SPARTA - Welcome To Hell

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VÖ: 28.02.2014
Bandinfo: SPARTA
Genre: NWoBHM
Label: High Roller Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Man kann der Traditionsschmiede High Roller Records alles Mögliche vorwerfen, mit Sicherheit aber nicht, dass sie auch nur ein obskures Detail aus der Vergangenheit vergessen würden. Das beste Beispiel dafür sind die fünf wackeren, aber sich bereits im Pensionsalter befindlichen Spartaner aus dem englischen Mansfield, die sich 1979 gründeten, um auf die grassierende NWoBHM-Welle aufzuspringen. Die Ergüsse waren damals noch überschaubar. 1980 entstand die Single „Fast Lane“, ein Jahr später die Single „Tonight“ und eine Split mit Bands wie TYRANT, MANITOU oder SAVAGE – selbsterklärend, dass sämtliche hier angeführte Exemplare absolute Sammlerraritäten darstellen.

Auseinandergebrochen sind SPARTA schlussendlich ohne viel Aufhebens 1990, die Wiedervereinigung hat man High Roller zu verdanken. Die veröffentlichten vor drei Jahren nämlich die Compilation „Use Your Weapons Well“, um die Band Neulingen und Hardcore-Sammlern ins Gedächtnis zu rufen, woraufhin sich die alten Herren tatsächlich noch einmal zusammengesetzt haben, um neue Songs zu schreiben und es – no na – einfach noch einmal zu wissen. Das ist per se schon mehr als löblich, wer außerdem 35 Jahre nach der Bandgründung sein Debütalbum veröffentlicht, hat seinen Eintrag in den obskuren Metal-Annalen ohnehin gesichert. „Welcome To Hell“ ist ein auf drei Teile aufgebautes Konzeptalbum über die Hölle und verwurstet in der knappen Dreiviertelstunde Spielzeit so ziemlich alle musikalischen Richtlinien, die geübte Old-School-Metaller aus den alten Hartwurst-Dekaden kennen.

Heißt nichts anderes, als das sich SPARTA nicht nur ausschließlich am galoppierenden NWoBHM festhalten (dafür gibt es zu wenig aussagekräftige Gitarrenduelle), sondern viel Echtstahl-Zitate von JUDAS PRIEST und so manches Hard-Rock-Lick aus dem BLACK SABBATH-/AC/DC-Fundus im Gesamtpaket verwursten. Dies bitte aber nicht als richtungsgebend aufzufassen, denn der größte Teil des Albums folgt schon den Fußstapfen von TYRANT, DIAMOND HEAD oder den TYGERS OF PAN TANG. Das plätschert meist recht harmlos, aber mit deutlich hörbarem Herzblut aus dem Äther. Warum die grau melierten Spartaner ausgerechnet bei „Angel Of Death“ und „Time“ zu Albumbeginn die Härteschraube anziehen, erschließt sich mir nicht ganz – repräsentativ für das Album sind die Tracks jedenfalls nicht. „Welcome To Hell“ ist netter, nicht unbedingt zwingender Stoff zum Nebenbeihören, der nicht beißt, aber auch nicht langweilt. Phatten Respect aber für die Altersmotivation samt Tour-Plänen und weiteren Albumwünschen. Das gibt einen halben Extrapunkt!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (19.02.2014)

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