HISS FROM THE MOAT - Misanthropy

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VÖ: 29.10.2013
Bandinfo: HISS FROM THE MOAT
Genre: Black / Death Metal
Label: Transcending Obscurity
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Lineup  |  Trackliste

Dass man ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen sollte, ist ein bekanntes (und eher lahmes) Sprichwort. Im Falle der Italiener HISS FROM THE MOAT passt es allerdings wie die (auch wieder sprichwörtlich bekannte) Faust aufs Auge. Ausgehend vom eher sinnfreien Bandnamen über das CD-Cover ihres Debütalbums „Misanthropy“, das nach Zeichnungen aussieht, die Zwölfjährige während langweiligen Schulstunden in die Hefte kritzeln, kann man sich eigentlich nicht allzu viel von der Scheibe erwarten.

Aber es kommt dann doch anders als man denkt (und wieder so ein Sprichwort…), und „Misanthropy“ entpuppt sich als hervorragendes, äußerst professionell gemachtes Album. Geboten wird anspruchsvoller Death Metal der eher technischen US-Schule gemischt mit freizügig eingestreuten Dosen von melodischem Black Metal. Die Mischung lässt einen natürlich sofort an die Genrekönige BEHEMOTH denken, aber die Italiener schaffen es durchaus, sich eine eigene Nische abseits der großen Vorbilder zu schaffen (trotz der auch optischen Verbeugung vor den Polen, siehe Bandfotos).

So wird man bei den Death-Metal-Teilen stark an Kapazunder wie SUFFOCATION, PESTILENCE oder DEICIDE erinnert, während die Black-Metal-Parts eher an DIMMU BORGIR oder GRAVEWORM erinnern.

Das Album startet (nach dem eher belanglosen Intro) gleich mit einem Kracher, „Conquering Christianity“ ist der erste Hit. Danach punktet „Honor To The Mother Of Death” mit einem unmenschlichen Blast-Groove, bevor bei „Moralism As Anesthetic“ dann erstmals die Melodic-Black-Metal-Anteile recht deutlich werden. In diese Richtung geht dann auch der Titeltrack, der öfter an die großartigen DISSECTION erinnert. Überzeugen können außerdem „The Descent From The Throne”, wo wieder Blastgewitter und mörderische Grooves herrschen, und „Caduceus”, das eher düster und schleppend daherkommt.

Neben der professionellen Produktion stechen vor allem die Vocals (die eine starke Präsenz haben, abwechslungsreich sind und die für das Genre nötige Bösartigkeit besitzen) und das Schlagzeug hervor, Drummer James Payne (manchen vielleicht von HOUR OF PENANCE bekannt) entfacht ein Feuerwerk an Doublebass und Blastbeats. Diese Mischung aus technischer Brillanz und unglaublicher Härte kriegt ansonsten nur Francesco Paoli von den Landsmännern FLESHGOD APOCALYPSE hin (der übrigens auch schon bei HOUR OF PENANCE mitgewirkt hat).

Mit „Misanthropy“ ist HISS FROM THE MOAT gleich beim ersten Versuch ein großer Wurf gelungen, die Italiener schaffen es als eine der wenigen Bands, eine gelungene Mischung aus Groove, Schnelligkeit, Härte und Melodien hinzubekommen.



Bewertung: 4.5 / 5.0
Autor: Luka (30.03.2014)

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