HEART - Fanatic Live From Caesars Colosseum

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VÖ: 21.02.2014
Bandinfo: HEART
Genre: Rock
Label: Frontiers Records
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Lineup  |  Trackliste

Mitten ins ohnehin mit Highlights vollgepackte Musikjahr 1987 krachte "Bad Animals" mit all seinen tollen Songs und dem Überkracher "Alone". Die Magie der hübschen Wilson Sisters (die dunkle Ann am Mikro und vor allem Nancy an der Gitarre) übte eine immense Faszination auf Legionen von Rockmusikfans aus. Wer sich bereits davor mit der Band beschäftigt hatte, wußte schon damals nicht nur die optischen Vorzüge, sondern auch die musikalischen Qualitäten der beiden und die Klasse von Nummern wie "Barracuda" (1977) oder "Straight On" zu schätzen. Der Rocker "Even It Up" markiert den Übergang der Band aus den erfolgreichen Siebzigern (sehr toll auch das ebenfalls aus den Endsiebzigern stammende "Heartless") in die glorreichen Achtziger, die hier vor allem auch durch die beiden Balladen "These Dreams" und "What About Love" repräsentiert werden.

Kritikpunkt bei diesem, im Caesars Colosseum in Windsor, Ontario, mitgeschnittenen Album (auch als DVD/BluRay-Konzert bzw. Audio/Video-Package erhältlich) ist der erdige, zu dumpfe Sound, der vor allem der Stimme von Ann Wilson nicht gerecht wird. Zwar verfügt das Livedokument so über einen authentischen und rauen Charme, allerdings hätte das Ganze ruhig etwas poliert werden können. Die Soft-Version von "Alone" der beiden mit einem Stern auf dem "Hollywood Walk of Fame"-geehrten Ladies kann mir ebenfalls gestohlen bleiben, hier sollte voluminöser Pomp und Theatralik im Vordergrund stehen und nicht getragenes Akustik/Keyboard-Gewaber.

Wieder einmal wird der Versuch unternommen, das umfassende Oeuvre (immerhin reicht die Discografie bis ins Jahr 1976 zurück) der Band aus Seattle auf einer Single-Live-CD zu verewigen. Sei zwar in diesem Falle "entschuldigt", schließlich galt es, das 2012er "Fanatic"-Album zu promoten, das mit gleich vier, zweifellos guten Nummern (Titelsong, "Dear Old America", "59 Crunch" und "Mashallah") (über-)repräsentiert wird und das Konzert halt mit einigen Pflichthits aufgefüllt wurde. Schlußendlich hätte man etwa statt "Dog & Butterfly" den einen oder anderen Kracher ("If Looks Could Kill", "There's The Girl", "All I Wanna Do Is Make Love To You" oder "Who Will You Run To") im Konzert, respektive auf dieser Veröffentlichung, platzieren können. Eher für echte Fans, Neueinsteiger werden mit dieser Veröffentlichung nicht adäquat eingeführt.



Ohne Bewertung
Autor: Thomas Patsch (17.02.2014)

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