ADRAMELECH - Psychostasia (Re-Release)

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VÖ: 14.03.2014
Bandinfo: ADRAMELECH
Genre: Death Metal
Label: MDD
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Lineup  |  Trackliste  |  Credits  |  Trivia

Was aufgrund der Dominanz aus Schweden oft unterging ist die Tatsache, dass vor allem die Finnen schon immer guten Death Metal zu fabrizieren wussten. Denkt nur zurück an diverse Großtaten von DEMILICH, DEMIGOD oder den rumpeligen CONVULSE – nur zum großen Durchbruch außerhalb der Landesgrenzen hat es niemals ganz gereicht, das gelang von dort dann erst Einhorn-Metallern wie STRATOVARIUS, SONATA ARCTICA und Konsorten. Zu längst vergessenen Heimatgrößen zählen auch ADRAMELECH, die zwar seit ihrem (austauschbaren) 2005er Werk „Terror Of Thousand Faces“ nichts mehr Neues veröffentlichten, aber auch niemals ein offizielles Bandende bekanntgaben.

Das deutsche Label MDD jedenfalls entschied sich dafür, Fans der finnischen Gewaltästhetik noch einmal die Anfangstage der Jungs näherzubringen und das längst vergriffene 1996er Debütalbm „Psychostasia“ neu aufzulegen. Zu dieser Zeit war die Death-Metal-Welt auch noch in Ordnung, veröffentlichten Bands wie MALEVOLENT CREATION („Eternal“) oder DEICIDE („Once Upon The Cross“) mitunter ihre besten Alben und war auch der Grunge-Vibe schon wieder verebbt. Nach einigen Demos und EPs waren eben auch ADRAMELECH so weit, um damals noch unter Repulse Records in die Vollen zu gehen und eine erste Duftmarke zu setzen. Der markanteste Unterschied zu ihren Genre-ähnlichen Landsleuten war, dass Jarkko Rantanen und Co. ihr Hauptaugenmerk auf Melodien und aufgebaute Songstrukturen setzten und sich somit nicht im gnadenlosen Knüppel-Tod der Kollegen suhlten.

Das paratliegende „Kult“-Schildchen zu zücken ist aber nicht angemessen, denn selbst mit einer latent nostalgischen Schönheitsverklärung muss der Death-Maniac einsehen, dass „Psychostasia“ weder damals noch heute zu den Big Hits des Rumpel-Genres gehören. Mit dem Titeltrack, „The Book Of The Worm“ oder „Across The Gray Waters“ haben ADRAMELECH zwar eine Handvoll überdurchschnittlicher Songs auf das Debütalbum platziert, konnten die Tatsache, dass der Großteil der Kompositionen eher unaufgeregt dahinplätschert, nicht abstoßen. Die Gitarren braten wirklich fett und das heisere Organ von Drummer (!!) Rantanen haben durchaus etwas für sich, aber in Songs wie „Seance Of Shamans“ oder „Mythic Descendant“ klöppeln die 1000-Seen-Ländler nur allzu oft an nachvollziehbaren Songstrukturen vorbei. Drei bislang unveröffentlichte Live-Tracks geben noch einen zusätzlichen Kaufanreiz für die Sammelwütigen – „Psychostasia“ muss man aber keinesfalls auf Biegen und Brechen im Schrank stehen haben.



Bewertung: 3.0 / 5.0
Autor: Robert Fröwein (20.03.2014)

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