Nocturnal Breed - Napalm Nights

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VÖ: 14.03.2014
Bandinfo: Nocturnal Breed
Genre: Speed Metal
Label: Agonia Records
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits

So richtig rotzigen Speed/Thrash/Black-Metal gibt es auf diesem Globus ohnehin nur im bitterkalten Norwegen. Wenn dann auch dort noch die konstanten Größen Stress vermeiden und im Schnitt nur einmal pro Dekade aktiv werden, dann geifert man jedem neuen Lebenszeichen mit inbrünstiger Hingabe entgegen. So auch bei den Osloern von NOCTURNAL BREED, die dereinst mit knackigen Alben wie „No Retreat… No Surrender“ und „The Tools Of The Trade“ für Underground-Rascheln sorgten, dann aber für sieben Jahre in der Versenkung verschwanden. „Fields Of Rot“ war dann (2007) ein in dieser Form nicht zu erwartendes Prunkstück aggressiver Tonkunst, nachgelegt haben die ruppigen Skandinavier trotzdem nicht mehr.

Nun steht mit „Napalm Nights“ also endlich das insgesamte fünfte Band-Langeisen in den Kaufläden und überrascht in erster Linie mit einer verdoppelten Spielzeit. Statt einer knackigen halben Stunde schwurbeln Bandboss S.A. Destroyer und Konsorten heuer mehr als eine Stunde durch die akustischen Minenfelder und verlieren dabei leider etwas an Spur. Das wird etwa beim mittig platzierten Titeltrack eindeutig, der sich nicht weniger als 13 Minuten lang durch die Gehörgänge zu schlängeln versucht, dabei zwar recht vielseitig und bemüht wirkt, in der Praxis aber dann doch mindestens um die Hälfte zu lang ausfällt. Allzu einfach ist das Teil also nicht mehr zu konsumieren, auch wenn mit dem fetzigen Opener „The Devil Swept The Ruins“, dem MOTÖRHEADesken „Speedkrieg“ und der Keif/Riff-Schlachtplatte „Thrasiac“ ausreichend schmucke Granatensplitter aus den Boxen feuern.

Für die kultige 80s-Metal-Vertonung haben sich NOCTURNAL BREED übrigens nicht nur ex-Gitarrist A.E. Rattlehead für zwei Songs zurückgeholt, auch DARKTHRONE-Hälfte und Kultposer Nocturno Culto keift einen Song ganz („Krigshisser D.N.K.“) und drei weitere mit Backing Vocals ein. Dabei orientieren sich die Lederkuttenträger bei „Napalm Nights“ auf Rauchschwaden-umhangene Kriegs-Lyrics („The Bitch Of Buchenwald“ ist doch wirklich mal ein… ähm… sehr ungewöhnlicher Songtitel) und typisch nordmetallisches Alltagsgepose. Klanglich kreuzen die Jungs dabei MÖTLEY CRÜE („Under The Whip“), TOXIC HOLOCAUST („Thrasiac“) und sehr oft die Früh-80er-Deutschland-Thrash-Achse (SODOM, DESTRUCTION, ASSASSIN und Co.). Das Alles ist bestimmt nicht revolutionär oder bahnbrechend, macht aber trotz der langen Zeitspanne noch immer extrem Laune und verstärkt jede Pornobrillen-Bierfass-Party im Nu. Gibt’s das Ganze nächstes Mal wieder zu einer verknappt-knackigeren Spielzeit, darf es auch ein halbes Pünktchen mehr sein. All hail War-Speed/Thrash!



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (19.03.2014)

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