SHEAR - Katharsis

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VÖ: 21.03.2014
Bandinfo: SHEAR
Genre: Metal
Label: Lifeforce Records
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Lineup  |  Trackliste

Unverhofft kommt oft. Das ist nicht nur beim Lotto so, auch bei Metal-Veröffentlichungen findet man ab und zu ein unerwartetes Highlight. Ein gutes Beispiel dafür: „Katharsis“ von SHEAR. Von der Herkunft (Finnland) und der Bandzusammensetzung (fünf düstere Kerle und eine hübsche Dame) erwartet man sich eine der x-ten NIGHTWISH-Kopien oder eine beliebige Metalcore-Kapelle.

Umso überraschender, dass die Finnen den ersten Prog-Höhepunkt im Jahr 2014 setzen (der auch von anderen, namhafteren Bands schwer zu übertreffen sein wird). „Katharsis“ klingt so, als ob DREAM THEATER sich nach einem langen skandinavischen Winter mit der nordischen Melancholie infiziert hätten und sich dagegen mit poppig angehauchten Goth/Alternative Rock a la LACUNA COIL wehren würden.

Klingt nach etwas krudem Stilmix, funktioniert aber über die volle Album-Länge hervorragend. Jeder einzelne Song ist ein Höhepunkt in sich, einzelne Hits herauszupicken erübrigt sich somit. Gestartet wird jedenfalls mit „Last Warning“, das zunächst mit treibendem Fusion Rock startet, bevor der Härtegrad hochgeschraubt wird. „Home“ besticht durch düstere Soundtrack-Atmosphäre, während „Heaven Into Hell“ mehr in Richtung Prog Power Metal geht.

Bei „Hollow Black Cold“ folgt dann doch (musste ja so kommen) die obligatorische Verneigung vor den Landsleuten von NIGHTWISH, was aber durch den Ohrwurm-Refrain aufgewogen wird. Und das folgende „I Care“ erinnert mit einem ruhigen Instrumentalteil und melodischer Mid-Tempo-Härte an die mächtigen OPETH. „A Hopeless Tragedy“ punktet mit einem höllischen Groove und episch-verträumten Refrain.

„For The Restless“ erinnert mit rockiger Eingängigkeit an die Vorzeige-Italiener von LACUNA COIL, und als krönenden Abschluss gibt es mit „Turmoil“ einen heftigen Rausschmeißer.

Die Instrumentalisten lassen Frontfrau Alexa zumeist den Vortritt, toben sich dafür in immer wieder auftauchenden Instrumentalpassagen dafür so richtig aus. Damit bleiben auch nach öfterem Hören immer neue Details auf, die den Hörspaß mit jedem Durchlauf hoch halten.

Ignoriert man das kurze Intro (und Titelstück), sind auf „Katharsis“ zehn großartige Songs vertreten. An der Höchstnote schrammen SHEAR trotzdem knapp vorbei, weil sich im letzten Albumdrittel dann doch ein erhöhter leicht balladesker Anteil findet und die Kitschgrenze bei so manchem Refrain oder Keyboard-Geklimper zum Teil nur knapp verfehlt wird. Abgesehen davon reihen sich SHEAR aber gleich mal in die Poleposition für den Titel „Bestes Prog-Album 2014“ ein.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (13.03.2014)

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