Endvade - Ascension

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VÖ: 01.10.2013
Bandinfo: Endvade
Genre: Deathcore
Label: Eigenproduktion
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Lineup  |  Trackliste

Die neue Modedroge im Modern-Metal-Umfeld heißt Djent. Dabei handelt es sich im musikalischen Sinne eigentlich nur um die Verwendung von mehreren um eine Quinte ergänzte Power Chords. Dank der Popularität einiger prominenter Djent-Chord-Verwender wie PERIPHERY, TESSERACT und natürlich MESHUGGAH, hat man daraus jüngst eine eigene Nische bzw. ein eigenes Genre errichtet. Zu diesem illustren Kreis der Djentler darf man auch die kanadischen Neulinge ENDVADE zählen, welche mit "Ascension" ihr erstes hörenswertes Lebenszeichen setzen.

Doch wie klingt nun das Genre "Djent" eigentlich? Diese Frage zu beantworten ist für sich gesehen fast unmöglich, da der gemeinsame Nenner tatsächlich lediglich diese eine Akkordform ist. Und diese wird inzwischen in den unterschiedlichsten Spielarten der Gitarrenmusik verwendet, sei es Prog, Death, Thrash, einfacher Rock und eben in fast sämtlichen Spielarten des Modern Metal. So klingen ENDVADE dann auch häufiger nach Metal- oder Deathcore denn nach irgendeiner fremdklingenden Spezialität. Freilich aber hier in der anspruchsvollen Variante. Denn die fünf Kanadier verstehen ihr Handwerk, sowie auch ihr Songwriting. So werden Breakdowns nicht inflationär verwendet, sondern lauern hinterrücks und attackieren den Hörer dann, wenn er sich in (melodischer) Sicherheit wiegt. Beispielsweise im Finale zu "Religion", bei dem ein furioses Gitarrenduell gemein und abrupt unterbrochen wird. Bei "How's The Rain", zu dem auch ein Videoclip existiert, dominiert das Wechselspiel aus harten Grooves, verspielten, aber immer nachvollziehbaren Riffs und süchtig machender Hooks. Stichwort Hooks: Der schmale Grad zwischen Eingängigkeit und emotionalem Kitsch wird glücklicherweise nicht überschritten, die Melodien von "How's The Rain" und "Unconditional Love" bleiben lange in den Gehörgängen haften ohne auf poppige Muster zurückzugreifen. Lediglich mit dem in Elektronik ertrinkendem Opener "Another Big One Shelley" hat man sich keinen Gefallen getan. Die ausgewogene Instrumentalarbeit der restlichen Stücke beweist ja, dass man sich nicht hinter zu vielen Special Effects verstecken muss. Von Songdienlichkeit kann da keine Rede mehr sein.

Fazit: Der Djent von ENDVADE klingt in erster Linie nach modernem Metal mit vielen Core-Elementen, die jedoch absolut treffend, spannend und hörenswert in Szene gesetzt werden. Kein Kitsch, keine Kompromisse und keine ausgelutschten Strukturen. So ist man in der Tat eingangs genannten Bands näher als das Gros der Masse an seelenlosen Nachahmern. Empfehlenswert!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Christian Wilsberg (08.02.2014)

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