CRIPPLED BLACK PHOENIX - White Light Generator

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VÖ: 17.03.2014
Bandinfo: CRIPPLED BLACK PHOENIX
Genre: Post-Rock
Label: Mascot Records
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Lineup  |  Trackliste

Die Engländer von CRIPPLED BLACK PHOENIX haben sich über die letzten Alben zwar langsam, aber konsequent weiterentwickelt. Mittlerweile kann man das Septett auch nicht mehr wirklich schubladisieren. Nur soviel: außer im Post-Rock wird hier in unzähligen Revieren gewildert, unter anderem im Stoner Rock, im Prog-Metal, im Doom und im Folk. Die Band hat deswegen auch mehr mit Acts wie SOLSTAFIR oder ANTIMATTER gemeinsam als mit irgendwelchen "regulären" Rockbands, und auch freigeistiger Noise-Pop wie DEATH IN VEGAS oder MOGWAI steht den eigenwilligen Herrschaften mittlerweile näher als so manche Hartwurst-Combo.
Aber das ist schon ganz ok so und lässt die Protagonisten open-minded ihr Tagwerk verrichten. Plötzlich weiß man: der Weg ist wie so oft das Ziel, und eh schon saugute Langspielplatten wie "(Mankind) The Crafty Ape" und "I, Vigilante" müssen, rückwirkend gesehen, schließlich auf diesen (vorläufigen?) Höhepunkt zusteuern.

Songs wie "Wake Me Up When It's Time To Sleep" oder "Caring Breeds The Horror" haben schon fast was spirituelles, etwas rituell-magisches an sich. Ja, und ich erwähne hier - wenn auch ungern - THE DEVIL'S BLOOD, denn auch die kontroversen Holländer haben im Sound von "White Light Generator" ihre Spuren hinterlassen, ebenso wie übrigens SONIC YOUTH auch.
Das in zwei Teile ("White Side" und "Black Side") gesplittete Album stellt aggressive-noisige Kost wie "Let's Have An Apocalypse Now!" mit seinem fast orientalischen Singsang-Intermezzo oder das überragende "Black Light Generator" diametral ruhigen, fast schon entrückt wirkenden Sinnesreisen wie dem wunderschönen "Caring Breeds The Horror" entgegen. "You'll" Be Murdered" könnte fast aus der Feder von WOVENHAND stammen, und wer Neo-Vokalist Daniel Änghede beim Schwanengesang "We Remember You" schmachten hört, weiß: es war der perfekte Griff und die einzig logische Konsequenz, den talentierten Schweden ins Boot zu holen.

Mit seinen Bläsersätzen im Hintergrund und den JOHNNY CASH-Vibes hat es dieses Lied dann noch glatt in die Rubrik "Songs, die auf meiner Beerdigung laufen sollten" geschafft. Das neunminütige "A Brighter Tomorrow" krönt dann schlussendlich ein Album, das bei aller Schwerfälligkeit und Düsternis doch wie ein Licht am Ende des Tunnels wirkt, eine Flusskreuzfahrt auf dem Lavastrom ins gelobte Land, ein musikalischer Monolith, dessen dunkelbunter Schatten um den halben Planeten fällt. CRIPPLED BLACK PHOENIX sind mit diesem großartigen Album bei sich selbst angekommen, nirgends anders gehören sie hin, und in Zukunft dürfen sie sich nur noch an sich selbst messen lassen.

Für Jäger und Sammler wird das Spektakel übrigens auch als "Limited Vinyl Set" (2 LPs + 7 Inch) in die Regale gewuchtet, das neben den regulären zwölf Songs noch mit zwei Bonus-Tracks und wunderbarem Artwork aufwarten kann!



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Mike Seidinger (07.03.2014)

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