Ribspreader - Meathymns

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VÖ: 28.02.2014
Bandinfo: Ribspreader
Genre: Death Metal
Label: Vic Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

Ich muss ehrlich sagen, langsam gehen mir die Ideen aus. Schwedens Todesmetall-Stammproduzent Rogga Johansson sorgt mit seinen gefühlten sechs Millionen Bandprojekten dafür, dass gleich mehrmals pro Jahr die unterschiedlichsten Scheiben eintrudeln, die sich zwar zugegebenermaßen stark voneinander unterscheiden (PAGANIZER ist nicht gleich MEGASCAVENGER ist nicht gleich THE GROTESQUERY for example), aber im Prinzip trotzdem den rumpeligen Elchtod als kleinsten gemeinsamen Nenner aufweisen können. Von RIBSPREADER, eine seiner Hauptspielwiesen, haben wir erst unlängst gehört, als das Debütalbum „Bolted To The Cross“ zur Wiederauflage gebracht wurde. Nur wenige Monate später gibt’s auch brandneues Material: Studiorundling Nummer sechs, „Meathymns“, klingt zudem auch sehr stark nach den Anfangszeiten.

Es wird wohl auch Rogga selbst zunehmende schwerer fallen, in den selbst recht eng gesteckten Grenzen für frische Innovationen zu sorgen, insofern ist die Rückbesinnung auf die alten Tage gar nicht einmal so übel. Einerseits ruckelt die Produktion wieder schön old-school durch den Äther, klingt dabei aber trotzdem dichter und fetter als auf dem zehn Jahre alten Debüt, andererseits sind es gerade die ENTOMBED-Reminiszenzen, die locker-flockige Melange aus stumpfem Uffta-Groove und rotzigem Rock-Feeling, die RIBSPREADER auf positive Art und Weise auszeichnen. Schon das schmerzerfüllte Geplärre zu Beginn des Openers „Orchestrating The Cacaphony“ offenbart höchste Pein, dass eben genannter Song sich vom darauffolgenden „Cemetary Dreams“ fast gar nicht unterscheidet, sei dem robusten Lockenkopf ob seiner Umtriebigkeit verziehen.

Am schönsten klingen RIBSPREADER immer noch, wenn sie ihre Fleischhymnen mit diesen tödlich-morbiden Stumpf-Melodien krönen, wie man sie nur in Schweden aus den Klampfen pressen kann. „As The Blood Flows“ etwa ist so ein Sahnestück mit treibendem Groove und herrlicher Gitarren-Auflockerung, auch „The Ones Who Hide And Wait“ biegen knackig um die Ecke, und versüßen den Verzehr des sonntägigen Mittagsschnitzerls. Andererseits gehen auch die kompromissloseren Rhythmen runter, ohne für gequälte Rülpser zu sorgen. Bei „Asylum Of The Rotting“ und dem mit spannungsgeladenen Intro und Outro ausgestatteten „Skeletonized“ darf mal so richtig die Rübe geschüttelt werden – dafür ist Onkel Rogga schlussendlich da. Obwohl der abschließende und gesampelte Titeltrack völlig umsonst ist und wohl nur zur Erfüllung der halbstündigen Spielzeit dient, würde ich „Meathymns“ sogar als eines der absoluten RIBSPREADER-Highlights bezeichnen. All hail King Rogga – das Gehackte mundet!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (20.02.2014)

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