CRIPPLE BASTARDS - Nero In Metastasi

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VÖ: 14.02.2014
Bandinfo: CRIPPLE BASTARDS
Genre: Grind Core
Label: Relapse Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Da feiern die Gewaltästheten fröhliche Urständ. Die italienischen Lärmrabauken von CRIPPLE BASTARDS sind beileibe kein A-Liga-Grindkommando, wissen aber mittlerweile schon seit mehr als 25 Jahren im Underground zu rumpeln und die zahlreichen eingeschworenen Aficionados zu betören. Klar, das Quartett aus dem norditalienischen Asti gehört vor allem bei der Obscene-Extreme-Stammklientel in die Sammlung, wie das Amen zum Gebet, nur geizen Sänger Giulio The Bastard und seine fidelen Mit-Zertrümmerer mit Studioalben. Was sie dafür bereits an Splits auf den Markt geworfen haben, ist eigentlich unfassbar. Ein kleiner Auszug aus dem Partnerprogramm gefällig? AGATHOCLES, PSYCHOTIC NOISE, MASTIC SCUM, EYEHATEGOD, SUBLIME CADAVERIC DECOMPOSITION – da bleiben wohl wenige Fragen übrig.

„Nero In Metastasi“ ist streng genommen das erste Full-Length-Album seit dem geschmackvollen 2008er Magenschlag „Variante Alla Morte“ und zeigt das südländische Konglomerat gottseidank erneut in absoluter Hochform. Wieder in den bewährten Produzentenhänden von Fredrik Nordström knallt und kracht es hier aus allen Ecken und Enden, ohne sich dabei der Peinlichkeit einer Überproduktion schuldig zu machen. Wie im Grindcore üblich, wird die Zwei-Minuten-Grenze nur in den seltensten Fällen überboten und vermehrt Wert darauf gelegt, den vielen Fans möglichst viele Highspeed-Blastbeats und Keifattacken um die Ohren zu blasen. Warum auch nicht? So forcieren die CRIPPLE BASTARDS ihre Stärken und geben sich keinen schnöden Experimenten hin, die ohnehin nicht funktionieren würden.

Was das Herz so mancher Old-School-Freaks besonders erfreuen wird ist die Tatsache, dass sich die Jungs nicht im redundanten Goregrind-Bereich festkrallen, sondern so gut wie all ihre Tracks mit fetzigen Altschul-Thrash-, Crossover- und Punk-Vibes würzen. Damit klingen die CRIPPLE BASTARDS im Endeffekt wie eine besonders flippige Mischkulanz aus S.O.D., NAPALM DEATH, LENG TCH‘E und ein ganz klein wenig SLAYER. Der Hauptfokus liegt natürlich bei den blastenden Grind-Attacken und gerade Songs wie „Regime Artificiale“, „Passi Falsi“, „Senza Impronte“ oder „Agonio Di Un Rientro Forzato“ erweichen euer Ohrenschmalz. Doch selbst wenn auf die Bremse gedrückt wird („Occhi Trapiantati“) freut man sich noch ob der ehrlichen Spielfreude. Die ganz große Überraschung ist der ans Ende gesteckte Neunminüter „Splendore E Tenebra“, der mit Doom- und Goth-Vibes den Rest des rüden Rumpelns sympathisch und auch interessant konterkariert. Meine liebe Herren Schlachtermeister – hier wartet gutes Rohfleisch zur Bearbeitung!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (07.02.2014)

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