DANIELE LIVERANI - Fantasia

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VÖ: 10.01.2014
Bandinfo: DANIELE LIVERANI
Genre: Heavy Metal
Label: SG Records
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Lineup  |  Trackliste

Hierzulande ist der Name DANIELE LIVERANI (noch) nicht allzu bekannt – außerhalb seiner Heimat Italien hat der Gitarrist bisher hauptsächlich durch die Rock-Oper „Genius“ auf sich aufmerksam gemacht. Ähnlich wie bei Tobias Sammets AVANTASIA-Konzept komponiert DANIELE LIVERANI die Musik und lässt dazu namhafte Sänger (wie JORN LANDE, ERIC MARTIN, DANIEL GILDENLÖW u.a.) auftreten.

Abgesehen von seinen Komponiertalenten ist Herr LIVERANI in erster Linie ein verdammt guter Gitarrist und das wird auf seinem (zweiten) Solo-Album „Fantasia“ deutlich. Auch hier wurde die gesamte Scheibe von ihm komponiert und mit einigen jungen italienischen Musikern an den anderen Instrumenten aufgenommen. Im Gegensatz zum „Genius“-Konzept bleibt der Gesang außen vor, bis auf wenige Zitate und Sprachsamples (die oft die Songs einleiten oder beenden und so teilweise an PAUL GILBERT erinnern) bleibt „Fantasia“ rein instrumental.

Stilistisch bewegt sich DANIELE LIVERANI vor allem im Heavy Metal-/Rock-Bereich. Grob könnte man die Songs auf „Fantasia“ irgendwo zwischen dem gutgelaunten Rock von JOE SATRIANI und dem schnellen Heavy Metal von YNGWIE MALMSTEEN’S RISING FORCE einordnen. Dazu werden je nach Lust und Laune Fusion-, Jazz- oder Funk-Parts eingebaut.

So würde der Opener „Unbreakable“ genauso auf das 1988er YNGWIE MALMSTEEN’S RISING FORCE-Album „Odyssey“ passen – bis auf die zwischendurch eingeschobenen BOOTSY COLLINS-Funk-Bassparts. „Gigantic“ wiederum überzeugt mit progressivem Rock-Fusion-Geshredde á la LIQUID TENSION EXPERIMENT.

„Fantasia“ ist aber nicht nur reines Gitarren-Speed-Geballere, zwischendurch schiebt der Meister auch mal ruhigere instrumentale Power-Balladen wie „Peacefully“ oder „Black Horse“ ein. Überhaupt erkennt man schon an den Songtiteln, ob das Lied jetzt eher in ruhigere oder heftigere Gefilde neigt – Namen wie „Apocalypse“, „Unbreakable“ oder „Rage“ machen klar, dass hier kräftig an den Geschwindigkeits- und Härteschrauben gezogen wird.

Was „Fantasia“ von anderen Soloalben bekannter(er) Gitarristen abhebt, ist das das Album auch ohne Gesang prächtig funktioniert. Hier wird nicht nur selbstzufriedener Technik- und Geschwindigkeitsfetischismus zelebriert, sondern alle Tracks wirken als echte Songs. Der Gesang geht durch die abwechslungsreichen Melodielinien bei Gitarren und Keyboards nicht ab. Damit bleibt die Halbwertszeit von „Fantasia“ für ein reines Instrumentalalbum erstaunlich hoch. Den Hörspaß trüben einzig und allein die allzu synthetisch abgemischten Drums, die vor allem bei schnellen Toms-Passagen stark an einen Drum-Computer erinnern.

Abgesehen davon ist „Fantasia“ ein Album mit starkem Spaß- und Suchtfaktor – seit JOE SATRIANIS genialem „Surfing With The Alien“ hat es kaum ein Instrumentalalbum so lange im CD-Spieler ausgehalten.



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Luka (11.02.2014)

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