hölle. Der Track atmet den urwüchsigen Metal- und Undergroundspirit und ist eine geile Hackabfahrt mit Songtitel-Mitbrüllteil. RUNNING WILD-Gitarren eröffnen "Life Under The Inverted Cross" / "Život ispod obrnutog krst" (in Serbisch gesungen), ein Uptempo-Stück, das wieder mit einem typischen Bekim-Eierkneif-Scream, melodischer Gitarrenarbeit und "Heavy Metal"-Intermezzo veredelt wird. "Necromantic Force" ist ein "Alttrack", der durch seinen einprägsamen Refrain besticht und echten Fans aus MANIC DISEASE-Zeiten (zum "Live Necromancy"-Review) bekannt sein müßte. "Devotion" ist nordisch-klirrend und eine DISSECTION-Verneigung, die mit psychotischem Vocalteil aufgepeppt wurde. Sänger Bekim, ohnehin ein wahres Metal-Tier, durch dessen Venen flüssiger Stahl zu pumpen scheint, kann hier wiederum punkten.



Das hungrige und großformatig aufzockende Quintett huldigt den Großen des Genres, DISSECTION, NIFELHEIM, DESASTER und Co. ebenso wie den Black- und Thrash-Altmeistern und würzt den Black/Thrash Metal-Hammer mit einer wohlfeilen Prise Heavy Metal/NWoBHM/RUNNING WILD-Reminiszenzen. All diese Elemente fügen sich spielerisch zusammen und verschmelzen wie selbstverständlich zu einer hochexplosiven Mischung puren Stahls. Dass das tolle Studiomaterial auch live bestens umgesetzt wird, hat die Band in Livegigs, zuletzt in der fulminanten Show in Landeck (zum Livereview) bereits unter Beweis gestellt. Gehärtet in diesen Stahlbädern entfalten die attitüdetriefenden Stücke auf "Herald The Unsung" ihre volle Wirkung und atmen den Spirit des Dunklen und des urtümlichen Metals.

Das von Patrick Engel toll und den Ansprüchen des Genres gerecht werdend produzierte Debut-Album wurde mit der entsprechenden druckvollen Power wie auch der obligatorischen Räudigkeit versehen, sodass das Schlachtfest in optimal passendem Soundkleid stattfinden kann. Es folgt eine kurze Verschnaufpause mit einem weiteren Intro, bevor "Fullmoon Over Transylvania", ein schneller Abschädel-Track, der mit einem SLAYER-eskem Gitarrensolo beschlossen wird, den Hörer wieder in Metalbahnen lenkt. Der Titeltrack weckt wiederum beste Erinnerungen an DISSECTION. Bevor zum Songende hin wieder der Sturm losbricht, enthält die 9 Minuten Nummer einen ruhigen Mittelteil.

Ebenfalls schon vorab veröffentlicht wurde die Bandhymne "Triumphant", die aufgrund der melodischen Gitarrenarbeit den klassischen Heavy Metal zelebriert und variablen, hysterisch-psychedelischen Sprechgesang und einen finalen, geilen Power Metal Eunuchen-Scream (eine Spezialität des Frontmanns) enthält. Ein einprägsamer, sehr gelungener und mehr als würdiger Abschluss für ein Album, das nach den bislang gezeigten Liveleistungen der Zauberer des Stahls zwar erhoffbar, aber in der gezeigten Qualität nicht zwingend erwartbar war, schlußendlich aber nur ein logischer Schluß sein konnte. Sowohl song- wie auch soundtechnisch klingt "Herald The Unsung" abwechslungsreich und aufregend, wie auch rau und mächtig. Trotz wiederholten Livegenusses knallen die vor Dynamik strotzenden Songs auch auf Tonträger, der neben erhabenen Momenten und melodischen Ergüssen auch mit dunkel geschwärzten Abfahrten vollgepackt ist und die wahre Essenz des Metals herausfiltert.



Der Metal-Underground wird wohl seine Ohren spitzen, die Sammler werden sich die Hände reiben (es gibt eine limitierte Kassettenversion sowie eine Die Hard-Edition des Vinyls) und dass sich ein renommiertes Label wie Cyclone Empire die Rechte an der CD-Veröffentlichung gesichert hat, dürfte wohl auch niemanden verwundern. TRIUMPHANT legen mit "Herald the Unsung" eines der besten Album-Debuts und überhaupt eine der tollsten Veröffentlichungen aus dem harten Sektor vor, das jemals in hiesigen Landen das Licht der schwarzen Sonne erblickte!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (03.03.2014)

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