MASSACRE - Back From Beyond

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VÖ: 21.03.2014
Bandinfo: MASSACRE
Genre: Death Metal
Label: Century Media Records
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Lineup  |  Trackliste

Ich war anfangs wahrlich skeptisch, als bekannt wurde, dass eines DER Death Metal-Aushängeschilder ein neues Album veröffentlichen würde. Gegründet 1984, sind MASSACRE Legenden, Ikonen der Grunzkunst und entfesselten im Jahre 1991 die Death Metal-Hölle, welche aus ihren Feuerschlünden den All-Time-Classic „From Beyond“ (dessen Songs bereits bei der Veröffentlichung teils Jahre auf dem Buckel hatten) ausspuckte. Die Mitglieder von Chuck Schuldiner´s DEATH jener Endachtziger-Tage, Gitarrist Rick Rozz bzw. die Rhythmussektion Bill Andrews und der heutige SIX FEET UNDER-Basser Terry Butler, hauten sich mit Vocalist Kam Lee auf ein Packerl und schrieben DM-Geschichte, die „Inhuman Condition“-EP später, wieder ebenjene sein sollte, als sich die Band auflöste und der zweite Longplayer „Promise“ (1996) die hohen Qualitätsmaßstäbe in keinster Weise halten konnte. Nach Reunions-Gigs stieß die Combo im Vorfeld mit der 2012 veröffentlichten „Condemned To The Shadows“-Single (mit den Songs „Back From Beyond“ und „Succumb To Rapture“) einen vereinzelten Grunzer aus.

Das vorliegende Comeback-Album - verheißungsvoll an vergangene Florida-Death Metal-Hochzeiten anknüpfend - „Back From Beyond“ betitelt, ist im Vergleich zum 96er Album schon von ganz anderem Format. Nach stimmungsvoll aufbauendem Intro erdröhnt ein breitwandiges Brutalmonster, das an die großen Tage der Band Anfang der Neunziger anknüpft. Symptomatisch dafür etwa die bandtypischen psycho-anmutenden Gitarrensoli und –abfahrten, ab und an wird man an DEATH erinnert (v.a. schimmert auch die „Leprosy“-Handschrift von Rick Rozz - etwa auf „Ascension Of The Deceased“ - durch) und auch das Albumcover nimmt direkten Bezug auf das rosa (bzw. in späteren Auflagen blaue) Themenbild. Geile Rhythmuswechsel, vernichtende Doublebass, breitbeinige Grooveparts und fett sägende Gitarren bilden die weiteren Bausteine dieser Wiederauferstehung von MASSACRE, die sich dank BOLT THROWER-Gedächtniswalzen und ASPHYX-Todesgesäge nicht wirklich hinter den letzten Topalben aus dem Genre verstecken muß! Roh und im Stile des Oldschool-Florida-Ursprungs klingt die Chose, gleichzeitig zeitgemäß und druckvoll produziert und eingespielt.

Unterschiede ergeben sich am Mikro, wo statt Kam Lee das Blut und der Eiter aus der Kehle von Ed Webb (ex-DIABOLIC) ins Mikrophon fließt, hinter dem Drumkit hat aktuell Mike Mazzonetto Platz genommen. Die Diagnose lautet folgendermaßen: Der direkte Bezug auf das Classic-Album ist Quatsch, ohne Urgrunzer Kam Lee will diese Reminiszenz nicht zünden. Dessen ungeachtet bleiben aber Titel wie der Opener oder „Succumb To Rapture“ im Gedächtnis, die einzelnen Death Metal-Brecher verdichten das Album zu einer der gelungensten Comebackscheiben in der letzten Zeit. „Back From Beyond“ ist kein „From Beyond“, aber mehr als gelungen, die limitierte DigiPak-Edition enthält eine Neo-Version von „Corpsegrinder“ und das DEATH-Cover „Mutilation“. Wohl endgültig überzeugende Argumente!



Bewertung: 4.0 / 5.0
Autor: Thomas Patsch (24.03.2014)

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