Edguy - Space Police - Defenders Of The Crown

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VÖ: 18.04.2014
Bandinfo: EDGUY
Genre: Melodic Metal
Label: Nuclear Blast Records
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Lineup  |  Trackliste

Nach einem erneuten Ausflug in die Fantasiewelten von AVANTASIA mit "The Mystery Of Time" meldet sich Tausendsassa Tobias Sammet nun wieder mit seiner Hauptband EDGUY zurück, und legt den Nachfolger zum nicht unumstrittenen "Age Of The Joker"-Album aus 2011 vor. Der leicht qualvolle Doppelname "Space Police - Defenders Of The Crown" ziert das schmucke Cover-Artwork, das mit Zukunftspolizist im Burt-Reynolds-Tributlook inklusive Rotzbremse und seltsamem Space-Alien aufwartet, und sowohl Titel als auch Artwork legen bereits auf den ersten Blick wieder beredtes Zeugnis des eigenwilligen Humors der Band ab.

Aber gerade dafür liebt man EDGUY ja, und dadurch hebt sich die Band auch vom Gros der "ernsthafteren" Rock'n'Roller unserer Zeit ab. Und der Humor kommt auch diesmal im Songmaterial der sympathischen Hessen nicht zu kurz: Sei es der doppelt gemoppelte letzte Refrain von "Defenders Of The Crown", der "Love T-T-T-Tyger", oder auch einfach nur das FALCO-Cover von "Rock Me Amadeus"(!) - EDGUY haben auch 2014 sichtlich Spaß an der Sache, und tun das, was man von ihnen erwartet: Nämlich das Unerwartete.

Dabei fällt zunächst auf, dass "Space Police" deutlich härter produziert daherkommt als der Vorgänger, und dieser Wechsel der Band auch gut zu Gesicht steht. So macht das inhaltlich leider etwas blutleere "Sabe & Torch" (irgendwie wär dann doch ein Refrain nett gewesen) überraschend Laune, ehe dann der Titeltrack "Space Police" aber wirklich punkten kann. Leider zündet auch "Defenders Of The Crown" nur bedingt, was ebenfalls am recht simplizistischen und wenig mitreißenden Chorus liegt. Der "Love Tyger" hingegen macht richtig Spaß, und reiht sich hervorragend in die Tradition der geradlinigen EDGUY-Rocker der Marke "Lavatory Love Machine" oder "Fucking With Fire".

Während dann die "Shadow Eaters" und "The Realms Of Baba Yaga" über solides Mittelmaß nicht hinauskommen, aber zumindest mit ordentlich Schmackes aus den Boxen preschen, überrascht mich Maestro Sammet allerdings mit seiner Interpretation des großen FALCO-Klassikers: Gar zu leicht wäre es gewesen, aus "Rock Me Amadeus" eine übertriebene Persiflage zu machen, doch Sammet - sich nebenher als großer FALCO-Fan outend - liefert eine sehr respektvolle Rock-Version des Stücks, bei der er speziell auch bei der markanten Aussprache "unseres" Falken viel Liebe zum Detail beweist. Chapeau!

Die Ballade "Alone In Myself" schließlich ist ebenfalls gutklassige Ware (auch hier haben wir schon Schmerzhafteres aus Sammet'scher Feder gehört) und auch der Coitus-Song "Do Me Like A Caveman" hat - neben purer Poesie in Titel und Lyrics - auch musikalisch schöne Gesangslinien und starke Hooks zu bieten. Ein persönliches Highlight ist jedoch der Abschlusstrack "The Eternal Wayfarer", der sich nicht nur satt bei SABATON-Keyboards bedient, sondern in seiner Struktur dank Musical-Elementen und Kanon-Chorälen an EDGUY-Großtaten der Marke "The Pharaoh" und "Theater Of Salvation" erinnert.

Unterm Strich liefern EDGUY mit "Space Police - Defenders Of The Crown" ein leichtfüßigeres Rock-Gegenstück zur Opulenz und zum Bombast der letzten AVANTASIA-Scheibe, und das Album ist in seiner Gesamtheit mehr als die Summe seiner Einzelteile: Denn während zwar nicht alle Songs für sich sofort bedingungslos zünden, und auch der eine oder andere Refrain nicht wirklich begeistern kann, macht das Album als Ganzes doch ordentlich Spaß, und sollte Fans der Band absolut zufriedenstellen. Vorerst bleiben aber wohl doch die großartigen "Mandrake" und "Hellfire Club" die Referenzwerke von EDGUY.



Bewertung: 3.5 / 5.0
Autor: Dragonslayer (07.04.2014)

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