VANDENBERG'S MOONKINGS - Vandenberg's Moonkings

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VÖ: 24.02.2014
Bandinfo: VANDENBERG'S MOONKINGS
Genre: Hard Rock
Label: Mascot Records
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Lineup  |  Trackliste

Wer VANDENBERG, zumindest vom Video zu "Burning Heart" her noch als Band kennt, darf sich hiermit fast zum alten Eisen zählen. Unter diesem Namen firmierte nämlich Gitarrist Adrian Vandenberg, bevor ihm der Sixstring-Posten bei WHITESNAKE angeboten wurde, welchen der Holländer dankbar annahm und gemeinsam mit (ex-DIO) Gitarrero Vivian Campbell die Gitarrenfraktion der soeben mit „1987“ erfolgsmäßig voll durchgestarteten WHITESNAKE repräsentierte und schließlich auch am erfolgreichen Nachfolger „Slip Of The Tongue“ mitschrieb. Nach glorreichen Zeiten im Zeichen der weißen Schlange kam es nach dem Ausstieg zu einem kurzen Aufleben der eigenen Band, ansonsten kümmerte sich der Niederländer eher um seine Malerei, denn um die Verwirklichung seiner musikalischen Talente.

Der Oranje scharte nun unter VANDENBERG'S MOONKINGS jüngere, hungrige Talente um sich, um dem Drang, Musik zu machen und zu veröffentlichen, nachkommen zu können. Gleichzeitig schaffte er damit auch die perfekte Symbiose aus abgeklärter Erfahrenheit aus glorreichen (Hard-)Rocktagen und dem Kampfgeist der nachrückenden Garde, die sich hier zu einem dichten Geflecht aus hochklassigem Songwriting und zeitgemäßer, gleichzeitig aber authentischer Retro-/Classic Rock-Performance verdichtet. „Moonkings“ ist eine Wündertüte aus arschtretenden Rockern, vollmundig-bluesigen Vintagetönen und gefühlvollen-, aber dennoch energiegeladene Balladen. Dem flotten Uptemporocker „Lust And Lies“ folgt „Close To You”, das wie vieles auf dem Album eine schwere LED ZEPPELIN-Schlagseite hat, aber wie auch der Rest auf höchstem Niveau komponiert ist und dank der kompakten und auch homogenen Leistung der Beteiligten seine volle Strahlkraft entfalten kann. Die Palette reicht dabei von „Good Times“-Rockern wie etwa dem beschwingten „Good Thing“ bis zu dynamischen Riffrockern wie „Nothing Touches“, ruhigere Töne schlägt etwa „Out Of Reach“ an.

Vandenberg besticht durch den charismatischen Einsatz seines Instruments, der Rest der Band folgt auf dem Fuß. Hier ermöglicht es vor allem Sänger Jan Hoving, dass die MOONKINGS über sich selbst hinauswachsen können, seine nicht perfekte, aber wie die Faust auf's Aug passende, wohlig-organische Reibeisenröhre (die immer wieder an David Coverdale, Robert Plant, aber auch Chris Cornell erinnert) rückt das Album in die Nähe ganz großformatigen US-Rockkinos (THREE DOORS DOWN, BLACK STONE CHERRY, ALTER BRIDGE, SHINEDOWN etc.), man höre etwa die Powerballade „Breathing“ oder das wehmütige „One Step Behind“. Ein echtes Highlight wartet schließlich noch am Albumende auf den Hörer, wenn die WHITESNAKE-Ballade “Sailing Ships” einer Neuinterpretation unterzogen wird und zu allem Überfluss auch noch Meister David Coverdale vocaltechnisch mitanpackt. Nicht zuletzt dieser Song veredelt diese tolle, herausragende Granate, ein Wunderwerk aus bezaubernden Melodien, erdigem Rock und zwingenden Songs! Bei einem Quasi-Soloprojekt eines ehemaligen WHITESNAKE-Musikers nach all den Jahren fast nicht zu erwarten und umso mehr ein echter Ohrenschmaus zum Genießen!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (24.02.2014)

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